Modern Love - Review des Piloten

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Es gibt Serien, bei denen braucht man eine Weile, bevor sie einem wirklich gefallen. Dann gibt es Serien, bei denen jeder Versuch zwecklos ist und der Funke einfach nicht überspringen will. Und dann gibt es Serien, da braucht es nur ein paar Sekunden und man ist hin und weg. Etwas sehr Ähnliches ist dem Streamingdienst Amazon mit seiner neuesten Serie "Modern Love" gelungen. Bereits nach den ersten Minuten war klar, dass mich Produzent John Carney am Haken hatte. Warum und, vor allem, wie ihm das gelungen ist, erfahrt ihr jetzt.

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Ehrlich gesagt hat mich der Serientitel an sich schon sehr neugierig gemacht. Bei den Begriff Modern Love fallen sicher einigen Leuten Beziehungen ein, die nicht dem sonstigen Weltbild entsprechen. Ich dachte dabei nicht mal so sehr über Liebesbeziehungen nach, sondern eher in Richtung Freundschaft und Vertrautheit. Denn für mich gibt es viele Arten der Liebe, die eben nicht nur aus Mann und Frau oder eben Mann/Mann und Frau/Frau besteht. Ich glaubte also, John Carney wollte den Zuschauern mit seiner Anthologieserie zeigen, wie intensiv, verschieden und vielseitig die moderne Liebe sein kann und ich finde, dass ihm das mit der ersten Episode durchaus gelungen ist.

Foto: Modern Love - Copyright: Amazon Prime Video
Modern Love
© Amazon Prime Video

In der ersten Episode mit dem Titel "Wenn der Portier dein bester Mann ist", steht die junge Maggie (Cristin Milioti, "How I Met Your Mother") im Vordergrund. Maggie wohnt in einem New Yorker Vier-Sterne-Hotel und ist dabei, an ihrer Promotion zu arbeiten. Natürlich kommt dabei auch ihr Privatleben nicht zu kurz. Das heißt, dass sie hier und da ein Date hat, was aber zu nichts Ernstem führt. Ein bisschen Schuld daran ist der Portier Guzmin (Laurentiu Possa), der Maggie oftmals ein bisschen tadelt oder viel besser gesagt, ihr schon immer einen Wink gibt, dass die möglichen Beziehungen gar nicht erst zustande kommen werden. Dennoch kann man Guzmin nicht böse sein, da er es nur gut mit seinem 'Schützling' meint.

Ich mag die platonische Beziehung zwischen den beiden sehr gerne, denn sie gehen zum einen sehr achtsam und höflich miteinander um und zum anderen necken sie sich immer mal wieder gegenseitig, so dass es Spaß macht, den beiden zuzusehen und man hofft natürlich auch darauf, dass Maggie einen Mann findet, mit dem auch Guzmin 'einverstanden' ist. Doch bis dahin muss Maggie noch einige Hürden bewältigen, eine davon ist auch ihre ungewollte Schwangerschaft, als sie mit Ted (nicht Mosby, aber auch ein netter Typ) mehr als nur ein Date hatte und die Warnungen von Guzmin in den Wind geschleudert hat. Nach einigen Zögern steht für Maggie allerdings fest, dass sie das Kind behalten möchte und auch hier kann man dem Portier gut und gerne die 'Mitschuld' geben. Denn obwohl Maggie zunächst ihre Eltern und ihre Schwester nach diesem Schock anrufen möchte, wendet sie sich an den Portier, was für mich einfach noch einmal die Vertrautheit zwischen den beiden unterstreicht. Aber auch, wie Guzmin ihr die Zweifel nimmt, weil sie noch immer das (von ihren Eltern) verfestigte Bild in ihrem Kopf hat, wie eine Familie aussehen sollte. Guzmins Ansichten darüber gefallen mir sehr gut, weil sie sehr schön den Serientitel aufgreifen und verdeutlichen, dass es eben viele verschiedene Arten der Liebe und Beziehungen gibt. Aber die Beziehung zwischen Guzmin und Maggie zeigt vor allem, worum es in einer solchen, egal welcher Art, tatsächlich geht: Aufmerksamkeit. Dadurch führt er Maggie sozusagen auch zu ihrem privaten Glück und die Aufmerksamkeit, die Guzmin ihr entgegenbringt, führt in meinen Augen auch dazu, dass die Vertrautheit und Freundschaft zwischen den beiden auch über weitere Jahre und über eine weitere Entfernung anhält.

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John Carney zeigt mit dieser ersten Episode von "Modern Love" ein unglaubliches Feingefühl, ohne dass es dabei zu kitschig wirkt. Das vertraute Verhältnis der zentralen Hauptfiguren wird sehr authentisch dargestellt und kann durch die gemeinsamen und vertrauten Momente durchweg überzeugen. Zu verdanken ist dies allerdings auch den beiden Hauptdarstellern. Cristin Milioti, die man bereits als die Mutter bei "How I Met Your Mother" nach wenigen Momenten ins Herz geschlossen hat (mir stößt das miese Serienfinale noch immer bitter auf), kann auch bei "Modern Love" mit ihrer liebenswerten und süßen Art überzeugen, so dass man sie in ihrer Verzweiflung am liebsten selbst trösten würde und für die man sich einfach freut, wenn sie endlich ihren Traummann fürs Leben findet. Aber auch Laurentiu Possa muss man einfach ins Herz schließen. Denn er wirkt einfach wie ein großer Bruder, der für seine kleine Schwester nur das Beste möchte. Gerade zum Ende hin, gibt es zwei wunderbare Momente, die rührend sind und einen zum Lächeln bringen, da man auch dabei wieder wunderbar feststellen kann, wie wichtig Aufmerksamkeit in einer Beziehung ist.

Die Episodenlänge von etwa 30 Minuten ist dabei völlig in Ordnung. Es gibt mehrere kleine Zeitraffer und einen Zeitsprung von fünf Jahren, die aber nicht überhastet oder deplatziert wirken, sondern einen schönen fließenden und wortlosen Übergang haben.

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Fazit

Mit "Modern Love" zeigt John Carney in dieser ersten Episode, worauf es in Beziehungen ankommt und dass es egal ist, in welchem Verhältnis man zueinander steht, solange das Vertrauen zueinander da ist. Wer Serien wie "This Is Us" und die kleinen feinen Momente liebt, ist mit dieser sehr gut bedient. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die restlichen Episoden, bei denen ich mir gut vorstellen kann, dass sie mich ebenso gut unterhalten werden.

Daniela S. - myFanbase

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