DVD-Rezension: The Purge - Die Säuberung, Staffel 2

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Zum jetzigen Zeitpunkt wären wir alle bereits in den Genuss des fünften Teils der Filmreihe, mit dem Titel "The Forever Purge", gekommen, doch die anhaltende Pandemie hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Um die Wartezeit bis zum Kinostart zu verkürzen, bringen Saturn und Media Markt am 19. November 2020 exklusiv die zweite Staffel der kürzlich abgesetzten Serie "The Purge - Die Säuberung" auf den Markt, in der wieder einmal die berüchtigte Nacht im Mittelpunkt steht, in der alle Verbrechen legal sind. Ob sich ein Blick lohnt oder man das Franchise selbst endlich purgen sollte, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Inhalt

Foto: Paola Núñez, The Purge - Die Säuberung - Copyright: Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network
Paola Núñez, The Purge - Die Säuberung
© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network

Esme Carmona (Paola Núñez), eine der besten Mitarbeiterinnen der NFFA, überwacht in der Nacht der Purge das Geschehen und versucht, rechtliche Verstöße aufzudecken. Dabei beobachtet sie wie eine enge Vertraute, die ihr und ihrer Schwester in der Vergangenheit geholfen hatte, von zwei Männern ermordet wird. Esme wird misstrauisch, da die Ermordete an einer Verschwörungstheorie arbeitete, die die negativen Folgen der Purge aufdecken sollte. Als Esme gegen den Willen ihres Vorgesetzten weiter ermittelt, gerät sie ins Visier der NFFA und befindet sich plötzlich in Lebensgefahr. Der ehemalige Polizist Ryan Grant (Max Martini), gegen den Esme zuvor ermittelte und der mit seiner Crew einen großen Raub für die nächste Purge plant, wird mit reingezogen und die beiden verbünden sich um die dunklen Machenschaften der NFFA aufzudecken.

Foto: Derek Luke, The Purge - Die Säuberung - Copyright: Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network
Derek Luke, The Purge - Die Säuberung
© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network

Marcus Moore (Derek Luke) ist ein angesehener Arzt, der mit seiner Frau Michelle Moore (Rochelle Aytes) in einer ruhigen Vorstadt lebt und für die die Nacht der Purge normalerweise ruhig und ohne Probleme verläuft. Als ein maskierter Killer in der Nacht in das Haus einbricht und versucht Marcus zu töten, kann er diesem nur knapp entkommen. Am nächsten Morgen wird der Täter ins Krankenhaus eingeliefert und stirbt, bevor er Marcus verraten kann, warum er ihn töten wollte. Von Paranoia getrieben versucht Marcus hinter das Geheimnis zu kommen und entdeckt dabei, dass seine Nachbarschaft nicht so gut auf ihn zu sprechen ist, wie er dachte. Und auch seine Ehefrau verbirgt ein düsteres Geheimnis.

Foto: Joel Allen, The Purge - Die Säuberung - Copyright: Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network
Joel Allen, The Purge - Die Säuberung
© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network

Der Student Ben Gardner (Joel Allen) lässt sich in der Nacht der Purge auf eine Mutprobe ein. Als er und sein Kumpel Turner (Matt Shively) dabei in Lebensgefahr geraten, lässt dieser ihn im Stich und Ben wird fast von einem maskierten Killer getötet, gewinnt jedoch in letzter Sekunde die Oberhand und begeht seinen ersten Mord, wenn auch aus Notwehr. Doch diese Nacht verändert Ben und er findet Gefallen daran, anderen Menschen Leid zuzufügen. Getrieben von seiner neugewonnenen Blutlust beginnt er auch außerhalb der Purge, als Serienkiller den Campus unsicher zu machen. Seine Freundin Kelen Stewart (Danika Yarosh) bemerkt, wie sich ihr Freund verändert und kommt der Wahrheit immer näher.

Rezension

Der bisher letzte Teil der Horrorfilmreihe, "The First Purge", konnte mich kaum überzeugen und auch die erste Staffel der Serie, obwohl unterhaltsam, brachte wenig frischen Wind in das Franchise und legte mehr Wert darauf, den Status quo aufrecht zu erhalten und neue, skurrile Purge-Killer auf unschuldige Opfer loszulassen, statt sich tiefer mit den Hintergründen der Purge zu beschäftigen. Genau das kritisierte ich auch in meiner Review zur ersten Staffel, wurde hier doch massig Potential verschenkt und als ich dann einen Blick auf die zweite Staffel warf, war ich positiv überrascht, dass die Macher der Serie sich genau diese Kritikpunkte zu Herzen genommen haben. Im Gegensatz zu der ersten Staffel und den vier Filmen der Reihe beschäftigt sich die zweite Staffel zum Großteil mit den 364 Tagen zwischen der Purge und beleuchtet die Auswirkungen auf die Gesellschaft, sowie die rechtlichen und politischen Hintergründe der Purge. Welche rechtliche Konsequenzen drohen den Leuten, die ihre Straftat, nach Ende der Sirenen noch nicht beendet haben? Welche psychischen Folgen hat die Purge auf Überlebende? Kann Gewalt süchtig machen? Das alles sind interessante Fragen, die in der zweiten Staffel der Serie thematisiert werden.

Foto: Max Martini & Paola Núñez, The Purge - Die Säuberung - Copyright: Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network
Max Martini & Paola Núñez, The Purge - Die Säuberung
© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network

Das man auf Szenen direkt aus der Nacht der Purge, größtenteils verzichtet, könnte einige Fans zuerst abschrecken. Menschen sind Gewohnheitstiere, und obwohl sich viele Horrorfans immer beschweren, dass es nichts Neues im Genre gibt, wird innovativen Horrorbeiträgen oft keine Chance gegeben, wenn sie auf die üblichen Genreklischees verzichten. Letztendlich wollen Film- und Serienfans doch das sehen, was sie gewohnt sind. Jedenfalls wenn man auf die Mainstream-Liebhaber blickt und das ist einerseits irgendwie nachvollziehbar, aber oftmals auch schade. Fans, die eher die actionreichen und blutigen Nächte der Purge mögen, könnten weniger Gefallen an dieser Staffel finden. Nicht falsch verstehen, es geht immer noch ordentlich zur Sache, doch der pure Unterhaltungsfaktor wird ein wenig herunter geschraubt, dafür steigt jedoch der Spannungsfaktor immens. Vor allem bei der Storyline rund um Esme und der NFFA fiebert man enorm mit und bekommt dazu noch einen tieferen Einblick darüber, was hinter den Kulissen der Purge vor sich geht. Dabei werden auch politische Themen angekratzt und Parallelen zur Realität gezogen, die einerseits interessant, manchmal sogar amüsant, aber auch erschreckend sind.

Foto: The Purge - Die Säuberung - Copyright: Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network
The Purge - Die Säuberung
© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network

Auch Bens Storyline ist interessant und zeigt die psychischen Auswirkungen, die eine Purge auf Überlebende haben kann, vor allem wenn man selbst dazu gezwungen wird, Gewalt anzuwenden. In einer Welt zu leben, in der Straftaten, für einen gewissen Zeitraum legal sind, soll die Kriminalität senken. Doch was ist, wenn es gleichzeitig auch die Lust an Gewalt steigert? Dies ist ein interessanter Aspekt, der ebenfalls näher beleuchtet wird und zum Nachdenken anregt. Man muss nur mal an die schrecklichen Nachrichten denken, die man heutzutage fast täglich liest. Das kann einem schon in unserer Realität gefühlsmäßig abstumpfen, um damit klarzukommen. Darüber nachzudenken, was es mit einem machen würde, wenn es tatsächlich eine Purge geben würde, ist ein unheimlicher Gedanke, aber auch ein spannender. Für Fans, die der Gewaltaspekt der Purge-Nacht am wichtigsten ist, wird Bens Storyline wohl auch am ehesten gefallen, den hier geht es am blutigsten zur Sache.

Foto: Max Martini, The Purge - Die Säuberung - Copyright: Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network
Max Martini, The Purge - Die Säuberung
© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; Alfonso Bresciani/USA Network

Die Storyline um Ryan und den Bankraub hat auch einige spannende Momente zu bieten, sticht aber nicht unbedingt heraus und wird am interessantesten, wenn die unterschiedlichen Geschichten miteinander verschmelzen. Ryan und Esme ergeben in der zweiten Hälfte der Staffel ein tolles Team und sorgen dafür, dass man auch emotional eine Verbindung zu den Charakteren aufbaut. Die Geschichte um das Ehepaar Marcus und Michelle schneidet am schwächsten ab und erinnert ein wenig an das Ehepaar der ersten Staffel. Hier wollt man wohl ein wenig Beziehungsdrama in die Serie bringen, und obwohl es auch hier interessante Aspekte gibt, bleiben die beiden Charaktere zu blass und unsympathisch, um sich wirklich für sie zu interessieren. An den schauspielerischen Leistungen gibt es bei keinem etwas auszusetzen. Es sind aber vor allem Paola Núñez, Max Martini und Joel Allen, die in ihren Rollen voll aufgehen und positiv herausstechen.

Specials & Technische Details

Foto: The Purge - Die Säuberung - Copyright: Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.
The Purge - Die Säuberung
© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.

Die Specials fielen bereits bei der ersten Staffel dürftig aus und beschränkten sich auf oberflächliche Einblicke in den Entstehungsprozess. Bei der zweiten Staffel ist hingegen gar kein Bonusmaterial vorhanden, was schade ist, denn wenn man nicht unbedingt ein Sammler ist, dann reicht auch ein Amazon Prime Abo vollkommen aus, um sich die Serie anzuschauen.

Erscheinungstermin: 19. November 2020
FSK: ab 18 Jahren
Laufzeit: ca. 408 Spielminuten (10 Episoden)
Bildformat: 16:9 - 1.78:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Staffel 2 von "The Purge" - Die Säuberung" wirft einen Blick hinter die Kulissen und konzentriert sich auf die rechtlichen, politischen und psychischen Folgen der Purge, was frischen Wind in das angestaubte Franchise bringt. Fans, die sich nur für die Gewaltexzesse der Purge und skurrile Kostüme und Masken interessieren, werden hier nicht ganz auf ihre Kosten kommen, auch wenn es im Vergleich zur ersten Staffel, blutiger zur Sache geht. Allen anderen erwartet eine spannende und vor allem interessante Staffel, die sogar zum Nachdenken anregt.

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Kevin Dave Surauf - myFanbase

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