Bewertung

Review: #10.01 Meine Rückkehr

Foto: Zach Braff & John C. McGinley, Scrubs - Copyright: 2026 20th Television; Disney/Darko Sikman
Zach Braff & John C. McGinley, Scrubs
© 2026 20th Television; Disney/Darko Sikman

Es war vor 15 Jahren, als die letzte neue "Scrubs"-Episode über die Bildschirme flimmerte. Es dauerte aber nur 15 Sekunden, um diesen Zeitraum vergessen zu machen. Der erste Tagtraum von JD hatte sofort diesen Drive, den man von der Serie kennt und den man bis heute liebt. Und das man 15 Jahre später daran nahtlos anknüpfen kann, zeigt, wie gut die Serie damals war und hoffentlich eben auch heute noch ist. Der Auftakt war in jeder Hinsicht vielversprechend, aber der Reihe nach.

"I think you're just dehydrated."

JD arbeitet schon lange nicht mehr im Krankenhaus sondern macht bei den Reichen und Schönen Hausbesuche und langweilt sich eigentlich. Als eine seiner Patientinnen aber ins Sacret Heart gebracht wird, taucht er dort seit langer Zeit mal wieder auf und gerät in einen Streit über die Diagnose mit Dr. Kevin Park, quasi ein neuer Zögling von Dr. Cox, der allerdings hier mehr als Köder fungiert. Cox nutzt nämlich JDs Anwesenheit, um ihn so lange im Krankenhaus zu binden, bis dieser feststellt, dass er eigentlich gerne wieder im Sacred Heart Hospital arbeiten will. Und natürlich geht sein Plan auf. JD hat natürlich recht, bringt aber gleichzeitig Assistenzärzte dazu, zu lernen, mutig zu sein oder sich nicht von der Gruppe zu entfernen, damit sie alle den angestrebten Beruf auch schaffen können. Das gibt so viel Genugtuung, dass er wieder zurück kehren möchte, eigentlich, um mit Cox zu arbeiten, doch dieser bietet ihm vielmehr seinen Job an.

"This particular world has passed me by."

Mal davon abgesehen, dass ich es schade finde, dass Cox offenbar nur ab und zu dabei sein wird, finde ich seine Entwicklung sehr spannend und sehr modern. Seine direkte, beleidigende Art war zwar immer erfolgreich, aber nett war das natürlich nicht. Und heutzutage achtet man zurecht auch darauf, dass Menschen mit Respekt begegnet werden und man Kritik und Rat auch sprachlich angemessen formuliert. (Feeling Police) Dass das Krankenhaus eine eigene Stelle hat, die auf den Umgang miteinander achtet, ist quasi konsequent. Dass Cox da immer wieder aneckt, ebenso. Trotzdem ist er weicher geworden und jammert nicht über diese Entwicklung sondern sieht ein, dass die Zeit seine Methoden überholt hat und er deswegen eigentlich nicht mehr der richtige Mensch ist, um Assistenzärzte auszubilden. Und dass es anders geht, sieht man wiederum an JD, der sofort die Ruhe und die Emotionalität mitbringt, um die Unsicherheit und falsche Arroganz einzufangen und in Produktivität umzuwandeln. Ich hoffe sehr, dass Cox trotzdem regelmäßig im Krankenhaus auftaucht und JD in seinen neuen Aufgaben unterstützt. Immerhin hat er wirklich tolle Worte an JD gerichtet, die ähnlich hoch anzusiedeln sind wie die aus #8.18 Mein Finale. Ich bin gespannt, was man sich für Cox noch ausgedacht hat.

"Get a load of this motley crew."

Gespannt bin ich auch auf die neuen Assistenzärzte, die man aus dem Hut gezaubert hat. Natürlich gibt es immer wieder ähnliche Charakterzüge (sehr überzeugt und arrogant, ängstlich und zweifelnd, locker und unbedarft), aber es hat trotzdem immer wieder eine andere Färbung. Am neugierigsten bin ich eigentlich bei Sam Tosh, wie diese mit ihrer Social Media Affinität natürlich sehr modern wirkt und die Probleme und Chancen der heutigen Zeit gut abdecken könnte. Asher Green erinnert natürlich etwas an Doug und Blake Lewis scheint schon alles zu können, ist aber auch etwas abgehoben und muss seine Sozialkompetenzen verbessern. Er hat in dieser Episode quasi die größte Bedeutung, weil er erst einen Menschen abweist, dadurch aber nicht verhindern kann, dass dessen Frau stirbt. Mit den Selbstvorwürfen wäre er eigentlich allein, weil er sich gerne von den anderen absetzt, dann aber spürt, wie wichtig es ist, andere um sich zu haben, wenn es mal nicht so läuft, wie gewünscht (was JD vorhergesagt hat). Mal schauen, ob er das schon begriffen hat oder in der nächsten Episode wie neu geboren sich wieder für den alleinigen Star hält. Mit Dashana Trainor und Amara Hadi haben wir noch zwei Assistentinnen bei den Chirurgen, die Turk eigentlich verehren, mit dessen Laune aber erstmal zurecht kommen müssen. Beide wirkten erst mal sehr sympathisch, aber da geht noch viel.

"There's no joy, none!"

Apropos Turk. Der hat mit JD eigentlich sofort wieder die Chemie, die das Duo zu einer der besten Freundschaften der TV-Geschichte gemacht hat. Blindes Verständnis, Blödeleien und eigentlich offene Worte. Doch letzteres will Turk eigentlich nicht. Er fühlt sich in seinem Job gefangen, ist genervt davon, dass Patienten seinem Rat nicht folgen und er immer wieder die selben Leute operiert, lässt ihn ohnmächtig zurück. Er flieht in Sarkasmus, ist schlecht drauf und sorgt auch bei anderen für schlechte Stimmung. Da wäre ein therapeutischer Ansatz wohl nötig, doch er flieht zumindest erst mal vor dem Gespräch mit JD. Dass er dann doch noch eine kleine Kurve kriegt, zeigt zumindest erst mal, dass er gewillt ist, was zu ändern. Und da könnte es auch schon helfen, dass JD wieder am Sacred Heart arbeiten wird und die guten alten Zeiten in Erinnerung rufen kann. Ich denke aber, dass das Thema damit noch nicht erledigt sein wird.

"In the history of relationships, it has always been hardest on the one who ends it."

Während Turk mit Carla vier Töchter großzieht, das Eheleben darunter zwar leidet, sie aber immer noch das Traumpaar mimen, ist die Ehe bei JD und Elliot für mich überraschenderweise in die Brüche gegangen. Interessant ist dabei, dass Elliot es so aussehen lässt, dass JD die Verantwortung trägt, während Cox dann deutlich macht, dass Elliot die Ehe beendet hat. Das muss natürlich noch lange nicht heißen, dass JD nicht trotzdem einen großen Anteil daran hat. Trotzdem wirkte die Interpretation von Cox so, als hätte JD vielleicht noch um die Ehe gekämpft, Elliott aber aufgegeben. Mehr erfährt man also nicht, insofern ist das alles noch wilde Spekulation. Ich bin trotzdem schockiert, weil JDs Liebesgeständnis mit "I love you even more than Turk" schon so krass war, dass sie in meinen Augen ein Happily ever after darstellten. Dass dies nicht geklappt hat, finde ich äußerst schade. Umso mehr möchte ich natürlich wissen, was passiert ist, wieso sie sich auseinander gelebt haben und warum eine Scheidung unumgänglich gewesen sein soll.

Fazit

Es ist ein äußerst gelungener Auftakt, weil das "Scrubs"-Feeling in Sekundenschnelle wieder da ist, die Inszenierung und Story wieder perfekt zwischen Humor und Ernst, zwischen Witz und Emotionalität wechselt und man sich einfach nur freut, dass die Geschichten der Charaktere weiter gehen und man zudem neue Charaktere mit einbringt, die den Wandel der Zeit mit zur Geltung bringen und nicht wie ein Abklatsch bekannter Strukturen sind. Die Vorfreude war groß, die Freude ist jetzt noch viel größer. So darf es weiter gehen, aber die Messlatte ist auch gleich hoch.

Emil Groth - myFanbase

Die Serie "Scrubs - Die Anfänger" ansehen:

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