Bewertung

Review: #10.02 Mein zweiter erster Tag

Foto: Layla Mohammadi & Amanda Morrow, Scrubs - Copyright: 2026 20th Television; Disney/Jeff Weddell
Layla Mohammadi & Amanda Morrow, Scrubs
© 2026 20th Television; Disney/Jeff Weddell

J.D. hat seine ersten Tag als Chefarzt und versucht gleich einiges zu verändern. Dass das nicht reibungslos funktioniert, war vorhersehbar. Dass die Storys auch ein paar Ungereimtheiten haben, eigentlich nicht.

"It is all on my shoulders now."

Da das Sacred Heart noch immer ein Lehrkrankenhaus ist, spielen die Visiten natürlich eine wichtige Rolle. J.D. versucht hier gleich zu punkten. Da er schon in der letzten Episode recht erfolgreich agiert hat, war mir nicht ganz klar, warum er seinen Stil sucht. Eigentlich war schon logisch, wie er die Sachen angehen sollte. Sein Idealismus holt ihn schnell ein, so auch Sibby, die auch an seiner Art was auszusetzen hat. Ihre Auftritte waren überraschend häufig in der Episode, hatten aber sehr viel Witz. Ansonsten hat J.D. sich dann doch schnell eingefunden und auch die Kehrseite der Medaille kennen gelernt. Es geht nicht immer alles so, wie man es gerne hätte. Trotzdem lohnt es sich immer mal, etwas mehr Einsatz zu zeigen. Asher hat sehr schnell gelitten, wurde dann aber auch gut aufgefangen. Ich fand J.D.s Worte an Asher sehr gut gewählt. Man muss die Arbeit so gut es geht machen und dann aber auch nach Hause gehen können. Und man muss wohl auch schauen, dass man die richtigen Kämpfe kämpft. J.D. hat sich jedenfalls aufopfernd für Asher eingesetzt, aber drei Stunden Warteschleife nach Dienstschluss darf er auch nicht immer machen.

"When I see something I want, I get it."

Ein kleiner Konflikt der Staffel wird wohl der zwischen J.D. und Dr. Kim sein, der in dieser Episode zum einen eine deutliche Kampfansage macht, zum anderen auch gleich ein bisschen hinterhältig ist und J.D. das Leben schwer zu machen versucht. In gewisser Hinsicht hat er einen Punkt, denn J.D. war wirklich lange raus aus dem Krankenhausalltag und hat es nur bedingt verdient, diesen Job nun zu erhalten. Auf der anderen Seite ist Dr. Kim jetzt auch nicht gerade sympathisch. Die James-Bond-Tagträume waren ganz witzig, aber ich habe trotzdem Sorge, dass der Konflikt etwas zu aufgesetzt sein wird. Mal schauen, wie sich das noch entwickelt.

"You have to fix this."

Als Chefarzt bekommt J.D. auch gleich Finanzfragen als Aufgabe. Elliot wünscht sich neue Puppen zum Üben der Eingriffe, Turk wünscht sich einen Roboter. Mir kommt diese Storyline tatsächlich zu früh. Der Konflikt ist klassisch und durchaus eine Betrachtung wert. Ich finde aber, dass er am ersten Tag fehl am Platze ist. Eine solche Entscheidung fällt man nicht an einem Tag. Gerade in Bezug auf den Roboter muss es eine Vorgeschichte gegeben haben. Wurde J.D. von Cox gar nicht eingearbeitet? Die Haushaltslage muss doch übergeben worden sein. Auch eventuelle Absprachen und Versprechen müssen J.D. bekannt sein. Dass er hier so sehr in die Falle tappt, ist mir tatsächlich zu plump. Und selbst wenn er da wirklich nicht eingearbeitet ist, so finde ich es sowohl von Turk als auch von Elliot wirklich unfair, dass sie ihn da direkt so anfahren. Da erwarte ich auch von den beiden mehr Fingerspitzengefühl und Geduld. Das war mir also wirklich zu aufdringlich und billig als Konflikt.

"Cheating on that beautiful Queen."

Besser waren hier die neuen Informationen zum Beziehungsende von J.D. und Elliot. Das Krankenhaus hat darüber offenbar getratscht und J.D. zum Bösen auserkoren, der Elliot sogar betrogen haben soll. Dass Elliot dem in J.D.s Abwesenheit nicht widerspricht, ist nachvollziehbar. Jetzt könnte sie da aber Größe beweisen. Auch Turk finde ich trotz der witzigen Geschichte über die Fake-Affäre Valentina nicht wirklich hilfreich und aufrichtig. Aber im Krankenhausalltag hat man sicherlich dann auch nicht den Fokus darauf. Ich hoffe trotzdem, dass es irgendwann richtig gestellt wird. Highlight an der Entwicklung waren eh die beiden Schwestern am Tresen, die gemeinsam Laverne alle Ehre gemacht haben. Da freue ich mich schon richtig auf die nächsten Episoden, weil das Duo bestens als running gag funktionieren wird. Ansonsten hoffe ich natürlich, dass man weiterhin die gescheiterte Ehe von J.D. und Elliot betrachtet und schnell noch mehr herausfindet als unterschiedliche Ansichten zum Einräumen des Geschirrspülers. Insbesondere würde ich gerne schnell wissen, was mit J.D.s Kindern ist. Aber da hatte man in dieser Episode nicht auch noch Platz für.

"Your my friend, too."

Zunächst mussten noch ein paar anderen Fronten geklärt werden. Elliot fühlt sich zum Beispiel seit der Trennung von J.D. auch von Turk geschnitten. Mir ist ehrlicherweise noch immer nicht bewusst, über welchen Zeitraum wir hier wirklich sprechen. Das Gespräch hätte es vielleicht auch schon etwas früher geben können, zumal sie in der letzten Episode schon miteinander gesprochen hatten, auch wenn Carla da dabei war. Und Elliot hat ja offenbar auch nicht wirklich versucht, sich da groß einzubringen. Dafür hat das dann in dieser Episode gut geklappt und man sieht mal wieder, was es alles bringen kann, wenn man einfach Probleme anspricht und formuliert, was man sich wünscht, statt darauf zu warten, dass der andere schon von selbst darauf kommen wird. Trotzdem ist auch hier ein Konflikt behandelt worden, der für die Zuschauenden nicht wirklich vorhanden war. Vielleicht hätte man sich auch hier noch ein, zwei Episoden Zeit lassen können, um das distanzierte Verhalten auch sichtbar zu machen.

"That is inspirational."

Am gelungensten fand ich die Storyline rund um Dashana, Sam und Amara. Letztere findet Sam mit ihrem Social-Media-Kanal ziemlich cool. Dashana dagegen mag das Gehabe gar nicht und würde es Amara am liebsten verbieten. Dass Dashana dabei auch etwas abfällig wird, war total nachvollziehbar und trotzdem ziemlich gemein. Gut, es war auch ein Versehen, dass Sam das hört. Sie reagiert relativ cool darauf, wahrscheinlich weil sie weiß, dass da auch etwas Neid dabei ist. Ich fand es jedenfalls gut, wie sie nach der Entschuldigung sehr offen darüber spricht, dass sie auch nicht alles gut findet, was sie macht, ihr das das Leben aber deutlich angenehmer gemacht hat und sie sogar nun schon keine Schulden mehr hat. Dass Sam dann auch noch ihre Luxusschlafmasken teilt (hatte sie die alle schon im Krankenhaus?) ist dann auch eine tolle Geste. Man sollte Erfolg immer auch teilen. Jedenfalls hat man die drei neuen Charaktere dadurch gut in Szene gesetzt und auch deutlich gemacht, dass die Serie sich eben auch den neuen Assistenzärztin widmet und hier auch neue Geschichten auf Lager hat.

Fazit

Die Episode war in Ordnung, konnte den starken Staffelstart aber nicht erreichen. Den Storys fehlte es etwas an Tiefe bzw. Vorbereitung und so wirkte manches aufgesetzt und etwas plump zu diesem Zeitpunkt. Trotzdem hatte auch diese Episode viele, kleine herrliche Momente, die witzig und/oder emotional waren.

Emil Groth - myFanbase

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