Bewertung: 4

Review: #5.11 Ich weiß, was ihr vor 15 Jahren getan habt

"Psych" hat in den vergangenen Staffeln schon mehrfach gängige Horrorthemen aufgegriffen und dabei augenzwinkernd berühmte Filme des Gruselgenres verarbeitet, man denke an #1.15 Zimmer 413: Studentinnen des Todes, #3.01 Geister oder #3.15 Dienstag, der 17.. Dies waren zumeist sehr unterhaltsame Folgen, an denen ich als Horrorfilmfan besonderes Vergnügen hatte. Diesmal geht das Erfolgsrezept jedoch nicht auf. Shawns und Gus' Ermittlungen in einem Vergnügungspark, der ein "Scarefest" (Spukfestival) veranstaltet, kommen nie wirklich in Fahrt. Gelungene Ideen, clevere Verweise auf Horrorfilme und witzige Dialoge sind eher Mangelware.

Zunächst einmal kommt gar keine passende "Scarefest"-Atmosphäre rüber. Der Vergnügungspark scheint abgesehen von der Geisterbahn in keiner Weise auf Spuk getrimmt zu sein. Wir sehen eine handelsübliche Wildwasserbahn, ein Riesenrad, einen Typen, der das Gewicht von Leuten errät ... Okay, letztere Attraktion kann gruselig sein, wenn man Komplexe wegen seines Gewichts hat, aber grundsätzlich sollte ein Festivalmotto schon besser umgesetzt sein.

Es ist das erste Scarefest seit 15 Jahren, nachdem beim letzten Festival dieser Art ein Junge ums Leben kam. Prompt treibt ein Mörder sein Unwesen, bei dem es sich um den Geist des Jungen zu handeln scheint. Um das noch einmal festzuhalten, es geht um einen Vergnügungspark, nicht um ein Sommercamp, in dem einst ein Junge ertrunken ist und das dann wieder eröffnet wird, aber das Prinzip ist natürlich identisch. Dass "Psych" eben dieses Schema schon in #3.15 Dienstag, der 17. aufgegriffen hat, mag den Autoren vorübergehend entfallen sein.

Natürlich war vor dieser Episode die Neugier groß, wie es sein würde, Shawn und Juliet endlich als festes Paar zu sehen. Die beiden beschließen, ihre Beziehung geheim zu halten, aus Angst, dass sie nicht mehr zusammenarbeiten dürfen, wenn herauskommt, dass sie ein Paar sind. Nur Gus soll eingeweiht werden. Darüber, ob Shawns und Juliets Sorge begründet ist, lässt sich streiten. Shawn ist kein Polizist, nicht einmal ein fester Angestellter des Polizeireviers. Es gibt wohl kaum ein geschriebenes oder ungeschriebenes Gesetz, dass eine Polizistin und ein Hellseher-Detektiv, der für die Polizei auf Honorarbasis als Berater fungiert, nicht miteinander ausgehen dürfen. Im Grunde arbeiten Shawn und Juliet auch kaum zusammen, vielmehr ermitteln Shawn und Gus immer parallel zu Juliet und Lassiter. Letztlich ist Lassiter wohl der Knackpunkt. Wie wird er es aufnehmen, dass seine Partnerin mit seinem Lieblingsfeind liiert ist?

Es wird Zeit, dass Lassiter mal wieder ein paar interessante Szenen bekommt. Derzeit beschränkt sich seine Funktion wieder nur darauf, Shawn auf die eine oder andere Weise zu sagen, dass dieser nicht gebraucht wird, was selbstverständlich kein bisschen stimmt, denn statt selber sinnvolle Ermittlungsarbeit zu leisten, stänkert Lassiter eben nur gegen Shawn. Die Hoffnung, dass es der Serie "Psych" jemals gelingt, neben dem dominanten Hauptcharakter Shawn auch den anderen Figuren ausreichend Raum zu geben, musste man eigentlich schon vor Jahren aufgeben, dennoch fällt es von Zeit zu Zeit besonders negativ auf.

Maret Hosemann - myFanbase

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