Bewertung: 2

Review: #2.22 Freundinnen

Bis zu den letzten Minuten war das Finale eine vollkommene Enttäuschung. Wirklich alles, was ich mir erwartet hatte, ist auch so oder so ähnlich eingetreten. Was dann passierte, lässt mich auch mit einigen Tagen Abstand immer noch völlig verwirrt zurück, weshalb ich noch nicht vollständig beurteilen kann, ob es nun ein guter Twist oder ein dramaturgischer Griff ins Klo war. Wirklich Aufschluss wird wohl erst der Auftakt der dritten Staffel geben, der schon jetzt unglaublich weit weg scheint...

Moving Forward

Die Naomi/Sam-Story war wohl so unsagbar langweilig und vorhersehbar, wie man nur erwarten konnte. Dass Naomi den Schritt wagen und zur Konkurrenz gehen würde, war von vornherein klar. Alles andere wäre absurd gewesen, denn warum sonst diesen Plot überhaupt einführen? Es ist sicherlich nicht die schlechteste Idee und durchaus konsequent nach dem, was in dieser Staffel, insbesondere zu Beginn, passiert ist, außerdem kann es frischen Wind in die Serie bringen und einiges interessanter machen. Trotz allem war es ziemlich gähnwürdig, ebenso wie Sams leidenschaftliches Liebesgeständnis, auf das Naomi mit einem eiskalten "Is that supposed to make me wanna stay or is that supposed to make me wanna go?" reagiert. Okay, ganz so eiskalt war es nicht und von beiden sicherlich alles drumherum gut gespielt. Doch leider hat mich diese Storyline bei der gefühlten zehnten Trennung verloren und mir sind die beiden mittlerweile ziemlich egal.

Die Patientenstory, die eigentlich nur als Katalysator für Naomis Abgang diente, hat mich diese Woche nicht wirklich interessiert. Sie war typisch für die Serie, eher außergewöhnlich mit einem überraschenden Ende. Ich hoffe, dass wir die beiden dann in der kommenden Staffel wiedersehen, wenn sie ihre Babys bekommen. Ob es den beiden Müttern wirklich so leicht fallen wird, ihr Neugeborenes der jeweils Anderen zu übergeben? Trotz allem interessiert mich insbesondere in einem Staffelfinale eben vorwiegend, was mit den Charakteren los ist. Die Antwort darauf war leider "nicht viel".

Whatever It Takes

Dells Plot war eigentlich so ziemlich der einzige, der mich wirklich berührt hat, wenn auch dieser zu einem nicht wirklich schockierenden und innovativen Ende kommt. Der Spuk ist vorbei, Heather kommt zurück - drogensüchtig - und will Dell ihre Tochter quasi verkaufen. Dass der Betsy bekommt und Heather trotzdem nicht das Geld gibt, war definitiv eine gute Entwicklung. Ich bin gespannt, ob wir Heather nochmal sehen werden. Ansonsten wird wohl höchstens interessant sein, wie in der kommenden Staffel mit dem Thema Dell als allein erziehender Vater umgegangen wird. Alles Weitere hat sich nun quasi in Luft aufgelöst. Dell hat seine Tochter wieder und sie ist wohlauf. Die ganze Qual also irgendwie umsonst...

I can't be this person.

Puh, Addison und Noah. Schnarch... Muss ich wirklich noch mehr sagen? Seit Wochen schreibe ich dasselbe, weil es auch eigentlich nichts Neues zu sagen gibt. Völlig falsche Storyline für Addison, die sie nicht nur stagnieren lässt, sondern auch noch irgendwie unsympathisch werden lässt. Noch dazu keine spürbare Chemie, selbst als die beiden wild übereinander herfallen, konnte mir das nicht mehr als einen Seufzer und ein Schulterzucken entlocken. Ich habe wirklich schon überzeugendere Betrüger-Storylines gesehen. Diese hier reißt mich nicht vom Hocker, sondern lässt mich im Gegenteil eher kalt.

Dass man das Ende dann auch noch irgendwie offen gelassen hat, gefällt mir nicht wirklich. Entweder war es von Anfang an so geplant, um alles weiter hinauszuzögern, Addison vollkommen fertig zu machen oder die Story Ende der Staffel offen zu lassen, oder man hat erkannt, dass diese Story der berüchtigte Griff ins Klo war, und lässt Noah so dankbar ziehen. Leider befürchte ich, dass das nicht das letzte Mal gewesen sein sollte, dass wir das Ehepaar sehen. Mein Tipp: Früher oder später erfährt Morgan von der Sache und wirft Noah raus, der daraufhin bei Addison angekrochen kommt, die ihn nun nicht mehr will, weil sie immer noch nicht "that person" sein will. Die Person, die einer anderen Frau so etwas Furchtbares antut. Na ja, Addison, wirklich große Sprünge machst du ja nicht, um das zu verhindern. Nichts für ungut...

Every time you had a choice, you chose her!

Kommen wir zu einem weiteren sehr vorhersehbaren Teil. Violet hat Sheldons Antrag indirekt abgelehnt und will nun glücklich mit Pete dem Sonnenuntergang entgegen segeln. Kommt das wirklich für irgendwen überraschend, schockierend, wie eine unerwartete Wendung? Die ganze Staffel wurde darauf hingearbeitet und bis zum Schluss habe ich gehofft, man würde nicht diesen überaus kitschigen, langweiligen und ja, ich wiederhole mich immer wieder gerne, vorhersagbaren Weg gehen. Aber nein, man tut es tatsächlich. Dass Violet sich selbst nicht die Butter auf dem Brot gönnt, ist mir vorher ehrlich gesagt nicht wirklich bewusst geworden. Könnte aber auch daran liegen, dass in dieser Serie von Beginn an so wenig Charakterarbeit betrieben wurde, dass man als Zuschauer besser mit dem Holzhammer begrüßt werden sollte, da man vergessen haben könnte, dass das hier kein Procedural ist.

Dann kommt natürlich die dramatische Wendung, die dafür sorgt, dass der Zuschauer endlich auch kapiert, dass jetzt Staffelfinale ist und er doch bitte kommenden Herbst wieder einschalten soll, damit die Serie nicht wieder in ihrem vorherigen Quotensumpf verschwindet. Applaus für so viel Subtilität (wenn das ein Wort ist, wahrscheinlich nicht...). Wenn ich nicht die ganze restliche Folge über so abgelenkt vom Geschehen gewesen wäre, da ich mich einfach nicht entscheiden konnte, ob ich das als gutes Drama empfinden oder über so viel Melodramatik viel mehr den Kopf schütteln sollte, hätte ich mich vielleicht für ersteres entscheiden. Leider hat der erste Teil der Folge meinen Kopf jedoch so sehr unterfordert, dass er für den Rest der Episode auf Hochtouren lief. Ergebnis ist: Ich weiß immer noch nicht, wie ich zu diesem Twist stehe, dass Katie dabei ist, Violet den Bauch aufzuschlitzen und sie damit wohl umzubringen, doch die generelle Tendenz ist, dass ich es innerhalb der Episode und auch innerhalb der Serie irgendwie unpassend finde. Ein wenig wie die ständigen Versuche von "Grey's Anatomy", dem Zuschauer weiszumachen, sie würden nun ihren Hauptcharakter, Meredith Grey, umbringen. Okay, diesmal aber bestimmt...

Natürlich wird Violet nicht sterben. Dass sie auch nur für ein oder zwei Episoden überhaupt glücklich mit Pete sein wird, bezweifle ich jedoch stark. Das Baby wird es wohl nicht machen und damit wird auch die Beziehung zwischen den beiden vorerst gestorben sein. Ich hoffe nur, man stiehlt sich nicht billig aus dieser Sache heraus. Ebenso wäre ich wirklich verärgert, wenn man, wie es viel zu häufig in anderen Serien betrieben wird, auf den "3 Monate später"-Trick zurückgreift. Wobei GA sich ja noch nie um eine anständige Zeitlinie geschert hat, so dass das bei PP sicherlich auch kein Problem werden wird.

Wirklich bitter war es wohl, dass Cooper sich ausgerechnet in diesem Moment mal für Charlotte und gegen Violet entscheidet. Es wird sicher das letzte Mal gewesen sein, wenn er erfährt, was dadurch passiert ist. Die Schuldgefühle gibt es dann wohl inklusive. Er hat sich den denkbar schlechtesten Zeitpunkt ausgesucht, doch er hatte ja praktisch keine andere Wahl, als sich in dem Moment für Charlotte zu entscheiden. Für Violet ging es in seinen Augen um nichts, bei Charlotte hätte es aber die Beziehung endgültig zerstören können. Charlottes restliche Story hat mich überhaupt nicht interessiert und tut es auch weiterhin nicht. Vielleicht fängt sie ja dann im Herbst ihrerseits bei der Konkurrenz an, wenn Naomi nun ihren Job übernimmt...

Ich weiß nicht, irgendwie bin ich nicht mal mehr sonderlich interessiert, wie das alles ausgeht, obwohl ich nach dem Ende an dieser extrem ungünstigen Stelle wirklich gedacht habe: "Verdammte Sch**** und jetzt drei Monate warten!". Allerdings habe ich ja die ganze Sommerpause, um mir die Storyline selbst zu Ende zu denken, so dass die Wartezeit erheblich verkürzt wird. Ganz so einfallsreich, wie die Autoren meinen, sind sie dann halt eben doch nicht...

Fazit

Eine Staffel, die zwischendurch mal ein paar gute Folgen hatte, mich jedoch über einen großen Teil hinweg ebenso enttäuschte wie ihr Vorgänger, endet mit einem Finale, das sicherlich in keine Geschichtsbücher eingeht - außer vielleicht in der "Cheesy Drama"-Kategorie. Zwar bin ich mir nun sicherer als letztes Jahr um diese Zeit, dass ich zur nächsten Season wieder dabei sein werde, doch haben diese letzten paar Folgen und insbesondere das vermeintliche Staffelfinale herzlich wenig damit zu tun...

Nadine Watz - myFanbase

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