Bewertung: 6

Review: #1.01 Überraschendes Wiedersehen

Zugegeben: Der einzige Grund, wieso ich mir "October Road" angesehen habe, ist Bryan Greenberg. Er spielt in dieser neuen Dramaserie von ABC, die es entgegen aller Vermutungen schließlich doch noch ins Programm geschafft hat, die Hauptrolle Nick Garrett. Und damit kommen wir auch schon zum ersten Bonus: Greenberg ist eine ausgezeichnete Besetzung für diesen etwas verlorenen Nick Garrett, der manchmal vielleicht ein bisschen lang auf der Leitung steht, aber ansonsten einen guten ersten Eindruck macht. Nick ist einer dieser Charaktere, der die breite Masse des Publikums irgendwie widerspiegeln soll und das auch ganz gut schafft.

Anders aber verhält es sich da mit dem Großteil der anderen Charaktere: Nicks alte Gang, bestehend aus Owen, Phil, Ikey und Eddie ist… nervig. Während Nick sich in den letzten zehn Jahren vom Teenager zum Mann entwickelt hat, scheinen seine vier Freunde irgendwie zurückgeblieben zu sein. Gut, Owen hat mittlerweile eine Familie, aber er ist auch der Einzige, der nicht wie ein im Jahre 1997 zurückgebliebener Idiot wirkt: Vor allem "Physical Phil" (wer hat sich diesen schrecklichen Spitznamen einfallen lassen?) und Ikey sind besonders dümmlich. Ähnlich ist es bei Nicks Erzfeind "Big Cat" (wer hat sich bitte diesen Namen einfallen lassen?), der jetzt zwar Vater zweier Söhne und mit Hannah zusammen ist, aber nach sage und schreibe zehn Jahren immer noch nicht über den Feindseligkeiten mit Nick stehen kann.

Hannah, gespielt von Laura Prepon (bei der man erstmal das Bild von Donna aus "Die wilden 70er" wegbekommen muss), hat sich allerdings durchaus weiterentwickelt: Sie hat einen mittlerweile zehnjährigen Sohn (jaaa, er ist zehn) und ist von Nicks plötzlicher Wiederkehr nach Knights Ridge nicht wirklich begeistert. Sie verhält sich so, wie man es erwarten würde: Kalt und abweisend gegenüber Nick, der sich vor zehn Jahren einfach aus dem Staub gemacht hat. Glaubwürdig.

Auch die Ablehnung von Eddie, Nicks bestem Kumpel, ist verständlich - schließlich hatten die beiden Freunde große Pläne zusammen und während Nick sich nach New York verdünnisierte und einen Bestseller schrieb, blieb Eddie im Ridge zurück und arbeitet nun am Bau. Zu konstruiert wirkt es aber, als Eddie sich abends in einer Bar, in der die fünf Freunde zusammen etwas trinken, volllaufen lässt, eine Schlägerei anzettelt, von einem kleinen Studenten fertig gemacht wird und dann von Nick nach Hause gefahren werden muss. Naja – das geht besser.

Ursprünglich will Nick ja nur über ein Wochenende nach Knights Ridge zurück, wird aber durch einen besonderen Umstand länger in der Stadt gehalten. Dies wiederum haben die Autoren gut hingekriegt: Dass Nick sich schließlich dazu entschließt, seiner Heimatstadt nicht wieder den Rücken zuzukehren, obwohl er von allen Seiten nur Ablehnung erfährt, und sich dafür entscheidet, seinen Aufenthalt zu verlängern, ist nett eingefädelt.

Und damit wären wir auch schon beim Schlagwort, das diesen Piloten beschreibt: "nett". Nicht mehr und nicht weniger. Diese Pilotfolge von "October Road" ist bei weitem kein Highlight, doch sie birgt sicherlich noch viel Potential. Baut man die Story weiter aus und verleiht man den Charakteren mal ein wenig mehr Tiefe, könnte sich das Konzept ganz gut entwickeln.

Maria Gruber - myFanbase

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