Bewertung: 6

Review: #4.05 Dawn Budge

Foto: Julian McMahon, Nip/Tuck - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Julian McMahon, Nip/Tuck
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nachdem ich von #4.04 Shari Noble so angetan war und auf die Vertiefungen der einzelnen Handlungsstränge gehofft hatte, muss ich sagen, dass ich doch etwas enttäuscht von #4.05 Dawn Budge bin. Viele der Handlungen wirkten vorhersehbar und etwas zu konstruiert. Zudem muss man auch sagen, dass Seans Handeln in vielerlei Hinsicht falsch ist...

Heuchlerei und Eheversprechen

Dass Sean ein Heuchler ist, hatte ich bereits das ein oder andere Mal bemängelt. Leider kann ich mich auch hier nur wiederholen. Eigentlich wäre es ja toll, wenn Sean Julia wirklich nochmals aus Liebe heiraten wollen würde. Vielleicht ist es ja sogar so, allerdings ist die Art und Weise, wie man dies dem Zuschauer vermitteln möchte, gänzlich falsch. Irgendwie glaube ich nämlich, dass er Julia nur nochmals einen Antrag gemacht hat, um sich von Monica Wilder ablenken zu können. Warum sonst hat er so einen teuren Verlobungsring gekauft, NACHDEM Christian ihn an seinen Fehltritt erinnert hat? Aber das alleine war ja nicht mal das, was einen beim Gucken so aufgeregt hat, sondern vielmehr, dass er Julia gesagt hat, dass sie die tollste Frau sei. Es wäre einfach glaubwürdiger gewesen, wenn Sean dies nicht erst gesagt hätte, als Julia ihm die Pistole auf die Brust gesetzt hatte und meinte, sollte er eine weitere Affäre haben, sei sie weg. Natürlich ist es irgendwie verständlich, dass er dann Panik bekommt, da es ja eine weitere Affäre gab wenn auch nicht so lange wie mit Megan.

Für Julia ist es natürlich großartig, so etwas aus dem Munde von Sean zu hören. Noch weiß sie ja nicht, wie recht sie eigentlich mit ihrer Annahme hat. Da sie eben auch nichts von Monica weiß, hofft sie einfach, ihren Mann halten zu können. Auf der einen Seite ist diese Einstellung bestimmt löblich, auf der anderen fragt man sich eben auch, wie lange das gut gehen wird. Wenn ich auch schon mal beim Thema löblich bin, so muss ich Sean doch auch ein kleines bisschen loben, was nicht heißen soll, dass ich seine Verhaltensweise gut finde. Aber es ist in meinen Augen schon mal ein Minivorschritt, dass er offen zugegeben hat, bei der Sexhotline von Cindy Plumb angerufen zu haben.

Wenn die Sache mit Monica Wilder nicht noch unausgesprochen im Raum stünde, würde ich Sean und Julia für den zweiten Eheversuch sogar mit gutem Gewissen viel Glück wünschen. Immerhin scheinen sie sich gegenseitig ihre Fehler einzugestehen und das Problem mit Matt gemeinsam lösen zu wollen. Zudem fand ich die kleine Zeremonie toll, da man doch den Eindruck gewinnen konnte, Sean und Julia würden sich von Herzen lieben. Aber da dies noch nicht ausgestanden ist, blicke ich persönlich der gemeinsamen Zukunft der Wiedervermählten nicht allzu rosig entgegen und warte auf den großen (endgültigen?) Knall.

Erpressung

Jacqueline Bisset ist großartig in der Rolle der James und ich finde es sogar immer recht spannend, wenn sie in einer Folge dabei ist. Jedoch fand ich ihr diesmaliges Auftauchen und Handeln sehr vorhersehbar, was auch die Faszination des Handlungsstrangs bei mir erheblich mindert und das ist schade.

Ob sie Michelle nun wirklich liebt, oder dies nur gesagt hat, damit Christian vielleicht Mitgefühl bekommt, sei mal dahin gesteht. In gewisser Weise fände ich das schön und vielleicht sogar authentisch, weil dies beweisen würde, dass James nicht ein Herz aus Stein hat und ihre Handlungsweise wahrscheinlich sogar etwas nachvollziehbarer wäre. Dazu hätten aber einige Szenen zwischen ihr, Christian und auch Michelle anders dargestellt werden müssen. Ich glaube nämlich nicht, dass James jemals auch nur ansatzweise vorgehabt hatte, Michelle für Christian freizugeben. Eine Frau, die einen Escortservice leitet, jemanden aufspüren kann und anscheinend überall ihre Leute für die sogenannte 'Drecksarbeit' hat, wird wohl kaum so leichtsinnig sein und einfach klein beigeben, sobald sie ihr Geld hat.

Schön, sie ist aus Christians Leben verschwunden, von Michelles war ja niemals die Rede, wie man sehen konnte. Allerdings frage ich mich nun, ob James Michelle nur deren Medizinstudium finanziert hat, um sie dann für ihre Zwecke (den Organhandel) einzuspannen. So abwegig ist das nicht mal. Es war ja 'nur' die Rede davon, Michelle müsse mit ihren Diensten zur Verfügung stehen und da James ja einen Escortservice leitet, ging man eben davon aus, für Männer eine Begleitung zu sein. Doch offenbar steckt hinter diesen Diensten viel mehr. Leider war es nur zu offensichtlich, dass James sich wieder an Michelle wendet, dass dieser Handlungsstrang an Spannung und Faszination einbüßen musste. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass sich dies wieder ändert.

Geld allein macht auch nicht glücklich

Auch wenn es einige amüsante Szenen zwischen Dawn Budge und Christian gab, so war ich doch recht genervt von dieser Storyline. Zuzuschreiben ist dieses Dawns Charakterzügen bzw. ihrer ganzen Art, die sie an den Tag legt. Dabei glaube ich schon, dass sie vor ihrem Lotteriegewinn anders und lockerer gewesen war. Immerhin schien Dwight das damals so empfunden zu haben und dies wäre der logische Grund dafür, warum er es so lange mit ihr ausgehalten hat.

In gewisser Weise kann man Dawns Verhalten sogar verstehen, weil sie sich ja nun endlich alles kaufen und leisten kann, was sie davor eben nicht konnte. Vielleicht ist sogar ihre aufgedrehte, nervige und bestimmende Art ein Ausdruck des Stolzes über den Gewinn. Immerhin macht sie ja ziemlich deutlich, was sie sich alles leisten kann und auch gern mal mit dem Preis höher geht, um das zu bekommen, was sie will. Sollte sie nochmals auftauchen, so hoffe ich doch, dass sich diese eben beschriebene Art gelegt hat. Im Grunde mag ich Rosie O'Donnell nämlich sehr gern.

Auch bin ich mal gespannt, wie sie dann mit Christian umgehen wird, der sie ja nur wegen des Geldes benutzt hat und Dawn sichtlich nicht begeistert davon war. Bei Christian selbst stellt sich mir die Frage, ob er seiner Patientin nur eins auswischen wollte, da man sie wirklich nur wegen des Geldes 'lieben' würde oder ob er diesen Schritt doch nur gegangen ist, da er in der Annahme war, Michelle endlich von James freikaufen zu können. Vielleicht erfahren wir in den nächsten Folgen mehr darüber.

In den Fängen

Oh je! Je mehr ich mir Kimber und Matt ansehe, desto schlechter werden meine Vorahnungen. Es ist ja schön und gut, wenn Matt jemanden zum Reden gefunden hat. Aber erst einmal hängt Scientology dran und Kimber scheint schon eine vollkommene Hirnwäsche bekommen zu haben und hat mit Matt eigentlich ein perfektes 'Versuchskaninchen' gefunden, dem sie ihre eigenen Erfahrungen mitteilen kann. Und leider ist Matt dafür nicht nur äußerst offen, sondern glaubt offenbar auch noch, eine Beziehung mit Kimber eingehen zu können.

Wenn man sich die Szene mit Matt, Kimber, Sean und Julia nochmal ins Gedächtnis ruft, erübrigt sich die Frage, wo jener nun erst einmal untergekommen ist. Damit steht eigentlich auch fest, wie viel Einfluss Kimber bereits auf Matt hat und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dies in nächster Zeit ändern wird. Man kann nur hoffen, dass beide noch rechtzeitig die Notbremse ziehen, bevor noch etwas Schlimmeres passiert und sie dann nicht mehr aus den Fängen dieser Sekte herauskommen. Dass Seans Kampfgeist erst jetzt so richtig geweckt wurde, spricht eigentlich nur dafür, er vermutet auch etwas sehr viel Schlimmeres. Bleibt nur abzuwarten, ob seine Initiative nicht doch zu spät kommt.

Fazit

Auch wenn diese Episode einige Handlungsstränge sehr schön weiterführte, bleibt man bei einigen genervt zurück und fragt sich ernsthaft, warum man plötzlich von dieser wunderbaren Serie etwas genervt ist und einiges bereits vorhersehbar war. Trotzdem kann man mit den Entwicklungen gut zurechtkommen und wartet gespannt, auf die nächste Folge.

Daniela S. - myFanbase

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