Bewertung

Review: #3.10 Ruf der Wildnis

Foto: Copyright: 2013 Fox Broadcasting Co.; Adam Taylor/FOX
© 2013 Fox Broadcasting Co.; Adam Taylor/FOX

Es ist Thanksgiving. Zeit, sich mit der Familie an einen großen, runden Tisch zu setzen und Truthahn mit Preiselbeeren und Süßkartoffelbrei zu genießen. So oder so ähnlich stellt man sich wohl das typisch amerikanische Fest vor. In Serien gibt es dazu immer noch eine schöne Prise Familiendrama und fertig ist der perfekte amerikanische Feiertag.

Auch "New Girl" feiert jedes Jahr Thanksgiving und bislang bot man eine sehr witzige und runde Episode in der ersten Staffel und eine nicht ganz so gelungenen Variante des Fests mit Staraufgebot in der Zweiten. Das Positive an den Thanksgiving-Episoden ist dabei stets, dass das ganze Ensemble zusammen kommt, was in letzter Zeit ein wenig ins Hintertreffen geraten ist. Es bleibt also jetzt zu hoffen, dass man die kleinen Schwächen der letzten Episoden hinfort gewischt werden, indem man die Gruppe endlich mal wieder etwas zusammen erleben lässt.

"Guys, guys, guys. Look. We're together. We're a family. It's Thanksgiving."

Als Aufhänger, um die Gruppe endlich wieder mal komplett zusammen zu bekommen, dient mal wieder eine spitze Bemerkung, die Coach Nick gegenüber fallen lässt. Nachdem Coach nämlich eine kitschige Einladung von Jess und Nick bekommen hat, macht er sich lustig darüber, dass Nick allmählich seine Männlichkeit verliert, seit er mit Jess in einer Beziehung steckt. Und diese Bemerkung fällt bei Nick (mal wieder) auf fruchtbaren Boden und er reagiert mit Panik. Irgendwie dreht man sich immer wieder im Kreis, denn bei jeder Bemerkung, die auf seine Veränderung abzielt, reagiert Nick gleich – mit Leugnen, Panik, Einsicht und am Ende Versöhnung mit Jess.

Und auch dieses Mal läuft alles wieder nach dem gleichen Schema ab. Coach lässt eine Bemerkung fallen und Nick überlegt sich, wie er ihm, den anderen und sich selbst beweisen kann, dass er durch die feste Beziehung nicht verweichlicht. Dazu überredet er die Clique, mit ihm campen zu gehen. Die Begeisterung hält sich in Grenzen, denn keiner hat wirklich Lust, einen ganzen Tag und eine ganze Nacht im Wald zu verbringen. Nick zuliebe lassen sie sich am Ende dann doch alle darauf ein, so dass wir endlich mal wieder alle Charaktere beisammen haben. Sogar Cece stößt zur Gruppe.

Unter den Jungs entbrennt schnell ein Wettkampf, wer der beste Camper und Naturkenner ist. Allen voran Coach und Schmidt bekriegen sich, was aber ganz klar andere Gründe hat. Schmidt hat noch immer nicht überwunden, dass Coach mit Cece ausgegangen ist und reagiert unglaublich eifersüchtig. Jedenfalls bis Coach im gesteht, dass zwischen ihm und Cece außer der Kussorgie vor dem Loft absolut nichts gelaufen ist. Dies ebnet für beide am Ende den Weg, endlich ihr Kriegsbeil diesbezüglich zu begraben und sich einander wieder anzunähern.

Nick ignoriert die beiden so gut es geht und begibt sich auf die Jagd nach etwas Essbaren, während Jess, Cece und Winston, beschließen, dieses in einem nahegelegenen Biomarkt zu besorgen, da sie absolut keine Lust haben, Thanksgiving ohne Essen zu verbringen. Als Nick dies durchschaut, ist er enttäuscht und zieht sich von der Gruppe zurück. Erst als Jess mit ihm spricht, rückt er mit der Sprache heraus, warum er unbedingt darauf bestanden hat campen zu gehen: er glaubt, er verliert ein Stück seiner Selbst, seit er mit Jess zusammen ist. Sein Alkohol-Toleranz-Pegel ist gesunken und er träumt nacht davon, Pferde zu striegeln. Jess versucht ihm klar zu machen, dass das nicht schlimm ist, weil sie ihn so mag, wie er ist und versucht ihn damit aufzubauen, dass sie den von ihm gefangenen Fisch isst, was zu einer typischen New-Girl-Slapstickeinlage führt.

"I'm seeing some interesting things."

Jess erleidet durch den toten und teilweise schon verwesten Fisch, den sich Nick gebraten hat, eine Lebensmittelvergiftung, die in Halluzinationen endet. Sie irrt durch den Walt, redet mit sich selbst und fällt schließlich in eine von Nick gebaute Bärenfalle. Nick, besorgt um seine Freundin, stürzt sich kopfüber hinterher und entschuldigt sich mehrmals bei ihr. Gemeinsam schaffen es die anderen, Jess und Nick schließlich aus der Grube zu befreien und alle sind froh, dass außer ein para blauen Flecken bei Nick und einer Legionellen- und Giardien-Infektion bei Jess nichts passiert ist.

Die Szene am Krankenbett zwischen Nick und Jess ist mal wieder unglaublich süß gemacht, denn man merkt Nick die Erleichterung an, dass Jess nichts passiert ist. Jess versichert Nick daraufhin, dass sie ihn mag, wie er ist, was für ihn in diesem Moment auch in Ordnung ist. Nick organisiert daraufhin eine kleine Thanksgivingparty an ihrem Krankenbett und alles ist Friede, Freude, Eierkuchen. Bis zum nächsten dämlichen Kommentar von Coach, Winston oder Schmidt, der Nick wieder in eine Sinnkrise stürzen wird.

Natürlich war es witzig, wie Jess im Delirium durch den Wald geirrt ist und auch die Streitigkeiten zwischen den Männern über ihre Campingerfahrung und ihre Männlichkeit ist durchaus amüsant anzusehen, aber ich habe das Gefühl, wir drehen uns immer mehr im Kreis. Jede Episode läuft mittlerweile nach dem gleichen Schema ab und endet mit der gleichen zuckersüßen Auflösung im Hinblick auf Nick und Jess.

Ich finde immer noch, dass die Beziehung zwischen Nick und Jess unglaublich schön dargestellt wird, gerade weil sie sich entwickelt, ohne dass es dazu allzu großer Dramen bedarf. Vor allem Nicks Entwicklung hin zu einem erwachseneren Mann, der sein Leben allmählich in den Griff bekommt, ist schön anzusehen. Jess hingegen darf momentan noch genauso bleiben wie sie ist und vielleicht wäre es an der Zeit, auch ihr mal ein klein wenig Entwicklung zuzugestehen.

Alles außerhalb der Beziehung ist jedoch im Moment unglaublich langweilig. Bei Schmidt gibt es keinerlei Entwicklung. Coach ist immer noch ein Ballast in der Serie und hat keinerlei Daseinsberechtigung, außer hin und wieder mal mit Schmidt oder einem der anderen Jungs aneinander zu rasseln, jedoch immer auf die gleiche Art und Weise. Und Winston. Ach, was soll ich sagen. Winston ist Winston und so unnütz, wie eh und je.

Fazit

Wie man die Serie aus ihrem kreativen Tal holen könnte, wüsste ich im Moment auch nicht. Dachte ich noch, es läge daran, dass die Charaktere durch die räumliche Trennung von Schmidt und den anderen nicht mehr so viel gemeinsam erleben, so muss ich wohl oder übel gestehen, dass diese Episode das Ruder nicht herumreißt. Hier sind alle endlich einmal wieder zusammen, gutes altes "New Girl" - Feeling will aber nicht so recht aufkommen.

Melanie Wolff - myFanbase

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