Review: #13.18 The Wicked River
Endlich, endlich geht es bei Kevin Atwater weiter! Das war jetzt tatsächlich die Storyline, auf die ich mit dem nahenden Staffelfinale am meisten hingefiebert habe. Nach den Babynews wollte ich nun doch echt wissen, wie es für ihn und Tasha Fox weitergeht.
Die Episode ist für mich sehr zweigeteilt zu sehen, aber nicht qualitativ, sondern zeitlich gesehen. Das erste Drittel hat mir Bauchschmerzen bereitet, die letzten Zweidrittel haben mich dagegen mit Wendungen, den kleinen Momenten und der Hoffnung am Ende überzeugt. Mir war schon klar, dass es nicht einfach so rosarot für Kevin und Tasha weitergeht, nur weil sie nun schwanger sind. Trotzdem war die erste Szene im Restaurant ein Stimmungsdämpfer. Aufgrund der Atmosphäre des Restaurants war klar, dass sich Kevin viel von dem Abend versprochen hat. Er wollte sie nicht völlig überfallen, indem er ihr eigenen Wohnraum angeboten hat, aber er wollte auch eine klare Tendenz und die hieß sicherlich nicht Miami. Wenn ich jetzt die gesamte Episode bedenke, dann kann ich aber auch gut verstehen, warum Tasha diese Grenze gezogen hat. Offenbar ist sie eine Einzelgängerin (familiäre Hintergründe bleiben erstmal unklar) und eine Kämpferin und solchen Menschen ist Unabhängigkeit sehr wichtig. Dementsprechend hat Tasha lieber klare Grenzen gesetzt, als sich impulsiv in das Abenteuer Co-Elternschaft zu stürzen.
Danach wird der Fall der Woche in die Gänge gesetzt. Zunächst war ich nicht argwöhnisch, aber nachdem wir das Opfer abtransportiert haben und Kevin Ellis Powell befragt hat und dessen Vater Alan, mit Mutter Toni im Schlepptau, reingestürmt kommt, da dachte ich phasenweise: Sind wir in der Zeit zurückgereist und schauen uns 13.16 Restored leicht verändert nochmal an? Auch hier haben wir einen Jugendlichen, der irgendwann ins Visier gerät, aber eine treue Familie an der Seite weiß. Mir war das schon mit nur zwei Episoden Abstand zu ähnlich, zumal die Konzepte in EINEM Writers' Room erarbeitet werden und nicht in mehreren parallel. Ja, ein wenig sauer wurde ich schon. Aber wie weiter oben erwähnt, die Episode hat eine beeindruckende Kehrtwende dargelegt und mir da doch noch so einiges geboten, sodass die Folge immer besser wurde.
Auf den Fall bezogen bedeutet das zwar, dass diese engen Familienstrukturen sich zwar nicht auflösen, aber dennoch war es für mich überraschend, dass Toni offenbar der schlechtere Einfluss für Ellis ist und nicht Alan, wie man ursprünglich hätte denken können. Ich hatte auch eher wie Kevin vermutet, dass Toni der emotionale Schlüssel ist, um im Fall einen Durchbruch zu schaffen, dementsprechend war das hier eine echte Wendung, die nichtnach Minute 5 schon zu riechen war. Zusätzlich finde ich auch, dass es ein Fall war, der immer besser mit der Situation von Kevin und Tasha verwoben wurde. Zuerst hatte ich nämlich das Gefühl, man will zu verkrampf Parallelen erzeugen, indem die angegriffene Emily schon so deutlich nach ihrer Mutter rief. Aber letztlich kam es vor allem auf Tashas Wohngegend an und es ging darum, sie in eine kleine Gefahr zu bringen. Natürlich bietet sich auch das Thema Elternschaft/Familie an, aber es war völlig angemessen und nicht übertrieben.
Mir ist erneut aufgefallen, wie gut mir Tasha Fox als Figur gefällt. Kevin hat im Endeffekt immer spannende Frauen an seine Seite gestellt bekommen. Alle hätte ich gerne besser kennengelernt, aber bei Tasha ist die Hoffnung und auch die Wissbegier bislang am größten. Ein großer Faktor dabei ist auch, dass sie sich gut ins Seriengeschehen einbinden lässt. Kevins Geschichten laufen oftmals sehr separiert ab. Gerade bei seinen Frauengeschichten ist er auch sehr zugeknöpft. Kim Burgess hat zwar immer schon mal was geahnt, aber es war nie so, dass man das Gefühl hat, die beiden machen als Freunde ein Pärchenabend. Aber hier bei Tasha ergibt sich vieles organisch. Sie ist keine Informantin, Verdächtige oder nur eine Psychologin, nein, sie ist eine Kollegin, die inzwischen zwar in Miami arbeitet, aber sich gleichzeitig richtig auskennt und daher wie hier gut einbinden lässt. Und man konnte Tasha auch problemlos mit wem anders paaren. Bevor ich aber darauf eingehe, schiebe ich noch schnell ein, dass man bei Tashas Involvierung zwar Kevins skeptischen Blick gesehen hat, aber er hat nichts gesagt. Das fand ich sehr lobenswert, weil er nicht getan hat, als sei sie schwerkrank. Er hat Gefahren gesehen, aber er hat auch erkannt, dass Überfürsorglichkeit alles zwischen ihnen zerstören würde. Auch wenn Kevin immer ein Teddybär sein wird, der jeden schützen kann und will, aber es passt auch wunderbar zu ihm, eine starke Frau ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen.
Tasha wird in einer Szene mit Kim gepaart und es war so eine geniale Entscheidung. Denn Kim ist ein Fan. Sie hat schon zuvor Kevin beeinflusst, dass er sich unbedingt bei ihr melden muss und hier hatte sie ihn schon aufgefordert, nach Hause zu Tasha zu gehen. So hatte Kim die einmalige Gelegenheit, auch Tasha ein gutes Gefühl für Kevin zu geben, nur um mit der Schwangerschaftsnachricht überrascht zu werden. Wie gesagt, eine geniale Szene! Und es wurde danach nur noch besser, weil nach der Situation im Park, wo Kevin Tasha so aufgelöst nach ihrem Bauch gefragt hat, da hat Adam Ruzeks Reaktion und wie er von Kim alles nur mit Blicken bestätigt bekommen hat, da war so ein wohliges Gefühl vollendet. Ich liebe es wirklich, wenn "Chicago P.D." diese familiäre Seite nach außen gekehrt und uns alle erinnert, wie lange da viele schon zusammenarbeiten. Kevin, Kim und Adam haben schon so viel zusammen durchgemacht und sie hier alle eingebunden zu sehen, danke dafür! Das kleine Krönchen war dann auch die minimalistische Gratulation von Adam an Kevin. Stephen Scaia ist erst seit dieser Staffel bei der Serie dabei und offenbar der neue Kevin-Beauftragte. In dieser Rolle beweist er sich toll, aber auch Hut ab dafür, dass er Momente schafft, als habe er die Beziehungen untereinander seit Staffel 1 mitgestaltet.
Am Ende haben wir dann Wärme und Hoffnung, denn wir bekommen eine Rahmung, indem Kevin und Tasha noch einmal in Ruhe reden können. Kevin hat durch die Powells gespiegelt bekommen, dass Familien, die in teuren Heimen wohnen und elitär wirken, genauso verborgene und dunkle Fassaden haben können wie alle anderen. Das hat ihn an seine eigene Kindheit erinnert und dass es trotz des Leids viele schöne Momente gab, die er später mit seinen Geschwistern verbissen zu kopiert versucht hat. Nun will Kevin einfach sein. Es gibt kein Vorbild mehr, er will einfach seinen Instinkten folgen und er weiß, dass das nicht geht, wenn er in Chicago verweilt und Tasha in Miami lebt. Letztlich wurde dann auch deutlich, dass sie nicht nur eine Einzelkämpferin ist, sondern dass sie auch zutiefst verunsichert ist, wenn es um Gefühle geht. Die beiden kennen sich wirklich noch nicht ausgiebig und ein Kind könnte den Druck erhöhen, es unbedingt als Paar zu versuchen und davor hat sie große Angst. Da war es schön, dass Kevin das begriffen hat. Sie wollen es zusammen versuchen, aber langsam, ohne Druck. Denn in der Hauptsache geht es darum, dass ihr gemeinsames Kind geliebt aufwächst und da hat es definitiv zwei tolle Exemplare erwischt.
Fazit
Anfängliche Sorgen, dass mich diese Episode enttäuschen könnte, haben sich zum Glück nach einem Drittel in Wohlgefallen aufgelöst. Es ist ein klarer roter Faden für Kevin Atwater in dieser Glücksstaffel 13 zu erkennen und die Babythematik passt hervorragend auf seinen Charakter. Auch Tasha Fox will ich in Staffel 14 unbedingt noch weiter kennenlernen. OneChicago muss zwar sparen, aber ich würde Karen Obilom sofort einen Platz in meinem Hauptcast freiräumen.
Lena Donth – myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: The Wicked RiverErstausstrahlung (US): 22.04.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: John Hyams
Drehbuch: Stephen Scaia
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