Bewertung: 5

Review: #5.14 Mach mich zum Feind

Foto:

Puh. Die dieswöchige Folge von "How to Get Away with Murder" zwang einen in ein Gefühlschaos von Erstaunen und Überraschung über große Spannung und schließlich große Enttäuschung. Die "große Enthüllung" am Ende war wirklich mehr als antiklimatisch und ich frage mich, wie die Serie die erneute Beteiligung von Laurels Familie geschickt und sinnvoll unterbringen möchte.

"Emmett's not the lawyer in the photo."
"Who is it?"
"Xavier Castillo. Laurel's brother."


Kommen wir gleich mal zu genau dieser Wendung, die in dieser Folge der Abschluss eines Handlungsstranges war, der mir besonders in dieser Woche unglaublich gut gefallen hat. Hier hat Emmet es für mich hier nämlich geschafft, mehr Charakter zu zeigen als in beinahe allen vorangegangen Folgen zusammengenommen. So entwickelte sich auch die Interaktion zwischen ihm und Annalise von mittelmäßig interessant bis sehr mitreißend. Als Tegan die vermeintlichen Beweise gegen Emmett vorbrachte, begann eine unglaublich spannungsgeladene Atmosphäre zwischen ihm und Annalise und man war nicht sicher, was man von ihrem Date erwarten sollte. Beim Date selbst herrschte dann ein absolutes Gänsehautgefühl und man hätte die Luft mit einem Messer durchschneiden können. Doch der große Gefühlsausbruch kam dann erst in einem ganz anderen, unerwarteten Moment. Als Emmett aufgebracht in Annalises Wohnung platzte, wirkte er in seinem Auftritt 100 % authentisch und während ich eigentlich schon beim Date das Gefühl hatte, dass er es erstens ernst mit Annalise meint und zweitens so überhaupt nicht wie ein hinterhältiger Mörder wirkt, konnte er mich hier nun wirklich von sich überzeugen. Natürlich ist immer noch nicht widerlegt, dass er irgendetwas mit dem Tod von Nate Lahey Sr. zu tun hat, doch ich bin auf jeden Fall auf seiner Seite. Wer weiß, vielleicht kann er Annalise und ihrem Team ja sogar helfen, dem ganzen Geheimnis auf die Spur zu kommen. Jedenfalls war ich sehr aufgeregt, als Annalise während ihres Streites mit Emmett den Anruf von Frank erhielt, da für mich in dem Moment klar war, dass es sich bei dem Gefängnisbesucher nicht um Emmett handeln würde. Diese positive Aufregung, dass Annalise gleich von Emmetts Unschuld erfahren würde, wurde dann beim Heranzoomen an das Bild leider schnell in Enttäuschung umgewandelt. Denn diese Person kam außer Frank niemandem bekannt vor und es handelt sich offenbar um niemand geringeren als Laurels Bruder. Hm. Na gut. Und nun? Ich bin sehr gespannt, wie uns die Autoren im Finale innerhalb nur einer Folge überzeugend darlegen wollen, warum und was Laurels Familie nun schon wieder mit der ganzen Geschichte zu tun hat. Auf jeden Fall droht die Auflösung schon wieder düster zu werden, nachdem Laurel am Ende der Folge nun schon den Kopf ihrer Mutter (???) in einem Paket vorfand. Was zur Hölle? Also ich weiß ja nicht. Ich hoffe sehr, dass uns hier nichts allzu Grausames und gleichzeitig an den Haaren Herbeigezogenes (ohje..) erwartet.

"Thank you for being my teacher here, Mr. Hampton."

Während auf der einen Seite der Mord an Nate Lahey Senior noch aufgeklärt werden muss, stehen auf der anderen Seite die Keating 5, die mehr Angst denn je haben, für all ihre Verbrechen ins Gefängnis zu wandern. Es ist ja nicht so, als hätten sie dafür nicht eigentlich genug verbrochen. Und da war es natürlich mehr als heikel, dass das FBI in der vorangegangenen Woche Olivers Laptop einsackte. Dies hatte angesichts der Tatsache, dass die Keating 5 den Laptop in dieser Woche schon wiederbekamen, bisher augenscheinlich wenig handlungstechnischen Sinn außer Olivers ersten Auftritt vor Gericht. Doch erstens kann es natürlich sein, dass das FBI durchaus wichtige Beweismaterialien sichern konnte, von denen wir später erst erfahren werden, und auf der anderen Seite boten Oliver und Connor vor Gericht schon reichlich Unterhaltung. Der größte Unterhaltungs- und Spannungsmoment dieser Folge war allerdings natürlich, als die Clique wie schon der Zuschauer das Mindmap zu sehen bekam, das beim FBI all die vergangenen Fälle verknüpft. Ich bin wirklich gespannt, ob es die Freunde schaffen, für all ihre Taten davonzukommen oder ob ihnen letztendlich ein Fall das Genick brechen wird, in den sie gar nicht direkt involviert sind. Die arme Bonnie könnte mit diesen Schuldgefühlen vermutlich niemals leben, dann schon der Clinch mit Laurel, die ihr in dieser Woche zum Glück verzieh, war für sie unglaublich schwer auszuhalten – und wer kann es ihr verdenken? Diesbezüglich muss ich übrigens anmerken, dass ich mich leider wirklich kaum noch erinnern kann, wann mir Laurel zuletzt so richtig sympathisch war. Ihr Groll Bonnie gegenüber, ihre - von außen wahrgenommene – übertrieben Sorge um Baby Christopher; selbst ihre Zweifel bezüglich ihrer Familie, die sich letztendlich ja gar nicht als Paranoia herausgestellt haben, fühlen sich als solche an und sind nur schwer zu ertragen.

Asher: "Our lives suck. Like, everything's always falling apart around us. So, yeah, we want our mommy or our daddy to tell us everything's gonna be okay, right? It's actually pretty damn understandable."
Michaela: "I miss us."
Asher: "I know."


Ganz im Gegensatz zu Michaela, die sich schon seit sehr langer Zeit wieder ins Herz des Zuschauers einschleicht – und das in dieser Woche wieder mehr denn je. Ob es ihre Interaktionen mit Gabriel war oder mit Asher waren, es machte einfach Spaß ihr zuzusehen und man konnte unglaublich mitfühlen. So brach es einem wirklich das Herz, als Gabriel Michaela nicht glaubte, auch wenn man es ihm rein kognitiv natürlich kaum verdenken kann. Doch zum Glück war Asher ja da, um Michaela aufzufangen und so ist ein Liebescomeback vielleicht immer wahrscheinlicher. Ich würde mich zumindest freuen. Gabriel bleibt übrigens nicht nur für Fans von Michaela und Asher eine Gefahr, sondern auch für die übrigen Keating 5, denn so wie es aussieht, wird er nicht locker lassen, bis er die Wahrheit über den Tod seines Vaters erfährt. Dass er damit in den Kreis der wenigen Auserwählten eingeschlossen würde, die überhaupt die Wahrheit über all die Ereignisse kennen, ist ihm vermutlich noch nicht bewusst und spätestens nach seinem Ausbruch Michaela gegenüber wäre ich auch nicht mehr allzu begeistert davon. Doch ob man es noch verhindern kann, dass er die Wahrheit herausfindet, ist fraglich, da er nun sogar schon von Kommissarin Telesco aufgesucht wurde und es kann leider gut sein, dass die zwei Ausgestoßenen es schaffen könnten, alles herauszufinden.

Fazit

Bis auf die Enthüllung, dass es schon wieder Laurels Familie ist, die hinter allem zu stecken scheint, bekamen wir eine spannende Folge zu sehen und dies ist auch der einzige Aspekt, auf den ich mich im Finale nicht freue. Dafür bin ich umso gespannter, wie es mit Emmett und Annalise weitergeht, wie weit Gabriel und Telesco in ihren Ermittlungen kommen, ob es noch eine Chance für Michaela und Asher gibt und wie und ob es die Keating 5 wieder schaffen, mit allem davonzukommen.

Klara G. - myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "How to Get Away with Murder" über die Folge #5.14 Mach mich zum Feind diskutieren.