Bewertung: 8

Review: #5.11 Be the Martyr

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In dieser Woche ging es weiter mit dem angezogenen Tempo der letzten Folge und der Zuschauer wurde weiter auf Trab gehalten. So langsam fügen sich alle Ereignisse zusammen, auch wenn das große Gesamtbild immer noch nicht klar ist – das wäre aber schließlich auch langweilig und so dürfen wir weiter Rätselraten.


"The governor killed Miller. You understand?"

Der Großteil der Episode beschäftigte sich mit den Folgen vom Mord an Ron und Nates Plan, die ganze Geschichte der Gouverneurin anzuhängen. Natürlich handelt es sich dabei um eine sehr riskante Idee, doch es war sehr spannend zuzusehen, wie sehr sich Nate in diesen Plan reinhängte und wie sehr er (zumindest bisher) auch zu funktionieren scheint. Während man bisher noch den Eindruck hatte, Nate würde stark von seinen Emotionen beherrscht, ist es sehr spannend zu beobachten, wie eiskalt und durchdacht er nun diesen Plan durchzieht. Dass da mit Sicherheit auch Schuldgefühle und die Angst, doch einen Unschuldigen auf dem Gewissen zu haben, mitschwingen, ist natürlich klar, doch so oder so spielt er seine Rolle gut. Doch was mir außerdem so richtig gut gefallen hat, ist, dass die Keating 5 (ich zähle Oliver jetzt einfach mal dazu) so schnell in diesen Fall eingebunden wurden. Dies haben wir Zuschauer natürlich vor allem Ashers loser Zunge zu verdanken und ganz ehrlich – ich war ihr selten dankbarer. Denn nun bekommen wir mal mit, wie es aussieht, wenn nicht ein Mord der Keating 5 vertuscht werden muss, sondern sie dabei helfen müssen, einen Mordfall zu vertuschen, in den sie nicht direkt verwickelt waren. Eine besonders große Rolle fällt dabei genau Asher zu, da er nunmal mit Ronald zusammengearbeitet hat und es da besonders wichtig ist, dass er unauffällig erscheint und niemanden misstrauisch werden lässt. Diese Rolle hat er vor der Staatsanwaltschaft bisher vorzüglich gespielt, doch Michaela konnte er nicht so leicht täuschen – eine Kleinigkeit, die mir sehr gefallen hat. So wissen nun alle Bescheid und während sie bisher hauptsächlich Angst vor irgendwelchen Befragungen hatten und noch nichts Tatsächliches zur Vertuschung beigetragen haben, wird das sicherlich noch auf sie und uns zukommen und darauf freue ich mich sehr. Durch ihr Erfahren vom Mord bekamen wir so einige Cliquenmomente zu sehen, die immer großen Spaß machen.

Laurel: "Do you think I'm being crazy?"
Michaela: "You're his mom. It's your job to be crazy for him."


Obwohl mir Laurel mit ihren Sorgen rund um Baby Christopher ziemlich auf die Nerven ging - Annalise sprach mir mit ihrem "we don't have time for this" unglaublich aus der Seele – so kann man sie natürlich auf der einen Seite als Mutter sehr gut verstehen und so führte dies auf der anderen Seite auch zu einem kurzen, aber sehr emotionalen Einblick in Michaelas Vergangenheit. Offenbar hat sie den Tod ihrer Mutter als Baby ebenfalls miterlebt, was sie mit Sicherheit belastet, doch aufgrund der Tatsache, dass sie sich nicht bewusst daran erinnern kann, eben Einiges an Grauen verliert. Hier bekamen wir eine kurze, aber sehr schöne Szene zwischen den beiden zu sehen, die uns mal wieder gezeigt hat, wie weit die Freunde seit der ersten Staffel gekommen und was für ein tolles Team sie alle mittlerweile geworden sind.

"I didn't want to be alone."

Doch nicht nur die Keating 5 sind ein tolles Team, auch Frank und Bonnie haben in dieser Folge mit emotionalen Momenten berührt. Es ist wirklich beeindruckend, wie gut Liza Weil Bonnies inneren Konflikt darstellen kann. Während Bonnie es in der letzten Woche noch schaffte, ihre Fassade zumindest nach außen hin aufrecht zu erhalten, stand sie in dieser Folge wirklich am Rande der Klippe und jede Sekunde davon wirkte absolut authentisch und herzzerreißend. Da bisher niemand weiß, ob Ronald nun für den Mord an Nate Lahey Senior verantwortlich war oder nicht, überwiegt bei Bonnie momentan nicht der Wille, seine Schuld zu beweisen und ihre Tat zu rechtfertigen, sondern ihr Schuldgefühl und ihr Kummer um den Verlust eines Mannes, den sie liebte. Obwohl diese Folge endgültig zeigte, dass Ronald zumindest auf irgendeine Art und Weise Dreck am Stecken hat, bin ich immer noch skeptisch angesichts seines angeblichen Zutuns zu dem Mord. Außerdem würde es vermutlich für Bonnie keinen so großen Unterschied machen wie für Nate. Denn während sich dieser an seine Idee, Ronalds Schuld zu beweisen und den Mord an ihm der Gouverneurin anzuhängen, regelrecht festbeißt und sie auch als Ablenkung und Möglichkeit, seine Gefühle zu kanalisieren, nutzt, scheint es, als könnte Bonnie momentan nichts dergleichen helfen. Frank allerdings kann ihr zumindest insofern helfen, als dass er uneingeschränkt für sie da ist und ihr gegenüber Gefühle zeigt, die man so noch nicht einmal gegenüber Laurel gesehen hat. Seine Emotionen bei der Suche nach Bonnie im Haus waren unfassbar mitreißend und man bekam einen seltenen Einblick in sein Herz. Umso größer war seine und auch unsere Erleichterung, Bonnie dann doch aufzufinden und umso mehr wünsche ich mir mittlerweile, dass die beiden vielleicht doch noch zueinander finden und trotz ihres gemeinsamen Kummers der Vergangenheit ein wenig Trost finden können.

Emmett: "We should celebrate. How about dinner on me?"
Annalise : "Isn't your girlfriend in town?"
Emmett: "Ex-girlfriend."


Ein wenig deplatziert wirkte in dieser Woche der Handlungsstrang rund um Emmett und seine Exfreundin. In einer Folge, die an Handlung schon genug zu bieten hatte, wurde der Zuschauer hier beinahe ein wenig überfordert, hatte auf der anderen Seite aber auch dadurch etwas Zeit durchzuatmen und sich zu entspannen. So war die Auflösung der Storyline weder besonders aufregend noch interessant, bot dafür aber Raum für einige Lacher und nette Interaktionen zwischen Emmett und Annalise. Als Paar kann ich mir die zwei immer noch nicht vorstellen, da dafür dann doch die Chemie fehlt, aber was nicht ist, kann ja noch werden, und ein gutes Herz hat Emmett allemal. Trotz des Gefühls der Überflüssigkeit dieses Handlungsstranges hat er mir Spaß gemacht und war eine Abwechslung zu den emotionsgeladenen anderen Handlungssträngen. Außerdem ist es immer wieder nett, Annalise gemeinsam mit Emmett und auch Tegan in ihrem Büroalltag beizuwohnen. Letztere wird mittlerweile in Bezug auf das Verschwinden Ronalds allerdings auch misstrauisch, sodass ich sehr gespannt bin, ob und wie sie auch noch in die ganze Geschichte hineingezogen wird.

"I think I need a lawyer. And I really hope that is going to be you."

Schon ganz tief in der Geschichte steckt natürlich Gabriel, den wir in dieser Woche nicht allzu oft zu Gesicht bekamen und dessen Beziehung zu Ronald noch immer ein Rätsel bleibt. Doch auch hier werden wir mit Sicherheit bald mehr erfahren, denn seine Verhaftung und die Bitte an Annalise, ihn zu vertreten, werden uns Klarheit verschaffen. Ich bin mehr als gespannt, was es mit der Verbindung zu Ronald auf sich hatte und was genau nun eigentlich hinter Gabriel steckt. Dass er nicht "einfach nur" Sams Sohn auf der Suche nach Antworten ist, beruhigt mich storytechnisch auf jeden Fall sehr.

Fazit

Eine sehr emotional aufwühlende und spannende Folge, die die Handlung weiterbrachte und uns Lust auf mehr macht. Auch wenn Emmetts Handlungsstrang ein wenig ablenkend war und noch dazu sehr schnell und unspektakuläre abgehandelt wurde, wurden wir auch hier unterhalten und so war die Folge alles in allem eine runde Sache.

Klara G. - myFanbase

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