Bewertung

Review: #11.19 Exit Strategies

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Chicago Med
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Man merkt immer deutlicher, dass die Staffel sich dem Ende zuneigt und die Handlungsfäden zusammenlaufen. Dabei bleibt es vor allem rund um Caitlin Lenox und Hannah Asher spannend.

Ich möchte gleich mal bei Caitlin bleiben. Ihr Verhalten in den letzten Episoden steuerte ja immer mehr auf eine Katastrophe hin. Ich hatte kürzlich ja auch schon vermutet, dass es nicht mehr allzu lange dauern dürfte, bis Mitch Ripley herausfindet, dass sie krank ist und dass sie das bisher verdammt gut geheimhalten konnte. Ich hätte aber nicht gedacht, dass die Autoren jetzt einfach mal schnell auf die Tube drücken und Vollgas geben. Jedoch ist die Bombe um ihre Krankheit schon eher geplatzt und ich bin erstaunt, wie klug dabei vorgegangen worden ist. Kip Lenox gibt sich und uns mal wieder die Ehre. Auch wenn er sich optisch und auch vom Verhalten verändert hat, blitzt es doch noch immer durch, dass er sich auf seine große Schwester verlässt, ohne die er wohl extrem aufgeschmissen wäre. Dennoch kann ich nicht mehr abstreiten, dass ich ihn mag. Man merkt ihm nämlich immer mehr den liebenswert Kern an, den er besitzt, auch wenn es oftmals eher unbeholfen wirkt, wenn er zum Vorschein kommt. Kip ist aber schon lange nicht mehr so chaotisch, wie wir ihn einst kennengelernt haben. Ich möchte in diesem Punkt fast ein bisschen behaupten, dass er den chaotischen Part an seine Schwester abgetreten hat. Das heißt noch lange nicht, dass er es völlig abgelegt hat. Seine Panik, als er seinen Kollegen in die Notaufnahme gebracht hat, die war echt und er war mehr als froh, dass Caitlin ihn beruhigt hat. Interessant war in diesem Konstrukt aber eindeutig Mitch. Wie ich es in meiner letzten Review vermutet habe, ahnt er etwas und spätestens, als Caitlin es abgelehnt hatte, mit ihm noch einmal wegen der Barsache zu reden, war mir klar, dass sie damit einen Stein ins Rollen gebracht hat, den sie nicht mehr aufhalten kann. Nicht nur, dass sie offenbar vor Kip zugegeben hat, Mitch zu mögen. Sie hat diesem quasi auch noch selbst und völlig unbemerkt ihre Diagnose verraten. Einerseits fand ich es in diesem Zusammenhang wirklich schön, zu erfahren, dass die Lenox' offenbar doch eine engere Geschwisterbeziehung haben, als dass es auf mich persönlich den Anschein gehabt hat. Auf der anderen Seite ist es jedoch auch in einem ziemlichem Maß beunruhigend, dass Caitlin so um die Sensibilität ihres Bruders besorgt ist, dass sie sich vor Mitch erklärt und dabei nicht bemerkt hat, dass sie ihm indirekt ihre eigene Diagnose verraten hat. Bevor sie diese erhalten hat, wäre ihre Wortwahl sicherlich eine andere gewesen. Mal sehen, wie es mit Mitch und Caitlin weitergehen wird. Die 'Beziehung' kann man jetzt wohl in jeglicher Form vergessen. Die beiden werden aber sicherlich noch einmal auf dieses Thema zu sprechen kommen, jedoch keinen gemeinsamen Nenner finden. Mitch wird sicher mehr Erklärungen fordern und dass sie es Sharon Goodwin sagt, und Caitlin wird seine Verschwiegenheit einfordern. Es wird sicher ein mentaler und emotionaler Kampf der Giganten werden. Kip wird dann aber eher zwischen den Stühlen stehen, was ich schade finden würde. Ich denke, er ist gar nicht so sensibel, wie Caitlin denkt. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass aufgrund dieser Situation eine echte Bromance zwischen ihnen entsteht. Eins bleibt es aber auf jeden Fall: emotional.

Das Emotionale hat sich in meinen Augen ohnehin wie ein roter Fader durch die Episode gezogen und wurde in den begonnenen Handlungen weitergesponnen. Im Übrigen schaue ich "Chicago Med" immer vor "Chicago Fire". Wobei ich gestehen muss, wirklich überrascht gewesen zu sein, Jessalyn Gilsig in den Credits zu lesen. Ich hatte zwar gehofft, dass wir sie noch einmal wiedersehen werden, allerdings habe ich mir ihre Rückkehr eher und vor allem brutaler sowie dramatischer vorgestellt und ich hatte es auch schon für das Staffel-10-Finale vermutet. Dem war nicht der Fall. Aber spätestens nachdem John Frost dem Reboot seiner damaligen Erfolgsserie zugesagt hatte, um die Therapie seines Vaters finanzieren zu können, war mir bewusst, dass Ainsley Towne auch noch einmal auftauchen wird und ich finde, sie wirkte irgendwie... geläutert. Zumindest war sie sehr zurückhaltend und einsichtig. Überrascht war ich eher von John. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er mit keiner einzigen Silbe daran gedacht hat, dass man auch Ainsley für das Reboot anfragen würde. Mich freut es aber, dass man diese Geschichte nicht einfach unter den Teppich gekehrt hat. Ainsleys Auftauchen hat nämlich noch für ein ganz anderes Puzzleteil gesorgt, dass sich für mich wie von selbst eingefügt hat, nachdem James alleine mit seinem Sohn reden wollte. In diesem Punkt hätte auch ich das Drehbuch schreiben können. Einen Faktor hatte ich allerdings nicht bedacht. James wusste all die Jahre von der 'Beziehung' seines Sohnes, und hat es aus finanziellen Gründen ausgenutzt und die Gefühlslage seines Sohnes völlig ignoriert. Den Faktor, den ich ganz offensichtlich nicht bedacht habe, ist, dass Celeste Frost wohl nichts davon wusste und das all die Jahre. Es ist durchaus erschreckend, weil das zum einen viel über ihre Ehe aussagt und zum anderen, dass man hier ein ganz allgemein schwieriges und weit verbreitetes Thema in den USA anspricht. John war zwar bereits 16 Jahre alt damals, wenn man aber mal bedenkt, dass man in den USA erst mit 21 als volljährig gilt, ist es doch erschreckend, dass Eltern so etwas ausnutzen und damit ihrer Pflicht nicht nachkommen. Dass James daraus auch keinerlei Hehl macht, das wird ihm hoffentlich noch auf die Füße fallen. Ich hatte schon kürzlich den Eindruck, dass Celeste ihren Sohn wirklich schmerzlich vermisst. Mit dieser neuen Erkenntnis gibt es hoffentlich eine annehmbare Versöhnung zwischen Mutter und Sohn. Mir hat bei dieser ganzen Enthüllung um Ainsley ohnehin Ian Walcott gefallen. War er bei seinen letzten Auftritten doch sehr darauf fixiert, dass John mit seinem Verhalten seine Karriere ruiniert, hat er diesmal wie ein echter Bruder reagiert. Eine kurze Szene, die aber mehr zum Ausdruck gebracht hat, als es Worte jemals könnten.

Emotional war es auch bei Hannah und hier wird man ganz schön durchgeschüttelt. Bevor die Staffel begonnen hat, sagte Allen MacDonald, dass Hannahs Schwangerschaft nicht normal verlaufen würde. Die meisten gehen dann von einem körperlichen Aspekt aus. Aber eine Schwangerschaft ist auch eine hormonelle Umstellung und hier macht Hannah wirklich Höhen und Tiefen durch, was wunderbar von Jessy Schram dargestellt wird. Während ich in den letzten Episoden noch hin und her überlegt habe, ob Hannah und ihre Tochter die Geburt ohne Probleme überstehen werden, zumal man eben auch nicht besonders sparsam damit umgegangen ist, Hannah für emotionale Fälle einzusetzen, bin ich mit den jetzigen Entwicklungen doch ziemlich entspannt. Man musste zwar mal wieder einen Fall dafür nutzen, der ihre private und emotionale Lage nahezu fast 1:1 wiedergibt und bei dem sie selbst gemerkt hat, dass ihre Hormone das Ruder übernommen haben und Liza Schumaker nicht unbedingt sympathisch daher kam, aber es nahm ein rührendes Ende. Können wir Mark Asher bitte als festen wiederkehrenden Gaststar haben? Ich mag ihn nämlich total gerne. Ähnlich wie bei John hatte man auch bei Hannah eine Fortsetzung der Handlung, die die Vergangenheit von ihr näher beleuchtet. Ich kann durchaus verstehen, warum sie all die Jahre dachte, ihr Vater gibt ihr die Schuld am Tod seiner Frau, die er so geliebt hat. Im Übrigen hätte die Mutter am liebsten kennenlernen können. Marks Beschreibung zu ihr sowie die Erklärungen warum und wieso seine Tochter ihr so ähnlich ist, haben mich wahnsinnig berührt und vor allem kann man jetzt davon ausgehen, dass bei dieser Geburt alles gut gehen wird. Im Übrigen wäre ein Update zu Natalie Manning auch einmal nett. Sie war ja um einiges weiter als Hannah und müsste mittlerweile zweifache Mutter sein.

Kommen wir noch kurz zu dem Teil, der mir nicht gefallen hat, obwohl er aktueller denn je ist. Aber mir gefällt nicht, dass man Theo Rabari wieder als jemanden hinstellt, für den offenbar doch die Technik an erster Stelle steht und er sich mehr darauf verlässt als auf Menschenkenntnis, Erfahrungen und Einschätzungen. Damit macht man Theo nämlich leider auch zu einer Art Antagonist, wobei er wirklich gute Seiten hat, er hat Daniel Charles allerdings auch gnadenlos hintergangen und dann auch noch bestraft. Ich bin nicht gänzlich dagegen, wenn man KI in der Medizin nutzt. Aber gerade in der Psychologie und Psychiatrie sollte es eher ein Zusammenspiel und eine Ergänzung beider Dinge sein. Stattdessen würgt man Daniel mit dem Tod von Linda Meyers gleich noch einen rein, bei der er abgelehnt hatte, dass sie ein neues Spenderherz bekommt, wobei ich hier noch immer Justin Morris für den Schuldigen halte. Ich bin aber wirklich mal auf den 'Kampf' gespannt, für den sich Daniel und Sharon zusammentun, damit er seine Stelle behalten kann. Mich würde auch nicht wundern, wenn sie dafür auch Miranda Lewis ins Boot holen. Eine teure Uhr braucht man nicht, aber Unterstützung, und die kann sie ganz sicher liefern.

Fazit

"Chicago Med" liefert eine Episode ab, bei der die Fäden der vergangenen Episoden enger gezogen werden und man sich sicher auf ein spannungsgeladenes Staffelfinale einstellen kann, das auch ordentlich die Emotionen durcheinander wirbeln wird.

Daniela S. - myFanbase

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