Bewertung: 7

Review: #12.13 Das Dream-Team

Foto: Grey's Anatomy - Copyright: 2017 ABC Studios; ABC/Tony Rivetti
Grey's Anatomy
© 2017 ABC Studios; ABC/Tony Rivetti

Was macht eine gute "Grey's Anatomy-Episode aus? Normalerweise würde ich jetzt herzerwärmende Patientenfälle, großartige Entwicklungen in den Beziehungen und starke Figuren an dieser Stelle nennen, doch diese Folge hat andere Zutaten: Cheerleader, Frankenstein-OPs und vor allem: Lästereien und Geheimnisse!

Dream Team

Die Operation dieser Episode darf sich durchaus in die "Hall Of Fame" der gruseligsten Operationen der Seriengeschichte stellen, gleich nach dem Herz in der Kiste oder den diversen Behandlungen während des Flugzeugabsturzes. Das Team um Callie hat sich dazu entschlossen, einem Mann ein Bein zu amputieren und sein anderes zu zentrieren, sodass er nur noch eines benötigt. Das ist so verdammt gruselig, dass ich in den ersten Sekunden dieser Episode wirklich sprachlos dasaß und mich eher gefragt habe, wie das Leben dieses Mannes wohl später aussehen wird. Ich kann die Vorbehalte seines Arztes Dr. Thorpe gut nachvollziehen und hätte ähnlich verbissen und misstrauisch reagiert: Der Plan unserer Ärzte klang einfach viel zu wahnsinnig und zu unglaublich! Für mich sah das Ganze schon ein bisschen wie Science Fiction aus, weswegen sich Callie meiner Meinung nach den Spitznamen Frankenstein mehr als deutlich verdient hat. Ich würde nur zu gern sehen, wie das Leben dieses Patienten nun aussehen wird und ob er überhaupt laufen könnte.

Das Interessante an dieser Storyline ist allerdings weniger der Fall an sich. Bei solchen Eingriffen kann man sich als langjähriger Zuschauer von vornerein sicher sein, dass sie erfolgreich verlaufen und die Ärzte wieder mal unter Beweis stellen können, dass sie zu den Besten der Besten gehören. Nein, für mich lag das Highlight eher in der Teamarbeit der behandelten Ärzte, die sie wahrlich zu dem angekündigten "Dream Team" gemacht haben. Meredith, die zuletzt mit Callie einen Streit wegen Penny ausgefochten hatte, ist nun wieder hundertprozentig für die unsichere Callie da und erklärt ihr, dass sie es schaffen kann. Alle verteidigen Callie während der Operation vor Dr. Thorpe und halten ihr den Rücken frei, während sie sich einen brillanten Plan B einfallen lässt. Am besten hat mir hier allerdings eindeutig Bailey gefallen. Richtig gehört, Bailey. Sie kann hier nämlich deutlich zeigen, dass sie grandiose Chief-Qualitäten besitzt und macht nicht nur Callie während der Operation Mut, sondern sorgt mit ihrem "Beten" auch dafür, dass die anderen Ärzte in sich gehen und sich gemeinsam auf die OP einstimmen. Ihre Eichhörnchen-Metapher war dabei einfach nur das i-Tüpfelchen! Nachdem ich sonst immer wieder von Bailey irritiert bin, war sie in dieser Folge einfach nur großartig.

Jackson und Meredith erregen im fremden Krankenhaus die Aufmerksamkeit der anderen Ärzte und werden angeflirtet, realisieren es aber beide im ersten Moment überhaupt nicht. Jackson schien das ganze eher peinlich zu sein, als dass es ihm gefallen würde und ist nicht wirklich darauf eingegangen. Seine nachdenkliche Reaktion, als er Aprils Stimme im Bus hörte, spricht Bände; er ist wohl zurzeit lieber alleine, als sich wieder auf einen Flirt einzulassen. Meredith hingegen wird direkt von Dr. Thorpe um ihre Telefonnummer gefragt. Von ihrem Gespräch mit ihm bekommen wir nichts mit, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass die beiden ein Date ausgemacht haben. Nach ihrer Erkenntnis vor einigen Folgen (#12.10 All I Want Is You), nicht mehr alleine sein zu wollen, ist diese Entwicklung nur die logische Konsequenz und mittlerweile ist Derek in der Serienhistorie schon seit etwa zwei Jahren tot. Daher gefällt es mir auch, dass sie hier sich langsam aus ihrer Witwenrolle befreit und aus ihrem Schneckenhaus kommt; das Ganze bietet sehr viel Potenzial. Ich hoffe allerdings, dass wir von Dr. Thorpe ein facettenreicheres Bild bekommen. Außer einem guten Aussehen, einer Arroganz, einem Misstrauen anderen Ärzten gegenüber und einer Loyalität gegenüber seinen eigenen Patienten kann ich kaum Charakterzüge ausmachen. Das sind ja im Grunde genommen auch bloß Dinge, die jeden Arzt der Serie charakterisieren. Ehrlich gesagt hätte mir es besser gefallen, wenn sich Meredith und Nathan weiter angenähert hätten, da mir die gemeinsamen Szenen der beiden in der letzten Folge #12.12 My Next Life sehr gut gefallen haben. Warten wir also mal lieber ab, was sich hier noch bei Meredith entwickeln wird.

Gossip Girls

Im Krankenhaus stehen vor allem Lästereien und Gerüchte im Vordergrund, was super durch die dauerlästernden und gemeinen Cheerleader symbolisiert wurde. Insbesondere Penny und Stephanie, die sich über ihre Highschool-Erfahrungen ausgetauscht haben, haben mir dabei gefallen und Pennys "You made high school hell for me!", als sie von Stephanies Cheerleader-Vergangenheit erfuhr, war großartig! Sie haben allerdings gemeinsam auch hervorragende Lästerschwestern abgegeben und haben nicht nur gegen Ben gestichelt, sondern auch den armen Andrew verunsichert. Die Freundschaft der beiden überzeugt durchweg und bin ich der einzige, der Penny immer mehr mag? Stephanie ist sowieso genial! Wie sie sich der Cheerleader annimmt, ihnen den Kopf wäscht und sie am Schluss wie die Königin der Cheerleader völlig im Griff hat, war wirklich witzig geraten. Alex' Ver- und Bewunderung habe ich hier komplett geteilt.

Zu Ben hatten Steph und Penny ja einiges zu sagen und auch Webbers harsche Reaktion war mehr als verständlich, aber ich war wirklich beeindruckt von ihm. Der ist wohl mit seiner Clipboard-Aktion in die Lehre von Owen und seinem Kuli-Luftröhrenschnitt gegangen! Es hat mich auch wirklich gefreut, mehr von Ben zu sehen zu dürfen. Jason Winston George ist seit dieser Staffel Hauptdarsteller und bis jetzt hat man das nicht wirklich ausgenutzt. Die Rolle des gefallenen Musterschülers hat ihm jedenfalls sehr gut gestanden und seine Badass-Aktion hat Bailey auch eher angetörnt als wütend gemacht. Als Chief war sie damit ja in einem kurzen Gewissenskonflikt, dem sie sich aber gestellt und eine rasche und bestimmte Entscheidung über ihren Ehemann getroffen hat. Habe ich schon gesagt, dass mir Bailey in dieser Folge sehr gut gefallen hat?

An anderer Stelle hätten wir Maggie und den bereits erwähnten Andrew, die in dieser Folge nach einigem Hin und Her mit ihrer Beziehung endlich an die Öffentlichkeit gehen. Die beiden werden wohl selbst in den nächsten Folgen unter den Beschuss der Lästereien geraten, was Andrew wohl bei seiner Umarmung mit Maggie durch den Kopf gegangen ist. Bei Maggie hat mir insbesondere wieder die Freundschaft mit Alex gefallen. Er sagt ihr auf den Kopf zu, dass sie Andrew nicht richtig behandelt und sie über ihren Schatten springen soll. Alex war dabei gleichzeitig ehrlich und sensibel, was einfach eine wahnsinnig tolle Seite an ihm geworden ist. Die Art, wie Maggie schließlich ihr Geheimnis preisgibt, ist auch so bezeichnend für sie! Wie sie sich in ihrer dorky-süßen Art stetig verhaspelt, von Arizona währenddessen ausgelacht wird, und Nathan überhaupt nicht weiß, wie ihm geschieht, war einfach nur grandios! Zu dieser ganzen Geschichte möchte ich nur sagen, dass mir das Paar immer mehr gefällt, obwohl es eine für "Grey's Anatomy" typische Beziehung ist. Dies liegt vor allem an den beiden Charakteren und an dieser tollen Chemie, die sich schon in wenigen Folgen zwischen den beiden entwickelt hat. Ich freue mich wirklich, mehr von den beiden zu sehen!

Kurze Eindrücke

  • Von April bekommen wir diese Folge weniger mit, doch sie und Arizona haben gemeinsam einfach immer die besten Szenen! Wie sie über Aprils Geheimnis sprechen, Webber dazukommt und neugierig nachhakt, war einfach nur göttlich!
  • Meredith und Jo werden wohl auch nie Freundinnen, oder? Dass Meredith Penny versichert, dass sie lieber sie statt Jo an ihrer Seite bei der OP gehabt hätte oder dass sie Jo später den Mund verbietet, sagt ja einiges aus. Ich meine, bis vor wenigen Folgen hat Meredith Penny für den Tod ihres Ehemanns verantwortlich gemacht! Sie muss wirklich ein riesengroßes Problem mit Jo haben.
  • Amelia ist immer noch irritiert von Owens Angebot, neu anzufangen. Sie wirkt dabei aber glücklich und unbeschwert. So soll sie bitte bleiben! Ihre schwesterliche Beziehung mit Maggie ist auch wieder mal schön anzusehen gewesen.
  • Kam es nur mir merkwürdig vor, dass insbesondere Bailey Meredith zum Daten bringen wollte? Erinnert sich noch jemand an die Episode #6.11 Die Entscheidung, in der Derek sie damals verkuppeln wollte und wie sie sich entschieden dagegen gewehrt hatte? Hier hätte ich mir viel mehr Fingerspitzengefühl erhofft.


Fazit

Ein gruseliger Patientenfall, ein neuer Flirt für Meredith, Ben in Höchstform und die Lästerschwestern Penny und Stephanie waren bereits wunderbar, doch wenn die sonst so irritierende Bailey mich vollends überzeugt, bin ich einfach nur hin und weg! Mit dieser Folge wird die zweite Hälfte der zwölften Staffel eingeleitet und nach dieser Folge bin ich der festen Überzeugung, dass diese weiterhin so stark bleiben wird.

Lux H. - myFanbase

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Diskussion zu dieser Episode

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