Bewertung: 6

Review: #6.03 Paranoia

Das Oberthema dieser Episode ist Paranoia. Der Patient Tom leidet an paranoider Schizophrenie und sieht sich von Außerirdischen verfolgt, doch auch die Ärzte und anderen Angestellten des Seattle Grace Hospitals leben in Furcht und fühlen sich bedroht. Sie bangen um ihre Jobs.

Vor allem Cristina fürchtet, nach der Zusammenlegung des Seattle Grace mit dem Mercy West für überflüssig befunden zu werden, und hängt sich an Arizona, um im Schutz der Kindermedizin der Entlassungswelle zu entgehen. Cristina als Kinderärztin? Warum eigentlich nicht? Als nächstes übernimmt dann Rambo die Leitung einer Kindergartengruppe und der Terminator unterrichtet Kunst an der Grundschule. Natürlich ist Cristina als Kindermedizinerin völlig ungeeignet. Sie liebt es zu operieren und fährt auf schwierige, anspruchsvolle Eingriffe ab; auf ängstliche Kinder eingehen, mit ihnen zu sprechen und zu spielen, liegt ihr überhaupt nicht. Das wird in dieser Episode auch sehr schön deutlich und bietet amüsante Szenen. Dass Arizona nicht selbst erkannt hat, dass Cristina nur Interesse an der Kindermedizin vorgibt, um ihre Ausgangslage zu verbessern, ist angesichts der im Seattle Grace herrschenden Panikstimmung etwas verwunderlich, doch muss man Arizona zu Gute halten, dass sie Cristina ja noch nicht richtig kennt und zudem nicht der misstrauische Typ ist.

Viel überraschender finde ich, dass Bailey plötzlich Alex zu ihrem Lieblingsschüler auserkoren hat. Wie genau passt das zu ihrem in der vorherigen Episode angesprochenen Entschluss, sich emotional weniger auf die Ärzteclique um Meredith einzulassen? Es ist ja nicht so, als wäre Alex ein Stein und hätte nie irgendwelche Probleme. Sicherlich gab es mal eine Zeit, wo man sagen konnte, dass Alex etwas außen vor ist und niemanden an sich heran lässt, doch das ist längst nicht mehr so. Er ist jetzt mit Izzie verheiratet und holt sie aus einer OP, um sie mit Medikamenten zu versorgen und mit Wasser und einer Banane zu füttern. Übrigens eine sehr süße Szene.

Gut gefallen hat mir in dieser Episode vor allem Lexie. Derzeit entwickelt sie sich ein wenig zum heimlichen Star der Serie und wirkt sehr engagiert. Nachdem sie in den ersten beiden Episoden der Staffel als Familienersatz für die Patientin Clara alles gegeben hat, setzt sie sich nun für den schizophrenen Tom ein und findet, auch nachdem er sie körperlich attackiert hat, einen Draht zu ihm. Immerhin heißt die Serie "Grey's Anatomy", da liegt es doch gar nicht so fern, die zweite Grey ein wenig in den Fokus zu rücken, während die erste Grey wegen des Mutterglücks der Darstellerin Ellen Pompeo ein wenig kürzer tritt.

Von der Entlassungswelle sind am Ende erwartungsgemäß keine Hauptcharaktere betroffen, sondern nur einige Nebencharaktere, die eigentlich keine große Rolle gespielt haben und keine Lücke reißen, wie Olivia Harper. Die Krankenschwester war zwar seit der ersten Staffel immer mal wieder zu sehen, ihr letzter Auftritt vor dieser Episode lag aber schon einige Zeit zurück (#4.05 Asche zu Asche). So berührt ihr Abschied wenig und die Wirkung der Entlassungswelle, die zu Beginn der Folge noch als so bedrohlich dargestellt wird, verpufft am Ende. Natürlich besteht immer noch die Möglichkeit, dass es weitere Entlassungen gibt, wie Cristina sofort betont, aber fürs erste sind alle sicher. Die großen Veränderungen können also nur durch die neuen Kollegen aus dem Mercy West herbeigeführt werden. Mal sehen, ob da mehr kommt.

Maret Hosemann - myFanbase

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