Bewertung: 5

Review: #5.08 Helden der Saison

Was war das für eine langweilige Folge?! Vince, Vince und nochmals Vince. Ich habe das Gefühl, zusammen mit seinem Vater füllt er mehr als die Hälfte der Zeit allein aus. Ich hätte gern mehr von Beckys vergrabenen Gefühlen über ihre Abtreibung gesehen, selbst Julie und Derek haben mehr Potential! Doch während man sich bei diesen Geschichten die Ereignisse zwischen den Szenen selbst denken muss, ist es Vince, über den wir jede Kleinigkeit erfahren. Hätte Matt nicht am Ende die Tür geöffnet - ich wüsste gar nicht, auf was ich mich in der nächsten Folge freuen sollte...

"I'm sure your father has your best interest in mind. But I tell you something. He's driving you in the wrong direction."

Ist es das Ziel der Autoren von "Friday Night Lights", Vince als unsympathischen Charakter zu zeichnen? Denn so langsam habe ich das Gefühl. Selbstbewusstsein ist gar kein Ausdruck mehr für seine Verhaltensweise! Er interessiert sich in keinster Weise für seine Teamkameraden oder Coach Taylor. Stattdessen lässt er sich von seinem Vater in den Himmel loben und bemerkt dabei gar nicht, wie viel er durch sein Verhalten verlieren kann. Jess geht es ganz offensichtlich ähnlich wie mir, denn statt an den Lobpreisungen auf Vince teil zu nehmen, zieht sie sich zurück und beobachtet die Situation argwöhnisch. Auch Luke und Hastings können mit dem "neuen" Vince nicht umgehen und nutzen ein Fernsehinterview, in dem sich Vince selbst in den Himmel gelobt hat, als Anstoß, um sich über ihn lustig zu machen. Und wer kann es ihnen verübeln?

Ich komme nicht damit klar, dass er sich so verändert hat. Er ist von einer starken Persönlichkeit zu einem Kind geworden, dass nichts mehr will als die Anerkennung seines Vaters, der ihn so lange allein gelassen hat. Während ich mich in #5.03 The Right Hand of the Father noch für ihn freuen konnte, dass er von seinem Vater gelobt wurde, so kann ich das Verhalten von Vince sowie seines Vaters nicht mehr gutheißen. Es wird uns wohl noch bis zum Ende der Staffel begleiten, aber innerlich hoffe ich, dass diese Handlung mit der Rückkehr der ehemaligen Hauptcharaktere endlich mehr in den Hintergrund gerät und in einem erträglichen Maß beendet wird - wie, ist mir mittlerweile wirklich egal!

"I believe you have a future."

Wenn ich gerade dabei bin, meinen Unmut über diese Episode zum Ausdruck zu bringen, kann ich auch Epyck nicht außer Acht lassen. Ich habe wirklich versucht, dieser Handlung eine Chance zu geben. Doch es blieb bei dem Versuch. Ich kann mich mit Epyck nicht im Geringsten identifizieren und mich somit auch nicht in sie hineinversetzen. Warum übertreibt sie immer so mit ihren Reaktionen? Und warum kann man sich nicht einfach mal in Ruhe mit ihr unterhalten und als Zuschauer etwas über sie erfahren, was einen etwas positiver stimmt?

Ich verstehe Tami, sie war schon immer die fürsorgliche Vertrauensperson und will ihre Rolle unter allen Umständen aufrecht erhalten. Es ist ihr großes Ziel, zu Epyck durchzudringen und ihr Vernunft in den Kopf zu pflanzen. Doch um ehrlich zu sein, sehe ich das nicht kommen.

"I like Luke. I like him a lot. But like... It's akward and it's weird and every time he touches me, I'm just like 'you're stupid, you're stupid...'."

Becky hat sich in der letzten Staffel eindeutig zu meinem Lieblingscharakter hochgearbeitet und schafft es noch immer, mich mit ihren Handlungen und Gefühlen zu begeistern. Ich bin froh, dass Beckys Abtreibung endlich wieder thematisiert wurde. In #4.10 I can't beendete sie das Telefonat mit Luke so traurig und saß anschließend wie ein Häufchen Elend auf ihrem Bett. Und in der nächsten Folge war auf einmal alles wieder ok, jedenfalls schien es so nach außen. Doch mir persönlich ging das zu schnell, denn Becky konnte den Verlust nicht wirklich verarbeiten. Ihr Ausbruch vor Mindy und deren Freundinnen zeigt nun, wie sehr Becky noch immer leidet und weshalb sie es auch vermeiden wollte, ihrer Beziehung zu Luke eine Chance zu geben. Denn so lange dieser nicht da ist, wird sie nicht an ihre Abtreibung erinnert.

Was mir etwas Sorgen bereitet, ist das langsame Heranführen von Becky an den Stripclub. Sie sieht, wie viel Mindy verdient und kann es kaum fassen. Becky selbst versucht durch ihre Teilnahme an Schönheitswettbewerben Geld zu verdienen, was ihr nur schwer gelingt und wobei sie auch in dieser Folge einen Rückschlag hinnehmen muss. Ich mag Becky sehr, aber ich weiß nicht wie ich über sie denke, wenn sie in diesem Low-Class-Stripschuppen anfängt. Ganz davon abgesehen, dass sie noch minderjährig ist und das zu Problemen führen kann, an die ich gar nicht denken möchte. Hoffentlich passen Mindy und Billy auf, dass sich Becky nicht zu sehr in diese Richtung ziehen lässt.

"I talked to Derek and before you say anything, it was just honestly what I needed."

Irgendwie schaffe ich es bzw. bilde ich es mir ein zu schaffen, in Julies Inneres blicken zu können, besser als jemals zuvor. Ich sehe in ihr, wie traurig sie noch immer über das Zerbrechen von ihrer Beziehung zu Matt ist. Und dass sie jemanden sucht, dem sie sich anvertrauen kann, der für sie da ist. Zu Beginn ihres Studiums war dies Derek. Der Einzige, mit dem sie an der Uni wirklich reden konnte. Doch mit etwas Abstand konnte sie nun sehen, dass es falsch war und sie versucht nun, neuen Mut für die nächsten Schritte zu fassen. Wie schon in den vergangenen Reviews oft gesagt, dauert mir das ein wenig zu lang - doch Julie braucht halt etwas länger...

Mit einem Auftauchen von Derek, der nun auch um Julie zu kämpfen versucht, habe ich absolut nicht gerechnet. Doch Erics Reaktion darauf hat mir sehr gut gefallen. Klar, es war etwas übertrieben, doch er hat so viele Aggressionen angestaut, die er versucht, nicht an seiner Tochter auszulassen und auf Derek konzentriert, dass eine andere Reaktion fast nicht möglich gewesen wäre. Und Eric mit einem Fahrradlenker, der auf Derek losgeht - das hätte ich auch auf keinen Fall missen wollen.

Und das Beste kam zum Schluss: Da schaue ich einmal nicht auf die Credits und es hätte kein besserer Augenblick sein können. Am Ende der Folge war ich ziemlich überzeugt, dass Julie auf der Autobahn umdreht, um zu Derek zu fahren. Und als dann plötzlich Matt die Tür öffnete, fühlte ich mich, als wäre ein neues/altes Zeitalter von "Friday Night Lights" angebrochen. Es brauchte nur einen Blick von Matt und auf einmal war wieder alles wie früher.

Fazit

Als Matt am Ende die Tür aufgemachte, war es auf einmal wieder da: Das verlorengegangene FNL-Feeling. Ich gehe mit großen Erwartungen in die nächste Folge und hoffe, diese Episode so schnell wie möglich vergessen zu können.

Sophie Blumengarten - myFanbase

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