Bewertung: 6

Review: #5.04 Augen auf

Und wieder eine Folge "Friday Night Lights", die realitätsnah Probleme an einer Highschool in Texas darstellt. Klingt langweilig? War es irgendwie auch.

"I'll be out of here tomorrow. So, good news for you."

Fangen wir mit dem Positiven an: Wie immer konnte mich Beckys Geschichte am meisten überzeugen. Sie hat es nicht gerade leicht, mit einer Mutter, die sich selbst noch wie ein Teenager benimmt, und einem Vater, der längst eine neue Familie gegründet hat. Ich verstehe nicht, warum Beckys Vater sie unbedingt bei seiner Familie haben will. Es ist offensichtlich, dass sich seine neue Frau nicht im geringsten für Becky interessiert. Und auch ihr Vater denkt eher an sich als an seine Tochter, sonst hätte er bemerken müssen, wie schlecht es ihr in seinem Haus geht.

Vor allem Mindy konnte mich in dieser Folge beeindrucken. Natürlich war der Fortlauf der Geschichte vorhersehbar. Doch dennoch sehr schön mit anzusehen. Noch vor zwei Folgen hätte sie alles getan, um diesen jungen Hüpfer, der eine Versuchung für ihren Mann darstellen könnte, aus dem Haus zu werfen. Und nun stellt sie sich vor Becky und beschützt sie. Ich freue mich für Becky, denn ich habe das Gefühl, so etwas hat sie lange nicht mehr erlebt.

"Everything's about Vince."

Zur Zeit ist es immer nur Vince, Vince und nochmals Vince und so langsam bekomme ich Probleme damit. Schon in der letzten Staffel waren es seine Handlungsstränge, die mich am wenigsten überzeugen konnten. Ich weiß, dass es nicht am Schauspieler liegt, denn in "Parenthood" finde ich Michael B. Jordan sehr sympathisch und kann mich mit ihm viel besser identifizieren. Es sind also entweder die Storylines, die ihm geschrieben werden, oder der Charakter Vince Howard an sich. Seine Probleme mit Jess sind einfach lächerlich und irgendwie konnte ich den beiden in dieser Folge nichts abgewinnen. Schon in der zweiten Folge dieser Staffel, als Jess und Vince eine Auseinandersetzung über Rally Girls hatten, hat mich ihre Beziehung das erste Mal abgeschreckt. Wenn das jetzt ewig so weiter hin und her geht... Darauf habe ich echt keine Lust!

Abgesehen davon verstehe ich nicht, was zwischen Vince und seinem Vater seit der letzten Folge vorgefallen ist. Warum ist Vince auf einmal wieder so auf Abstand? Die Wogen schienen geglättet und auf einmal dieser Gefühlsumschwung. Und was soll uns das Ende sagen, als Vince zu den Coaches der TMU gebeten wurde, Luke aber nicht? Entsteht dort möglicherweise ein Zweikampf um einen Platz in der Footballmannschaft der TMU? Ich glaube, dann mag ich "Friday Night Lights" nicht mehr. Ich gönne es Luke von Herzen, mehr als Vince und ich wäre unendlich enttäuscht, wenn die TMU tatsächlich nur Vince auswählen würde...

Obwohl Jess und Vince zusammengehören, fand ich Jess allein in dieser Folge sehr cool. Der Umgang mit den Spielern der Lions zeigte, was für eine starke Persönlichkeit sie ist, doch dann ist Vince eingeschritten und hat das ganze in ein Beziehungsdrama verwandelt. Ohne Vince könnte Jess ihren Platz im Team definitiv behaupten, wenn nicht sogar ausbauen. Doch der Einfluss von Vince lässt mich daran etwas zweifeln.

"He loves football. He just ain't knowing that yet."

Ist es ein gutes Zeichen, wenn eine Nebengeschichte mit das meiste Potential hat? In meinen Augen schon. Denn mit der Rückkehr von Buddy Jr. - übrigens wunderbar gecastet - nach Dillon sehen wir Buddy auf einmal in einer ganz neuen Rolle. Zwar konnten wir schon in der dritten Staffel mit ansehen, wie er sich bei der Erziehung von Lyla geschlagen hat, doch Buddy Jr. ist ein anderes Kaliber. Er ist rebellisch und braucht im Gegensatz zu Lyla eine Figur in seinem Leben, die ihn leiten kann. Buddy, der mit dieser Aufgabe sichtlich überfordert ist, kennt nur einen Ausweg: Football. Wie sollte es für Buddy und Texas auch anders sein? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Aufnahme ins Team der Lions Buddy Jr.'s Probleme löst und er von jetzt auf gleich ein besserer Mensch wird.

"I came here to tell you that the whole thing between you and me..."

Julies Affäre mit dem Hochschulmitarbeiter - was soll man dazu nur sagen? Ich kann mich in die Geschichte nicht wirklich hineinfühlen, da sie viel zu wenig angerissen wird. Auf der anderen Seite wird sie viel zu wenig thematisiert, dass sie etwas anderes darstellt als eine Füllstoryline. Im Moment frage ich mich nur, warum das alles inszeniert wurde. Um Julie in einem anderen Licht darzustellen? Um zu zeigen, dass sie erwachsen geworden ist? Bzw. sich nicht mehr an die Normen der Gesellschaft hält? Mehr als die moralischen Fragen an ihrer Affäre mit Derek beschäftigen mich die Hintergründe der Autoren, so eine Storyline für Julie zu schreiben. Und dafür habe ich im Moment, mit der Screentime die Julie bekommt, einfach keine Antwort. Genau das ist in meinen Augen derzeit das Schlimmste an dieser Affäre.

"I wish there was a way to punish these kids without just sending them home."

Normalerweise interessiere ich mich für Tami und ihre Probleme. Und wir konnten schon einmal sehen, was Tami mit ihrem Engagement erreichen konnte. Doch Epyck ist nicht Tyra. Sie ist nicht im Hauptcast und bevor ich etwas über sie erfahren will, sollte der Focus doch lieber auf Hastings gelegt werden. Deshalb hoffe ich einfach, für meine Beziehung zu "Friday Night Lights", dass Epyck in baldiger Zukunft keine große Rolle mehr im Leben von Tami spielt.

Fazit

Langsam verliere ich mein "Friday Night Lights"-Feeling. Warum flasht mich die Serie nicht mehr? Ich finde derzeit einfach keine Antwort darauf und hoffe, dass es wieder bergauf geht... Trotzdem noch sechs Punkte, denn verglichen mit anderen Serien bewegt sich FNL noch immer auf hohem Niveau.

Sophie Blumengarten - myFanbase

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