Bewertung: 5
Lee Tamahori

James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag

"I know all about you - sex for dinner, death for breakfast."

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Nordkorea: James Bond (Pierce Brosnan) wurde verraten und ist vom Militär gefangen genommen worden. In Gefangenschaft wird er verhört und gefoltert und seine Freilassung findet erst 14 Monate später statt. Dies hat auch seinen Preis. Der MI6 muss für Bond ihrerseits den Gefangenen Zao (Rick Yune) übergeben. Bond sagt beim Austausch zu Zao, dass er ihn aufspüren wird, sobald er wieder zu Kräften gekommen ist.

Bond erhält eine neue Aufgabe, die ihn zum Millionären Gustav Graves (Toby Stephens) führt. Dort angekommen befindet er sich bei einer Präsentation, in der Graves einen neuen Satelliten vorstellt, welcher in der Lage ist, einen gigantischen Laserstrahl zur Erde zu schicken. Gleichfalls stellt er fest, dass die MI6-Agentin Miranda Frost (Rosamund Pike) eine Freundin des Millionärs ist. Allein die Existenz dieses Satelliten verleitet Bond dazu, etwas dagegen zu unternehmen. Unterstützung erhält er durch seine amerikanische Kollegin Jinx Johnson (Halle Berry).
Wird Bond es letztlich schaffen, während er die Pläne von Graves und Zao vereitelt, seinen Verräter ausfindig zu machen?

Kritik

Und es war vollendet. So oder so ähnlich klingt ein bekanntes Zitat, und dies dachten sich auch sicherlich die Macher dieses Bond-Streifens, allen voran Lee Tamahori, der Regisseur. Vielversprechend, so gut wie jeder Bond-Film, beginnt auch dieser Teil. Leise und unsichtbar examiniert er sein Ziel, und versucht schließlich mit einem großen Spektakel zu fliehen. Nichts Neues eben. Das einzig Neue ist, dass Bond dieses eine Mal fest genommen und im Grunde sein Schicksal damit besiegelt wird.

Etwas Neues, Originelles? Bei einem Bondfilm mit Brosnan? Schwer vorzustellen. Und es ist auch gar nicht machbar gewesen. Es hätte gar nicht erst versucht werden sollen, denn jeder Bonddarsteller, angefangen bei Sean Connery über Roger Moore bis Timothy Dalton verkörperte auf seine eigene Weise den Bond, wie ihn die Zuschauer lieben. Jetzt urplötzlich mit einem etablierten Agenten und Schauspieler einen Neuversuch zu starten, ging gnadenlos schief. Mit Brosnan kamen ohnehin schon zwei neue Personen ins Team: Zum einen Judi Dench als M, und zum anderen der neue Q, gespielt von John Cleese, welcher nach dem Tod von Desmond Llewelyn dessen Rolle übernahm. Insgesamt wurde in diesem Film an alte Zeiten angeknüpft, und es wurde versucht, den alten Charme wieder zu beleben. Letztlich ist es ein mit unzähligen Gadgets überhäuftes Millionenprojekt geworden, bei dem die Quantität, eine größere Rolle gespielt hat, als die Qualität.

Nun haben wir also erneut den charmanten Pierce Brosnan, der seinen lässig eleganten Bond präsentiert, und gleichzeitig anfangen soll, den Charakter als leicht schwächelnden Geheimagenten zu verkörpern. Wie soll dies funktionieren, wenn zu Ende des Filmes die Zuschauer ihren Helden in einem sich nach und nach zerstörenden Flugzeug vorfinden, und er nachher in einem Hubschrauber, welcher im Sturzflug auf die Erde zurast, flüchtet? Diesen Sturz hätte er keinesfalls überlebt, außer er hätte sich in ein gewisses rotes Auto gesetzt, welches unbeschadet im Reisfeld gelandet ist.

An Brosnans Seite steht diesmal seine Schauspielkollegin Halle Berry, die sofort Sympathie ernten kann. Schließlich ist ihr erster Auftritt am Strand. Dr. No lässt Grüßen. Dafür stellt sie sich aber keinesfalls ungeschickt an. Teilweise raubt sie Brosnan sogar die Show. Es war eben ein weiterer Versuch, hier etwas Neues zu versuchen.

Die Handlung wirkt indes fast schon einfallslos und ziemlich kindisch, oder der Eindruck wird von kindischen Masken, beispielsweise bei Zao mit Diamanten im Gesicht, getrübt. Und wie war das nochmal in "GoldenEye"? Da schwebte die Gefahr auch über den Köpfen der Zivilisation. Zwar wurde im 20. Film die Technik erneuert, aber alt bleibt alt. Dies gilt auch für die CGI-Technik. Lieber hätten sie auf diese verzichtet, so hätten sie sich die Peinlichkeit erspart, zum Abschluss einen solchen Abschuss zu landen. Absolut unrealistisch. Und dies sage ich über einen Bond-Film.

Fazit

Über alle Maße übertriebener Actionfilm, mit routinierten Schauspielern und sehr ausgeklügelten Drehorten, aber dafür mit einer zu vereinfachten und durchschaubaren Handlung.

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Ignat Kress - myFanbase
07.09.2010

Diskussion zu diesem Film