Bewertung: 7
Martin Campbell

James Bond 007 - GoldenEye

"Ich hab die Zünder auf sechs Minuten eingestellt, dieselben sechs Minuten, die du mir gegeben hast. Das war das Wenigste, was ich für einen Freund tun konnte." - "Was bedeutet das?" - "Wir haben drei Minuten."

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Das sowjetische Geheimprojekt GoldenEye sollte während des kalten Krieges den Russen einen Vorteil verschaffen. GoldenEye ist ein Satellit, der in der Lage ist, mittels einer atomaren Explosion sämtliche durch Elektronik verbundenen Gerätschaften auszuschalten. Die Untergrundorganisation "Janus" möchte sich dieser Waffe bemächtigen, und sprengt dafür die gesamte Kommandozentrale von GoldenEye in die Luft, und dennoch gibt es Überlebende.

Der MI6 schickt nun seinen besten Mann, 007 alias James Bond (Pierce Brosnan) los, um die Übeltäter ausfindig zu machen und gegebenenfalls auszuschalten. Bei seinen Ermittlungen, unter anderem in St. Petersburg, findet er heraus, dass zu "Janus" auch ein alter Bekannter gehört: Sein ehemaliger Kollege 006, Alec Treveljan (Sean Bean). James Bond ist von dieser Erkenntnis zunächst sehr schockiert, doch muss er sich schnell wieder zusammenreißen, denn die Hetzjagd um die Sicherheit der Welt hat begonnen.

Kritik

Nach einer langen Pause kehrte 1995 James Bond in einem ganz neuen Look zurück. Es wurde eine förmliche Revolution erwartet, denn in den 90ern galt es, mit viel Geld viele Dinge in die Luft fliegen lassen zu müssen. Ebenso sind Verfolgungsjagden zum Standard geworden, was die Bond-Macher natürlich neu erfinden mussten. Ein Bond jagt seinen Feind nicht mit einem Auto, wie es Daniel Craig jetzt wieder macht, sondern ganz elegant mit einem russischen Panzer, und das auch noch durch die halbe Innenstadt von St. Petersburg. Selbstverständlich gehen dabei einige Dinge zu Bruch.

Über die Neubesetzung für James Bond durch Pierce Brosnan lässt sich streiten, elf Jahre später war es mit Craig genauso. Auf jeden Fall strahlt Brosnan während des kompletten Filmes britischen Charme aus und bestreitet seine Kampfhandlungen ziemlich souverän und lässig, so wie es sich für einen wahren Bond gehört, von daher gibt es in diesem Punkt keine schlechte Bewertung.

Was vielmehr stört, ist die Handlung im Gesamtüberblick, so haben wir da eine russische Untergrundorganisation, die in der Lage ist, einen sowjetischen Hochsicherheitstrakt zu überfallen, und zudem noch die Kontrolle über die stärkste Waffe zu übernehmen. Wenn dies so leicht ist, wieso haben es dann nie die US-Amerikaner versucht? Schauen wir über diesen großen Logikfehler hinweg, bleiben viele stupide Vorurteile, wie Sowjets auszusehen haben, wie sie sich verhalten und wie sie kämpfen. Eine witzige Szene findet in St. Petersburg statt: Es marschiert ein Trupp Soldaten mitten durch die Stadt. Sowas gab es nie, und gibt es nicht. Nicht einmal in Nordkorea derzeit.

Ausgeklügelt ist die Inszenierung dennoch. So hat Bond nicht den üblichen Hauptgegner - bei Daniel Craig gibt es zum Beispiel überhaupt keinen Gegner in Person -, sondern mehrere. In diesem Fall sind es zwei, die zugegebenermaßen keine Idioten in ihrem Fach sind. So hat Bond mehrmals Schwierigkeiten, diese außer Gefecht zu setzen, was glücklicherweise die Spannung aufbaut.

Aufgewertet wird der Film natürlich durch seine Titelmelodie, von Tina Turner gesungen, und von Eric Serra geschrieben. Sie spiegelt genau das wieder, was Bond anno 1995 sein sollte: frisch, erfahren, gnadenlos. Ach, und sexy natürlich auch. Für Frauen war Brosnan doch ein Augenschmaus, meinten zumindest viele Frauenzeitschriften. Aber einmal ernsthaft: Es gibt wohl deutlich mehr Männer als Frauen, die sich einen Bond-Film anschauen, und deshalb gibt es wie immer ein Bondgirl, oder zwei. Ohne Zweifel, Izabella Scorupco und Famke Janssen sind sexy. Allein dafür lohnt es sich, einzuschalten.

Fazit

Wie gerade erwähnt: Es lohnt sich, aber nicht nur wegen den zwei Frauen, sondern auch aus dem Grund, dass dieser Brosnan-Bondfilm, trotz einiger Macken, der Beste ist.

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Technische Details

Format: PAL, Dolby, DTS
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Region: 2
Bildformat: 16:9 - 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: MGM Home Entertainment
Erscheinungstermin: 01.10.2007
Extras:

  • Nicht verwendete Szenen (Mit der Einführung von Martin Campbell)
  • Die Martin-Chronik: Regie bei Bond
  • Vorproduktions-Featurette
  • Die Rückkehr von Bond - Pressekonferenz zum Produktionsstart
  • Anatomie einer Autoverfolgungsjagd: Remy Julienne
  • Anatomie eines Stunts: Panzer versus Perrier-Truck
  • Miniaturen: Derek Meddings
  • Auf Motivsuche mit Peter Lamont
  • GoldenEye: Die Geheimakten
  • Eröffnungsszene - Storyboard-Sequenz
  • Audio-Kommentar mit Regisseur Martin Campbell und Michael G. Wilson
  • Die Welt von 007 - Eine Dokumentation
  • Das GoldenEye Videotagebuch
  • Werbefilm GoldenEye
  • Musikvideo von Tina Turner
  • Kinoarchiv
  • Bond im Fernsehen
  • Bond im Radio und Bilderdatenbank


Ignat Kress - myFanbase
31.07.2010

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