Bewertung: 9
Peter Jackson

Herr der Ringe, Der - Die zwei Türme

"Eine rote Sonne geht auf: Es ist viel Blut geflossen!"

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Inhalt

Nachdem Gandalf in den Schlund von Khazad-dûm stürzte und Boromir starb, müssen sich die Gefährten trennen. Während sich die Hobbits Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) zu zweit auf dem Weg ins Lande Mordor machen, um den Ring zu zerstören, stoßen Aragorn (Viggo Mortensen), Legolas (Orlando Bloom) und der Zwerg Gimli (John Rhys-Davies) ins Königreich Rohan vor, das von Saruman bedrängt wird und dessen König Theoden (Bernard Hill) unter Sarumans Bann nicht mehr in der Lage ist, sein Land zu regieren. Die Hobbits Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) sind derweil immer noch in Gefangenschaft der Uruk-hais. Doch schon bald benötigt die Bezwingung der gefährlichen Mächte der zwei Türme die Gemeinschaft des Ringes zurück...

Kritik

Nachdem auch die größten Kritiker an der Verfilmung von Tolkiens Teil 1 der "Herr der Ringe"-Triologie kaum mehr etwas auszusetzen hatten, war die Spannung groß, ob es Peter Jackson auch beim zweiten Teil gelingen würde, sowohl Fans, als auch Kritiker hinter sich zu vereinen.

Ein Jahr lang mussten Fans warten, um endlich den zweiten Teil ansehen zu können, doch das Warten hatte sich gelohnt. Trotz aller Befürchtungen, dass es Peter Jackson mit dem zweiten Teil nicht gelingen würde, die Spannung zu halten, überzeugte das drei Stunden lange Kinoepos wieder alle Kritiker. Anders als bei Teil 1 erfordert nun die zerissene Gruppe um den Ring eine Teilung in die verschiedenen Handlungsstränge. Anders als im Buch erzählt Jackson diese drei verschiedenen Handlungsstränge nämlich gleichzeitig und springt immer wieder zwischen den verschiedenen Schauplätzen herum. Im Buch wurden diese Handlungen nacheinander erzählt. Doch auch das gelingt, ohne dass der Zuschauer die Übersicht verliert.

Auch die versprochene Action wird in dem Film geliefert, nicht nur die Schlacht um Helms Klamm ist wunderbar anzusehen. Die Special-Effects wirken durchweg autenthisch. Genauso wie die Zeichnung vom Wesen Gollum und der Baumwesen Ents, die allesamt authentisch und detailgetreu dargestellt wurden.

Der Film beginnt ohne einen Rückblick und ohne eine Erklärung bei der Kampfszene des Zauberers Gandalf (Ian McKellen) gegen den Drachen im Schlund von Khazad-dûm, mit der in Teil 1 die Gemeinschaft um den Ring ein wichtiges Mitglied verloren glaubte. Das macht es für einen "Herr der Ringe"-Neuling, der Teil 1 nicht gesehen hat und auch die Bücher nicht kennt, unmöglich, auch nur ansatzweise an der Story dranzubleiben. Aber dafür werden sich wohl die wenigsten in den Kinosessel gesetzt haben.

Wie auch bei Teil 1 bleibt Jackson bei der Verfilmung der Buchvorlage treu. Klar, wichtige Szenen mussten weichen und auch ganze Handlungsstränge fielen der Schere zum Opfer, aber dennoch ergibt auch Teil 2 eine zusammenhängende Geschichte, die einen von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zieht. So sind es in Teil 2 vor allem die starken Rollen der Frauen, die im Film nur noch angeschnitten werden. Sowohl Liv Tyler, als auch Cate Blanchett, die zwar beide auf dem Kinoplakat gezeigt werden, sind in nur wenigen Szenen zu sehen.

Vor allem die Verfilmung des Mittelteils war für Jackson die schwierigste Aufgabe gewesen. Denn Teil 1 hatte die lange Einführung in die Charaktere und die Gemeinschaft des Ringes, während Teil 3 die lange Schlusssequenz bringen sollte, wohingegen Teil 2 durchweg die Story vorantreibt, ohne großartig aufzuhalten.

Durch die Splittung der Geschehnisse schafft es diesmal kein Darsteller, sich in den Vordergrund zu spielen. Teil 2 überzeugt mehr durch die Action, als durch die Darstellung der verschiedenen Schauspieler. Dennoch gelingt es den Darstellern ihre jeweiligen Rollen großartig umzusetzen. Viggo Mortensen, genauso wie Orlando Bloom oder auch Elijah Woods, Sean Astin und John Rhys-Davies wissen zu überzeugen. Ebenfalls die hervorragende computeranimierte Darstellung des Geschöpfs Gollum, der mit Andy Serkins eine großartige Originalstimme bekommen hat. Doch auch "unsere" deutsche Stimme, die von Andreas Fröhlich stammt, kann sich hören lassen.

Fazit

Peter Jackson schafft es mit "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" an den großen Erfolg von Teil 1 anzuschließen. Der Film überzeugt mit viel Gefühl, viel Action und einigen großartigen Gänsehautmomenten.

Eva Klose - myFanbase
27.04.2008

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