Bewertung: 9
Peter Jackson

Herr der Ringe, Der - Die Gefährten

Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu Treiben und ewig zu binden.

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Inhalt

Vor vielen, vielen Jahren wurden 19 große Ringe geschmiedet. Drei von ihnen wurden den Elben, den reinsten aller Lebewesen, gegeben, sieben den Zwergenherrschern, den großen Bergleuten und geschickten Handwerkern, und neun Ringe wurden den Menschen gegeben, die vor allem nach Macht streben. Diese Ringe brachten den Ringträgern die Stärke und die Macht, jedes Volk zu leiten.

Aber diese 19 Ringe waren nicht die Einzigen, die gefertigt wurden: im Lande Mordor, im Feuer des Schicksalsberges, schmiedete der Dunkle Herrscher Sauron einen Ring, in den seine Grausamkeit, seine Bosheit und sein Wille floss, alles Leben zu unterdrücken. "Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkle zu Treiben und ewig zu binden."

Daraufhin fielen der Reihe nach die Länder Mittelerdes unter die Herrschaft des Ringes. Doch nicht alle ließen sich so leicht besiegen. Ein letztes Bündnis von Elben und Menschen trat in die Schlacht gegen Mordor und kämpfte an den Hängen des Schicksalsberges. Gegen die Macht des Ringes jedoch war es schwer anzukommen. Doch dann gelang es dem Menschen Isildur, den Ring an sich zu nehmen und so besiegten sie Sauron. Schon bald verfiel Isildur dem Ring. Der Ring jedoch hatte etwas anderes vor, er verriet Isildur und brachte ihm den Tod. Der Ring landete auf dem Grund eines Sees, wo ihn zweieinhalbtausend Jahre lang niemand fand. Erst das Geschöpf Gollum fand ihn und verfiel ihm, 500 Jahre lang. Dann verlor Gollum den Ring.

Gefunden wurde er schließlich von dem Hobbit Bilbo Beutlin (Ian Holm), der mit ihm in seine Heimat, in das Auenland, zurückkehrte. Nun lebt Bilbo, der seit Jahren den Ring besitzt, im Auenland gemeinsam mit seinem Neffen Frodo (Elijah Wood). Als Bilbo erneut aufbricht, um die Welt zu bereisen, überredet ihn der alte und weise Zauberer Gandalf (Ian McKellen), den Ring Frodo zu vermachen. Doch der Ring verbirgt mehr als sich Gandalf je zu fürchten gewagt hätte und nun liegt es an Frodo und seinen Gefährten, das Schicksal von ganz Mittelerde zu entscheiden.

Kritik

Mit Romanverfilmungen ist das so eine Sache, entweder sie gelingen, oder eben nicht. Und gerade bei Filmen, die auf Bestsellerbüchern basieren, ist es besonders schwer dafür zu sorgen, dass der Zuschauer, der das Buch gelesen hat, nicht enttäuscht ist. Klar, es fehlt immer viel, aber wenn man so darüber nachdenkt, hat es Peter Jackson mit seinen Drehbuchkollegen Frances Walsh, Stephen Sinclair und Philippa Boyens doch nahezu perfekt geschafft, alles Wichtige einzufangen.

Als Peter Jackson bekannt gab, dass er die Büchertrilogie verfilmen wird, gab es viele kritische Stimmen. Denn an diese Bücher hatte sich noch kaum einer gewagt. Zu genau hatte J.R.R. Tolkien die Welt rund um Mittelerde beschrieben und viel zu viele Fantasielebenwesen und Kreaturen kommen darin vor. In den 70ern und 80ern gab es einige Versuche, die Bücher mit Hilfe von Zeichentrick zu verfilmen, doch der Erfolg blieb aus.

Um so mutiger war es von New Line Cinema, in dieses Projekt des bis dahin eher unbekannten neuseeländischen Independent-Regisseurs Peter Jackson zu investieren. Aber Jackson selber hatte sich viel vorgenommen mit seiner Idee, aus den Büchern einen Film zu machen. Allein drei Jahre lang dauerte es, die drei Bücher in Drehbücher umzuwandeln. Dann ging es daran, Kulissen und Schauspieler zu finden. Um Geld zu sparen, drehte das Team rund um Peter Jackson alle drei Teile an einem Stück innerhalb von zwei Jahren in Neuseeland, wo es wie in kaum einem Land der Welt das ganze Jahr über Sommer, Strand und Meer, genauso wie Schnee und Eis gibt. Außerdem ist es die Heimat des Regisseurs, der selber schon lange Zeit vorher ein großer Fan der Bücherreihe war.

Das große Problem, gerade bei der Verfilmung von "Die Gefährten", war es aber, dass die Story darin nicht wirklich vorangeht. Es gibt eine Grundstory, der größte Teil des Buches dient jedoch dazu, die verschiedenen Charaktere vorzustellen und einzuführen. Die Umsetzung ist Peter Jackson aber perfekt gelungen. In nicht einer der 171 Minuten langweilt man sich und man wird beeindruckend unterhalten. Mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen, atemberaubenden Spezialeffekten und herrausragenden Darstellern.

Wer hätte vorher gedacht, dass der "kleine" Elijah Wood, der einstige Kinderstar, es schafft, einen solchen Film zu tragen? Er ist vielleicht nicht der beste Darsteller des Ensembles, aber schlecht ist er keineswegs. Er spielt den Frodo, so wie man sich den kleinen Hobbit vorstellt. Witzig, ernst, träumerisch und sehr anrührend.

Ihm zur Seite stehen neben Newcomern auch einige alte Hasen des Filmgeschäfts. So Christopher Lee, der als Saruman einmal mehr zeigt, wie facettenreich er spielen kann. Durch den Film wurde man aber auch auf viele Talente erst aufmerksam. So zum Beispiel auf Orlando Bloom, Viggo Mortensen oder auch auf Dominic Monaghan. Ebenfalls großartig sind Liv Tyler, Cate Blanchett und Ian McKellen.

"Der Herr der Ringe" passt sich keinem Genre ganz an, er hat Drama, Romantik, Abenteuer und auch das ein oder andere Horrorelement in sich.

Fazit

"Der Herr der Ringe - Die Gefährten" ist universell, er ist berauschend und er zieht einen schnell in seinen Bann. Bei der Verfilmung des ersten Buches hätte Peter Jackson kaum etwas besser machen können. Ein Meisterwerk, mehr als empfehlenswert.

Eva Klose - myFanbase
06.01.2008

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