Bewertung: 8

Review: #7.07 Gefahr von gestern?

Foto: Hugh Laurie, Dr. House - Copyright: 2010 Fox Broadcasting Co.; Justin Stephens/FOX
Hugh Laurie, Dr. House
© 2010 Fox Broadcasting Co.; Justin Stephens/FOX

Es verspricht immer spannend zu werden, wenn eines der Teammitglieder in ernsthafte Gefahr gerät. Und wenn es dann auch noch House selbst ist, der um sein Leben fürchten muss, ist es gleich noch interessanter. Natürlich glaubt niemand daran, dass dem Hauptcharakter etwas ernstes zustoßen wird, und weiß, dass er spätestens in allerletzter Sekunde gerettet wird. Auch in #7.07 Gefahr von gestern? läuft es nicht anders.

War es in #2.20 Schlechter Scherz (1) und Schlechter Scherz (2) noch ein Parasit, der besiegt werden musste, so muss sich das Team um House dieses Mal mit einem potentiellen Ausbruch der Pocken auseinandersetzen. Die gelten ja bekanntermaßen als ausgerottet, sind also potentiell mehr als gefährlich. Eine aktive Therapie gibt es gegen Pocken nicht. Eine Immunisierung in Form einer Impfung kann zwar erfolgen, wird in der westlichen Welt aber schon lange nicht mehr durchgeführt, da die Pocken ja weithin als ausgerottet gelten. Was also tun, wenn ein Mensch in der hiesigen Zivilisation auftaucht und dann auch noch alle Symptome der Pocken zeigt?

Die Familie der jungen Taucherin Julie wird vorsorglich erst einmal unter Quarantäne gestellt, bis man sich sicher ist, dass sie auch wirklich an den Pocken erkrankt ist. Das CDC ist bei dem Verdacht natürlich schnell vor Ort und macht alle Mitarbeiter kirre mit ihren Vorsichtsmaßnahmen, aber Vorschriften sind Vorschriften und mit den Pocken ist nicht zu Scherzen. "Ältere Menschen", die in den 80er Jahren noch aktiv immunisiert wurden, dürften kein Problem mit den Pocken haben. Heutzutage wird niemand mehr geimpft, was die Pocken zu einer optimalen bio-terroristischen Waffe macht. Es ist also durchaus Vorsicht geboten.

Dass House sich nicht an Vorschriften oder Quarantänebestimmungen hält, ist in dem Fall nichts neues. Immerhin glaubt House ja von Anfang an nicht daran, dass sie es tatsächlich mit den Pocken zu tun haben. Also geht er kurzerhand ohne Schutzanzug zum Vater der Patientin, der mittlerweile ebenfalls starke, pocken-artige Symptome zeigt. Dies führt logischerweise dazu, dass House selbst nicht mehr aus der Quarantäne entlassen werden kann. Als ihm dann irgendwann dämmert, dass sein Anfangsverdacht sich vielleicht tatsächlich erhärtet und Julies Vater dann anscheinend sogar an den Pocken verstirbt, nachdem sie ihn durch die Pockenschutzimpfung bei seiner Einweisung versehentlich mit der Erkrankung in Kontakt gebracht haben könnten, erkennt auch House, dass er sich mit seinem unbedachten Handeln in akute Lebensgefahr gebracht hat. Und dann keimt auch in ihm allmählich Panik auf.

Cuddy, die aufgrund der aufgedeckten Lüge der letzten Woche noch sauer auf ihren Freund ist, ist nun hin und her gerissen. Zum einen macht sie sich ehrliche Sorgen um House, zum anderen jedoch ist sie wütend, dass er sich selbst überhaupt in die Situation gebracht hat. Gemeinsam mit dem Team versucht sie schließlich herauszufinden, ob es sich bei dem Ausbruch tatsächlich um Pocken handelt. Am Ende ist es "die Neue", Martha M. Masters, die in der verworrenen Situation die Hoffnung nicht verliert und einen kühlen Kopf bewahrt. Sie beweist, dass es nicht die Pocken sind, die die junge Taucherin mit an die Oberfläche gebracht hat, sondern die wesentlich weniger gefährlichen Rickettsien-Pocken. Keine Viruserkrankung, sondern eine bakterielle Infektion. Und die ist wesentlich einfacher zu behandeln. In echter Gefahr schwebte House also nie.

House und Cuddy lösen ihr Problem glücklicherweise in der Episode noch nicht. Es wäre auch zu einfach gewesen, einen der beiden in eine gefährliche Situation zu bringen und darüber zu vergessen, dass sich House bewusst dafür entschieden hat, Cuddy anzulügen. Ich hoffe, dass es zwischen den beiden noch ein klärendes Gespräch geben wird und House es schafft, über seinen Schatten zu springen, um sich bei seiner Freundin zu entschuldigen.

Masters hat mit dieses Mal ganz gut gefallen. Zwar nervt sie hier und da noch immer ein wenig mit ihrem moralischen Getue, doch dass sie nicht aufgegeben hat und sich in den Fall so lange verbissen hat, bis sie die Lösung hatte, macht sie zu einem idealen Teammitglied von House, das sich auch hinter den anderen Ärzten nicht zu verstecken braucht. Und das obwohl sie noch nicht einmal eine fertige, approbierte Ärztin ist.

Die Nebenstory um Wilson und Sam, die von der kinderscheuen Karrierefrau zu Ersatzumutter für ein krebskrankes kleines Mädchen mutiert, ist uninteressant und nimmt glücklicherweise nicht sondernlich viel Platz in der Episode ein. Sam ist in der aktuellen Staffel kaum mehr präsent, so dass es mir ziemlich egal geworden ist, wie die Beziehung zwischen ihr und Wilson läuft.

Melanie Wolff - myfanbase

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