Review: #13.14 Meant to Be
Die gute Nachricht ist, dass Patrick John Flueger seine Auszeit abgeschlossen hat, sodass nach dem großen Crossover wieder vollständiger Alltag eingekehrt ist. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass ich eine ganz seltsame Atmosphäre wahrgenommen habe und nicht recht weiß, wie ich das einordnen soll.
Obwohl Fluegers Abwesenheit nicht zwangsweise eine Auszeit für die Weiterentwicklung von Kim Burgess bedeuten musste, so hat sich das Autorenteam doch von ihr ferngehalten und ihr in Nebenrollen eine Bühne gegeben. Nun ist Burzek aber wieder vereint und wir bekommen gleich die volle Ladung. Während Adam Ruzek zwar diesmal schon wieder zu sehen ist, geht es in der Hauptsache um Kim, während der Teaser für kommende Woche verrät, dass wir mit einer Adam-Episode anschließen werden. Hätte mich das letzte Staffel noch glücklich gemacht, so habe ich aktuell einfach kein gutes Gefühl dabei. Ich verfolge weiter den begleitenden Podcast mit Gastgeber Brian Luce und passend zum Crossover hatte er beim letzten Mal die drei Drehbuchautor*innen zu Gast, für "Chicago P.D." Edgar Castillo, der in dem OneChicago-Universum noch sehr frisch ist und deswegen auch zurecht davon berichtete, dass jede Serie einen eigenen Erzählstil hat und doch ist "Chicago P.D." nochmal am speziellsten von allen. Und das hat was, aber dann auch wieder kann es mich echt zur Weißglut treiben.
Burzek ist nicht mal ein Jahr verheiratet und trotzdem fühlen sich gemeinsame Szenen an, als seien schon mindestens zehn Jahre vergangen und die Luft ist raus. Wenn man bedenkt, wie lange die gemeinsame Geschichte schon erzählt wird und wie darüber immer der prickelnde Bogen aufrechterhalten wurde, ist das einfach ein Witz. Ich will mich eigentlich nicht an Spekulationen beteiligen, aber stimmt etwas zwischen Flueger und Marina Squerciati nicht? Die gemeinsamen Szenen wirken so furchtbar lustlos und ich bekomme einfach nicht zu packen, ob das Drehbuch das verlangt oder ob da einfach aus Alltagsmomenten nichts rausgeholt werden kann, weil die Einstellung fehlt. Diesmal kann ich aber in jedem Fall festhalten, dass das Drehbuch auch schlampig ist, was angesichts der Erfahrung von Gavin Harris durchaus enttäuschend ist. Im Grunde haben wir diesmal das Thema, das Kim weiter damit hadert, was das Beste für Tochter Makayla ist, zumal Adam nicht völlig mit ihr überein ist. Deswegen wurde ein Fall geschrieben, bei dem eine junge Polizistin namens Katy Wilson denkt, dass sie weiß, was sie will, aber es wird alles auf den Kopf gestellt. Alles schön und gut, aber ich fand nicht, dass Fall und private Sorgen gut überein passten, vor allem in der Konsequenz nicht.
Zunächst fand ich die Einführung von Katy gar nicht schlecht. Es ist ein neues Gesicht, es ist eine neue Geschichte und es ist vor allem eine Rolle, bei der man schnell merkt, Misstrauen muss man nicht haben. Stattdessen haben wir mit ihr eine Kandidatin, die auf dem Papier perfekt ist, die aber noch wenig Zutrauen von außen und durch mangelnde Erfahrung von vielem nur Vorstellungen hat. Vermutlich wurde die Zweitkarriere bewusst gewählt, denn Kim hat als Flugbegleiterin angefangen und dann eine ganz andere Karriere eingeschlagen. Von der Balletttänzerin zur Polizistin ist es ebenfalls ein großer Sprung. So sollte Katy Kim wohl an sich selbst erinnern, sodass sie sie bei einer Überwachungsmission hinzuzieht. Danach hat sich der Fall auch spannend entwickelt, auch wenn ich einiges etwas chaotisch fand, aber das ist in der Serie nicht ungewöhnlich. Ich fand vor allem die Wendung, dass Katy selbst Kollege Parkers Tod eingeleitet hat, sehr überraschend und auch tragisch, weil das ist ein Ballast, den man so unerfahren nicht tragen mag. Doch danach ging es mit der Qualität steil bergab. Es war nicht ganz klar, warum Kim Katy nach ihrem Untertauchen so schnell gefunden hat, ob da eine Szene rausgeschnitten wurde, die dem Ganzen mehr Klarheit gegeben hätte. Dazu war es charakterlich irgendwann gar nicht mehr konsequent. Katy wirkte sehr klar im Kopf. Sie hatte einen Plan. Sie kann falsche Vorstellungen gehabt haben, das ja, aber jemand, der nach dem ersten Undercover-Einsatz so high vor Aufregung ist, der bemängelt auf einmal nicht die Angst im Job. Da wird das Gespräch zwischen Katy und der Witwe auch nicht in Echtzeit erlebt haben, fehlte da die Emotionalität. Schuldgefühle hätte ich sehr gut nachvollzogen, aber die letztliche Begründung war mir zu schwach und zu leicht aufgelöst.
Noch ärgerlicher war dann aber die vermeintliche Parallele, die Kim zu sich und Makayla sehen wollte. Dass man Ramona Edith Williams nicht in jeder Burzek-Episode auftauchen lassen kann/will, das ist okay, aber es gibt Folgen, da zwängt es sich eigentlich auf. Das war so eine, denn es ging immer darum, was will Makayla, was will sie nicht. Wir haben nur über Adam ihre Gefühle erfahren und Kim war dann auch noch etwas enttäuscht, warum es mit den Schulbewerbungen nicht vorwärts geht. Da hätte es sich doch regelrecht aufdrängen müssen, dass Kim und Makayla mal miteinander reden. Denn Kim hat nicht umsonst den Schulwechselgedanken entwickelt. Aber ein Kind einfach zu drängen, das sich durch die Vergangenheit sicherlich schwer tut, soziale Umfelder zu wechseln, selbst wenn das alte nicht vollends nett ist, das ist daneben. Auch wenn Adam sicherlich ebenfalls aus persönlichen Gründen Makayla umgekehrt nicht drängt, aber er wirkt gleichzeitig mehr im Dialog mit seiner Tochter. Obwohl seine Auszeit mit dem schlechter werdenden Zustand von Bob Ruzek erklärt wurde, scheint die Rolle aktuell an allen Fronten den besseren Überblick zu haben.
Laut höhnisch lachen musste ich dann aber ganz am Ende, als Kim so tat, als hätte sie in ihrem Leben immer genau gewusst, was sie will und das kreide ich Harris als Autor doch stark an, denn wenn man so lange für eine Serie schreibt, dann muss man die Basics der Hauptfiguren schon auf dem Schirm haben. Ich würde Kim keinesfalls als entscheidungsfaul bezeichnen, aber sie ist eine Rolle, die sich im Kopf richtig verheddern kann, weil sie das Für und Wider stetig abwägt. Das kenne ich von mir selbst. Da kann man schon einen Plan haben, nimmt ihn aber trotzdem mit ein paar Abzweigungen. Beim Thema Makayla, da stimme ich zu: Nirgendwo war sich Kim sicherer. Aber sie hat die Beförderung zur Intelligence Unit einmal aufgeschoben, obwohl sie es die ganze Zeit wollte und ihre Gefühle für Adam waren ohnehin ein einziges Yo-Yo. Also nein, Kim weiß nicht immer ganz genau, was sie will und deswegen wirkte das finale Hadern idiotisch. Richtig ist aber, dass Entscheidungen für ein Kind zu treffen, kein einfacher Job ist und ich hoffe, dass Kim da schon bald als empathischere Mutter gezeigt wird. Denn die Folge war schwierig. Kim sah nicht gut aus, das Ehepaar wirkte wenig liebevoll und deswegen würde mich nach heutigem Stand null wundern, wenn nach Staffel 13 weitere große Cast-Ausstiege bekannt gegeben würden.
Fazit
Staffel 13 hatte bislang nur wenig Burzek-Inhalt, was sich nun ändert, aber sehr ungewöhnlich löst das bei mir keine Begeisterung aus. Da ist in dieser Staffel einfach der Wurm drin, vor allem in der gemeinsamen Chemie. Diesmal meinte es das Drehbuch zusätzlich nicht gut mit Kim und so war ich dann froh, als es vorbei war, weil da bringt mich wenig zum Schwärmen.
Lena Donth – myFanbase
Die Serie "Chicago P.D." ansehen:
| Vorherige Review: #13.13 ??? | Alle Reviews |
Diskussion zu dieser Episode
Du kannst hier mit anderen Fans von "Chicago P.D." über die Folge #13.14 Meant to Be diskutieren.
Informationen zur Episode
Englischer Titel: Meant to BeErstausstrahlung (US): 11.03.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Victor Macias
Drehbuch: Gavin Harris
Links
Meistgelesen
Aktuelle Kommentare
16.03.2026 00:41 von Sonia
News: Hulu hat kein Interesse mehr an "Buffy: New Sunnydale"
Also ich bin mal ehrlich, Malcolm mittendrin ist... mehr
13.03.2026 12:03 von Sonia
F.B.I.: F.B.I.
Nächstes Update :-) Ab dem 31.3. geht es bei FBI mit der... mehr