Bewertung

Review: #7.05 Auf die harte Tour

Foto: Chicago P.D. - Copyright: 2019 Universal Television LLC. All Rights Reserved.
Chicago P.D.
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Die Spannung auf die aktuelle "Chicago P.D."-Episode war groß, denn im Crossover haben die Macher ganz am Ende eine kleine Szene eingebaut, bei der man natürlich wissen musste, wie es nun weitergeht. Ich rede natürlich von der Einladung von Adam Ruzek an Kim Burgess, ihn nach Hause zu begleiten, was sie auch annimmt. Egal ob man nun Fan der beiden ist oder noch seiner Verbindung mit Hailey Upton hinterhertrauert, hier wurde wieder etwas angefangen, das eine große Bedeutung haben könnte. Dies alleine ist schon ein Lichtblick, denn ansonsten erweist sich "Chicago P.D." dieser Wochen als in sich abgeschlossen und verzichtet auf größere episodenübergreifende Handlungssträngen, obwohl genau die die Cop-Serie in den letzten zwei Staffeln so stark gemacht haben. Was bieten uns Adam und Kim also in dieser Episode an?

Die Antwort ist ein ernüchterndes: nichts. Die beiden interagieren nicht einmal in dieser Episode. Vielleicht ist Adams ständige Müdigkeit ein Hinweis darauf, dass er aktuell die Nächte mit etwas anderem als Schlaf verbringt, aber ansonsten bekommt null geboten, was auf eine erneute Verbindung der beiden hinweisen könnte. Da glaubt man ja schon fast, dass man die kleine Szene im Crossover nur geträumt hat… Ich habe also keinen Schimmer, warum man diese Thematik jetzt wieder unter den Teppich kehrt, ein gutes Licht wirft es auf die Serie aktuell aber nicht.

Die beiden zusammen spielen also keine Rolle, Adam alleine dafür umso mehr, aber das in einer sehr ernüchternden Art und Weise. Er hat in den letzten Wochen einiges durchgemacht mit seiner Inhaftierung und seiner Angst um seine Karriere, bis alles von Zauberhand in Luft aufgelöst wurde, so dass Adam mit Tränen in den Augen Hank Voight danken durfte. Genau an diesem Adam hätte man wunderbar ansetzen können, stattdessen fällt unser Bad Boy sofort wieder in alte Muster zurück und verhält sich einfach nur fürchterlich. Klar, es soll immer wieder unterstrichen werden, dass er Hank am ähnlichsten ist, aber danke, wir haben es alle schon längst kapiert. Man hat Adam für seine Impulsivität durch eine (kleine) Hölle gehen lassen, was einen Lerneffekt hätte bereithalten können. Aber die Drehbuchautoren wollen ihn offenbar nicht lernen lassen, stattdessen bieten sie mal wieder den klassischen Adam auf, der mich in dieser Art und Weise nur noch nervt. Sein Motiv, sich für den Anwärter Leavins einzusetzen, war sicherlich ehrenwert, aber er hat einen kleinen Ausschnitt vom Umgang von dessen Ausbilder Werner erlebt und daraus direkt ein Drama ohnegleichen gemacht. Dabei läuft er selbst stets superlässig und herablassend durch die Gegend und sollte sich mal überlegen, was er für einen Eindruck hinterlassen könnte. Es war wenigstens gut, dass er schnell merken musste, dass ihm die Situation über den Kopf gewachsen ist, aber Konsequenzen hatte all das nicht. Stattdessen gibt es zum Abschluss der Episode noch einen angedeuteten Kampf zwischen ihm und Werner, den ich als lächerlich abstemple, da es nur um Eitelkeiten von Machomännern ging.

Neben dieser höchst unzufriedenen Handlung rund um Adam muss ich auch dem Fall der Woche einen Daumen runter geben. Zwar hat man mit dem bulgarischen Milieu mal etwas Neues aufgeboten, hat dort aber nur an der Oberflächlichkeit gekratzt, da Adams Machtkampf mit Werner zu viel Screentime weggenommen hat. Man hätte die Eigenarten der Bevölkerung ausführlicher gestalten können und die auch damit erforderliche andere ermittlerische Herangehensweise. Aber so war die Raubserie, die zu einem Rachemord führt, nur ein Nebenprodukt, das langweilig vor sich hinplätscherte. Absurd wurde das Ganze durch die Weigerung der Streifenpolizei, der Intelligence Unit Unterstützung zu liefern, weil man sich mit Werner solidarisch zeigen wollte. Habe ich was verpasst oder werden diese nicht von Trudy Platt kontrolliert? Und was sind das für Polizisten, die wegen irrsinniger Loyalität Leben Unschuldiger riskieren? In dieser Episode hat wirklich kaum etwas zusammengepasst.

Fazit

Ernüchternd, ernüchternder, "Chicago P.D."! In dieser Woche tut sich die Serie weder mit dem langweiligen Fall der Woche noch mit Adams fehlender Entwicklung einen Gefallen. Bereits nach zehn Minuten hätte ich gerne abgeschaltet und das ist nach dem genialen Crossover der Vorwoche ein absoluter Reinfall.

Lena Donth – myFanbase

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