Review: #11.12 Spill Your Guts

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Diesmal gab es die ein oder andere Überraschung, mit der ich nicht gerechnet, mich jedoch darüber gefreut habe. Und dann gab es eine Storyline, die ich anfangs etwas künstlich fand, dann aber neue Facetten für einige Charaktere hervorgebracht hat.
Wenn jemand eine Person loswerden will, weil man ihm oder ihr in die Suppe gespuckt hat, dann wird immer ein Weg gefunden, damit man sein Vorhaben auch in die Tat umsetzen kann und das nur allzu oft mit der ekelhaftesten Art: Man will die Person bloßstellen. In einer der letzten Episoden hat sich Sharon Goodwin gegen die Einstellung von Miranda Lewis' Neffen entschieden und das aus gutem Grund. Sie hat bei dem Vorstellungsgespräch einfach bemerkt, dass der Junge etwas völlig anderes machen wollte und hat Miranda den Tipp gegeben, sich einfach mal mit ihrem Neffen zu unterhalten. Hat der Dame nicht gepasst, obwohl sie es gewesen ist, die diese diskriminierende Aussage getroffen hat, die auf Sharons und Tamika Jones' Hautfarbe gerichtet war. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass sich Miranda damit nicht zufrieden gibt. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass sie immer wieder und bei jeder Gelegenheit eine spitze Bemerkung abfeuern würde. Also zumindest hatte ich ihr soviel noch an 'Anstand' zugetraut, aber Miranda hat oder vielmehr wollte ihre Machtposition ausnutzen und wollte Sharon vor dem gesamten Komitee bloßstellen. Nach dieser Episode gehe ich aber eher davon aus, dass sich das Verhältnis zwischen den beiden bessern wird. Miranda ist durch und durch Geschäftsfrau und angesehen. Genau diese zwei Punkte bringt sie diesmal zum Besten und hätten ihr fast noch das Leben gekostet, wenn Sharon nicht gewesen wäre. Die war nämlich sozusagen Superwoman und hat Miranda das Leben gerettet. Ich fand dieses Szenario anfangs etwas gekünstelt. Sharon fiel als einzige im Flugzeug auf, dass es Miranda wohl nicht gut ging. So gesehen ist das ein Pluspunkt für Sharon und ein Minuspunkt für die restlichen Personen im Flugzeug, die quasi die aktuelle Gesellschaft widerspiegeln, die weder nach rechts noch links gucken und wenn es ihnen doch auffällt, interessiert es sie nicht, tun dann jedoch betroffen, wenn die Katastrophe passiert ist. Zugegeben, in gewisser Weise ist Miranda selbst daran schuld, dass sie sich durch den Auffahrunfall verletzt hat, weil sie nicht angeschnallt war. Andererseits geht man bzw. die wenigsten dann davon aus, dass man dabei fast sein Leben verliert.
Miranda war aber so sehr verletzt, dass im Flugzeug eine Not-OP durchgeführt werden musste und die Umstände nicht ideal waren. Damit meine ich nicht nur die Utensilien, die zur Verfügung standen. Sharon ist zwar gelernte Krankenschwester und hat sicherlich auch schon bei solchen Eingriffen zugesehen, aber sie ist eben keine Ärztin und Miranda ist eben nicht nur irgendeine Person. Dazu kommt noch deren und Sharons Angst. Auch wenn ich bislang mehr als einmal bei Mirandas Aussagen die Augen verdreht habe und gar nicht so tief einatmen konnte, wie ich es gemusst hätte, aber mir tat sie wirklich leid und ich konnte ihre Angst fast spüren. Großes Kompliment daher erst einmal an Orlagh Cassidy, die diese Szenen ganz wunderbar gespielt hat! Sharon hat in diesem Fall ganz wunderbar reagiert, indem sie ihr versichert hat, alles zu tun, um Miranda das Leben zu retten. Für die eine mag das beruhigend gewesen sein. Für die andere hat es damit den Druck erhöht, das alles gut gehen muss. Peter Kalmick war in dem Fall weder bei dem Gespräch noch bei dem Eingriff eine große Hilfe. Ich hatte eher die Befürchtung, dass er aus den Latschen kippen könnte. Was anfangs wie gekünstelt wirkte, entpuppte sich als eine der besten Szenen dieser Episode. Naomi Howard in diesen Fall einzubinden war genial. Kann sich noch jemand daran erinnern, wie sie neu in die Serie eingeführt wurde und Dean Archer als Ausbilder hatte, selbst aber noch total verunsichert war? Es flossen Tränen und es hagelte Ansagen von Sharon an Dean. Diese Zeiten gehören längst der Vergangenheit an. Naomi hat Sharon super angeleitet bzw. wollte es ja, bevor der Kontakt abgebrochen ist. Allerdings war sie so gut, dass sie Sharon schon vor dem eigentlichen Eingriff geleitet hat, was sie alles machen und worauf sie achten muss. Für mich hat das auch noch einmal unterstrichen, wie wahnsinnig toll Caitlin Lenox als Mentorin ist. Naomi ist auch zum Superstar geworden und mich hat die letzte Szene mit Sharon sehr berührt. "Chicago Med" gibt den nicht so oft gesehenen Gastdarstellern auch endlich mehr Profil und wir haben etwas über ihre Zeit vor dem Med erfahren, was sehr schön in den aktuellen Fall mit eingeflossen ist, was auch Sharon Selbstbewusstsein als ehemalige und dennoch wieder gelegentliche Krankenschwester gestärkt hat. Ich hatte ja schon mehrfach den Wunsch geäußert, dass man Sharon öfters mal wieder in Aktion erleben könne. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie das nächste Aufeinandertreffen zwischen Sharon und Miranda sein wird.
Aber auch der Fall im Med selbst war spannend. Vielleicht nicht mal so sehr, was mit den beiden Brüdern los war, sondern von der menschlichen Ebene hat es mir gut gefallen. Nur gut, dass Daniel Charles doch noch nicht in Rente gegangen ist. Sonst hätten wir ja nicht miterleben können und dürfen, dass er gleich zwei Medizinstudenten dazu animiert hat, feurige Leidenschaft für den Arztberuf zu entwickeln. Den Fall um die Brüder hätte es vielleicht gar nicht so sehr gebraucht, auch wenn es an sich spannend war. Viel wichtiger fand ich aber, dass Daniel Amira und Quentin dazu ermutigt hat, die Patienten besser kennenzulernen, um die richtige Diagnose stellen zu können. Besonders bei Quentin fand ich es spannend und eine totale Wendung. Mir kam er erst so vor, als wäre er ein Sohn von vermögenden Eltern, die nun mal mehr Wert auf Leistung legen, als darauf, dass man auch den Menschen sieht. Deswegen war ich von seiner Euphorie dann doch überrascht. Amira wirkte am Anfang total schüchtern und gerade wegen des kleinen Jungen, der leider nicht überlebt hat und im Alter ihres Bruders war, hatte ich vermutet, dass sie das emotional nicht standhalten könnte und dann war sie so euphorisch, dass es Daniel glatt die Sprache verschlagen hat. Herrlich war auch sein Blick dabei, über den ich ein bisschen grinsen musste. Dass Sabrina, die beste der drei Studentinnen, das Handtuch geworfen hat, lässt sich vielleicht damit erklären, dass sie durch die theoretische Arbeit bisher genügend Abstand hatte.
Jetzt hätte ich fast die Elternsache mit John Frost vergessen und dabei war sie so spannend und aufschlussreich, besonders weil man auch etwas mehr über Lizzie Novak erfahren hat, was hoffentlich noch bei "Chicago Fire" zur Sprache kommen wird. Während wir in der letzten Staffel von John erfahren haben, dass er ein gefeierter Kinderstar war und etwas mit einer älteren Frau hatte, lernten wir in dieser Episode seine Eltern kennen. Über die haben wir ja nichts Positives erfahren. Wir wissen lediglich, dass sie John als eine Art Geldmaschine benutzt haben und er den Kontakt zu ihnen abgebrochen hat. Nun stand seine Mutter Celeste Frost im Krankenhaus, weil John ohnehin nie ihren Anruf angenommen hätte. Ich kann vollkommen verstehen, warum bei ihm die Alarmglocken geläutet haben. Es mag sein, dass Celeste und James Frost mehrere Jahre versucht haben, Kontakt zu ihrem Sohn zu bekommen, irgendwie kann ich seine Reaktion aber durchaus verstehen. Dass sein Vater krank ist, ist schrecklich, aber man konnte durchaus spüren, dass es bei ihm (zurecht) wie die emotionale Erpressungskeule rüberkam, die er nicht wollte, weshalb seine erste Reaktion durchaus verständlich ist. Besonders wenn man es im Kontrast zu seinem Fall sieht, bei dem die Mutter ihre Trauer und Enttäuschung nicht gezeigt hat, weil sie wollte, dass es ihrer Tochter besser geht und sie sich nicht dafür schuldig fühlen sollte, weil ihre Mutter die Beziehung zu einem Mann aufgegeben hat, bei dem sie erstmals wirklich spüren konnte, was Liebe bedeutet. Ebenso klar für mich war, dass das ein absoluter Trigger für John war, dem er sich nicht aussetzen wollte und genau dann kommt Lizzie ins Spiel. Ich rätsle ja schon seit dem Herbstfinale der 13. Staffel von "Chicago Fire" herum, was mit ihren Eltern gewesen ist. Mittlerweile wissen wir zwar, dass ihre Mutter wohl Selbstmord beging, aber beim Rest tappen wir noch immer im Dunkeln. Dennoch fand ich ihren Rat an John sehr wichtig und denke, dass Johns Eltern mindestens noch einmal in Erscheinung treten werden. Mal abwarten, wie es dann laufen wird.
Fazit
"Chicago Med" ist seit gut zwei Staffeln doch immer wieder für interessante und unerwartete Wendungen gut, wie eine Überraschungstüte. Man hat einen guten Job gemacht, gerade weil es bei den einzelnen Charakteren noch einmal fast nicht sichtbare neue Facetten hinzukamen, die mir gefallen haben.
Daniela S. - myFanbase
Die Serie "Chicago Med" ansehen:
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Spill Your GutsErstausstrahlung (US): 04.02.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Gonzalo Amet
Drehbuch: Conor Patrick Hogan
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