Bewertung: 7

Review: #5.21 60 Tage

Foto: Joe Minoso & Christian Stolte, Chicago Fire - Copyright: 2016 NBCUniversal Media; Matt Dinerstein/NBC
Joe Minoso & Christian Stolte, Chicago Fire
© 2016 NBCUniversal Media; Matt Dinerstein/NBC

Nicht mehr lange bis zum Staffelfinale der fünften Staffel von "Chicago Fire" und es deutet vieles daraufhin, dass wir wohl einen lieb gewonnenen Charakter verlieren werden. Dafür sorgt vor allem auch die 60-tägige Suspendierung von Joe Cruz. Ansonsten lernen wir Gabriela Dawsons Vater Ramon Dawson etwas näher kennen, der schon bald für etwas Unfrieden zwischen Gabby und Matthew Casey sorgen könnte und Kelly Severide hat ein neues Ventil für seine Trauer um Anna gefunden.

Neuer Job in Aussicht

Unglaublich, dass wir uns schon im fünften Jahr bei "Chicago Fire" befinden. Fünf Jahre in denen man die Charaktere sehr lieb gewonnen hat und man sich die Serie ohne sie nicht mehr vorstellen könnte. Doch genau in diese Richtung könnte Randy 'Mouch' McHolland durchaus tendieren, wenn man mal betrachtet, was in dieser Folge alles geschehen ist. Zugegeben ist Mouch vielleicht nicht gerade jemand, der mit der Faust auf den Tisch haut, um seinen Standpunkt klar zu machen. Vielmehr hat er es immer mit Diplomatie versucht und hatte meistens Erfolg damit. Wie gesagt: meistens. Denn diesmal verläuft es alles andere als rosig und ehrlich gesagt, macht es mich ein bisschen traurig, dadurch zweifelt Mouch nämlich an seinen Kompetenzen. Aber fangen wir mal da an, wo der Stein eigentlich erstmals ins Rollen kam.

Mouch bekam Besuch von einem alten Freund, der vorhat in Rente zu gehen. Erst einmal ist das ja nichts Schlimmes, schließlich steht das ja jedem frei. Das Problem an dieser Sache ist allerdings, dass Mouch anfängt, an sich zu zweifeln und glaubt, bereits zu alt für den Beruf als Feuerwehrmann zu sein. Sicherlich wird irgendwann die Zeit kommen, wo er nicht mehr als Feuerwehrmann arbeiten kann, aber bis dahin hat er noch ein paar Jahre. Allerdings hat nicht nur sein Freund Zweifel gestreut, sondern auch Joe und sein Verhalten fand ich echt drüber. Ich kann durchaus verstehen, dass er sich Sorgen darüber macht, wenn er durch die Suspendierung das Studiengeld für seinen Bruder Leon Cruz nicht zahlen kann. Aber er kennt Mouch eben auch schon lange, sodass er vielleicht nicht so optimistisch hätte sein sollen. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass Joe selbst dran Schuld ist. Doch bereits in der letzten Folge fiel mir Joes Verhalten eher negativ auf. Wahrscheinlich kann er letztlich einfach nicht mit Stress und Druck umgehen und das entlädt sich dann so.

In meinen Augen wollte Mouch nur erst einmal nicht die Pferde scheu machen und dachte, dass er Joe wirklich helfen kann, da Mouch selbst einen guten Draht zu seinem Freund hat. Wer hätte denn auch gedacht, dass er so schnell in Rente geht? Das konnte Mouch auch nicht wissen und wollte Joe nicht noch mehr verängstigen. Nur leider ging der Schuss nach hinten los und Mouch ist ein Typ, der sich schnell zu Herzen nimmt, wenn man an seinen Fähigkeiten zweifelt. Ich hoffe wirklich sehr, dass er seinen Gedanken nicht wirklich ausleben und der Feuerwehr den Rücken zukehren wird. Es wäre wirklich sehr schade um ihn!

Zwei verwandte Seelen?

Ich bin so froh, dass man Kelly einen anderen Weg aufgezeigt hat, damit er besser mit seiner Trauer umgehen kann. Es hätte mich sehr genervt, wenn er wieder zur Flasche gegriffen hätte und wieder in ein schwarzes Loch gefallen wäre. Genau aus dem Grund bin ich ganz froh, dass er seiner Arbeit nachgeht, man ihm aber dennoch anmerkt, wie tief der Schmerz noch immer sitzt und Kelly nicht wirklich daran gelegen ist, näher darauf einzugehen. Aber das finde ich erst einmal nicht schlimm, denn schließlich hat er sich auch bei den anderen Todesfällen so verhalten und hat mit niemandem drüber gesprochen. Und immerhin hat er in der letzten Folge in der älteren Dame jemanden gefunden, die seinen Schmerz am besten verstehen kann. Ich nehme mal an, dass ihm dadurch der größte Schmerz genommen wurde und auch Anna hat wahrscheinlich einen Anteil daran. Immerhin scheint sie ja geahnt zu haben, dass Ellie ihn am besten verstehen kann und sie dadurch in Frieden gehen konnte.

Vielleicht ist auch Jason Kannell eine verwandte Seele für Kelly. Er hat zwar nicht die Liebe seines Lebens verloren, aber doch auch Menschen, die ihm wichtig sind und waren. Im Grunde machen sie eigentlich das Gleiche durch und verstehen sich deswegen vielleicht blind. Ich weiß allerdings nicht, ob mir diese aufblühende Freundschaft gefallen würde. Sicherlich machen sie momentan den gleichen Schmerz durch, doch im Grunde sind sie vom Charakter sehr unterschiedlich, sodass es bei ihnen sicherlich öfter mal zum Streit kommen könnte. Aber momentan bin ich zufrieden mit dieser Konstellation, ich glaube eben nur nicht, dass die Freundschaft/Verbundenheit für die Dauer bestimmt ist, da ich Kannell eher als Typ sehe, der sehr unbeständig ist. Aber warten wir mal ab.

Matt & Blackslee

Erst vor kurzem habe ich mich darüber beschwert, dass man Matts Job als Stadtrat zu wenig thematisiert und schon rückt man ihn näher in den Fokus. Allerdings bin ich mir auch hier nicht sicher, ob mir der weitere Verlauf gefallen wird. Für Matt war immer wichtig, den Bürgern der Stadt zu helfen und seine Position nicht auszunutzen. Doch auch jetzt legt man ihm erneut Steine in den Weg und unterstellt ihm, in die eigene Tasche wirtschaften zu wollen. Dabei finde ich seine Idee wirklich gut. Gerade bei verletzten Feuerwehrleuten, die aufgrund ihrer Verletzung – welche es auch immer ist – nicht mehr arbeiten können. Ich finde es sehr dreist von Blackslee, dass er Matt und auch Tamara erst in dem sicheren Glauben gelassen hat, auf ihrer Seite zu stehen, nur um ihn dann vorführen zu können. Zumal glaube ich auch, dass dieser Kampf noch nicht zu Ende ist. Dafür ist Matt die Sache einfach viel zu wichtig.

Der Gast, der sich einnistet

In etwa der Hälfte der Staffel lernten wir zum ersten Mal die Eltern von Gabby und Antonio Dawson kennen. Eigentlich war der Anlass ein freudiger, denn es war der Hochzeitstag der Eltern, allerdings verlief der alles andere als harmonisch. Schließlich waren die Eltern sich einig sich scheiden lassen zu wollen. Doch manchmal ist es so, dass einer immer der Leidtragende ist. In dem Fall ist es Ramon Dawson, der die Scheidung zwar wollte, doch schon nach einiger Zeit merkte, dass er ziemlich überfordert ist und eigentlich nicht alleine klarkommt. Allerdings hat Ramon einen gewissen Stolz, der es ihm verbietet Schwäche zu zeigen.

Eigentlich kann er ziemlich froh sein, dass seine Tochter in dem Punkt so starrsinnig ist. Normalerweise mag ich es ja nicht, wenn sie sich zu sehr in die Belange der anderen einmischt. Aber zum einen ist es in diesem Punkt ihre Familie und zum anderen ist es für Ramon sehr wichtig, zu wissen, dass seine Tochter wenigstens zu ihm steht. Mir gefiel es sehr gut, dass Gabby ihrem Vater nochmals verdeutlicht hat, dass er wenigstens auf sie zählen kann. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es wirklich so sinnvoll ist, dass sie nun alle unter einem Dach wohnen. Mit Sicherheit wird das eine amüsante Angelegenheit.

Randnotizen

  • Den Fall von Gabby und Sylvie Brett fand ich erschreckend, als sie feststellen mussten, dass sich ihr Patient so sehr auf die Zunge gebissen hat, dass sie angeschwollen und blau geworden ist. Für mich sah es auch so aus, als wäre nichts mehr zu machen. Erschreckend, dass sich niemand um ihn gekümmert hat.
  • Ich bin mal gespannt, welchen Witz sich Kannell für Sylvie einfallen lassen wird. Bei ihm bin ich mir noch immer nicht sicher, ob ich ihn sympathisch oder unsympathisch finden soll.



Fazit

Kurz vor dem Staffelfinale von "Chicago Fire" werden Handlungsstränge aufgebaut, die mit in die neue Staffel genommen werden und die dafür sorgen könnten, dass sich so manche Charaktere verändern werden. Allem voran steht da natürlich die Freundschaft von Mouch und Joe an einer Weggabelung, bei der sich demnächst noch zeigen wird, in welche Richtung sie einschlägt. Interessant könnte auch die neue Wohnkonstellation der Dawsons mit Matt sein.

Daniela S. - myFanbase

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