Bewertung: 5

Review: #6.05 Koks und Gitarren

Foto: David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Wer ein Ziel verfolgt, muss eventuell den ein oder anderen Umweg gehen. Hank und Charlie müssen mehrere Gefallen tun und man hat mal einen richtigen roten Faden und eine klare Linie, mehr aber auch nicht.

I've got an idea

Charlies große Lüge hat noch weitreichendere Konsequenzen, denn er verliert nicht nur den Klienten sondern direkt auch seinen Job, weil die Agentur von den Entwicklungen auch nicht gerade begeistert ist. Ken hat hier ziemlich deutlich seinen Unmut ausgedrückt, wobei ich zunächst nicht gedacht hätte, dass er aus der Agentur fliegt. Der Schritt leitet dann aber genau das ein, was mir in der Staffel noch gefehlt hat. Ein richtiges Ziel, ein Vorhaben, welches die Staffel durchzieht. Charlies Arbeitslosigkeit lässt nämlich die Idee aus der ersten Episode wieder aufleben. Hank könnte doch das Musical mit Atticus machen. Da ist es jetzt also. Der Irrweg der ersten vier Episoden hat mir im Sinne des Storytelling nur bedingt gefallen. Hier konnte diese Episode einen riesigen Satz nach vorne machen.

There is something you got to do for me

Hank und Charlie müssen aber erst mal die notwendige Überzeugungsarbeit leisten und verknüpfen dabei einige Teile der bisherigen Staffel. Zunächst mal brauchen sie die Hilfe von Stu, die sie nur erhalten, indem sie Marcy gut zureden. Dadurch erhalten sie überhaupt erst die Chance, mit Atticus noch mal ins Gespräch zu kommen. Dieses war dann dank Hank wieder mal herrlich. Wie er mit mehr Glück als Verstand seine Behauptung "I'm a fan" stützen konnte, war schon witzig in der gesamten Konstellation. Aber Atticus macht es ihnen auch nicht so einfach, sondern will noch einen gefallen, eine Gitarre seines Kollegen. An diese kommt Hank nur über Faith heran, was die nächste Verknüpfung darstellt. So ergibt also alles so langsam seinen Sinn. Leider konnte mich der Gastauftritt von Jorge Garcia gar nicht überzeugen, vor allem wenn man gerade noch seinen Auftritt in "Once Upon a Time" vor Augen hat. Insofern lebte der Part nur durch die Blicke zwischen Hank und Faith, die hier scheinbar uneigennützig hilft und später dann auch bei Atticus die entscheidenden Impulse gibt. Mir fehlte es trotz der gelungenen Zusammenführung kleinerer Abschnitte aber an Dynamik, an einem richtigen Schlagabtausch oder vielleicht sogar an einem überzogen, obszönen Moment. So plätscherte es doch etwas dahin.

You haven't nailed it yet.

Einzig das Ende konnte dann noch mal überzeugen, auch wenn es aus meiner Sicht natürlich dem Versprechen von Hank an Karen aus der Vorfolge widerspricht. Faith sieht sich jedenfalls wieder in der Rolle der Muse, diesmal für Hank, und macht dies mit einem Kuss auch deutlich. Sie belässt es aber dabei, was Hank bestimmt wahnsinnig macht, denn es gibt doch nichts Schlimmeres als ein noch nicht eingelöstes Versprechen. Ich finde, dass die Chemie zwischen Hank und Faith stimmt und auch wenn ich inhaltlich nicht gerade fasziniert bin, dass auch in dieser Staffel mal wieder anderen Frauen Hanks Interesse wecken und Karen nur hinten an steht, so ist mein Interesse an der Weiterführung der Story durchaus groß. Trotzdem könnte man sich da auch mal was Neues, Innovatives ausdenken, als Frauen, die irgendwann mit Hank im Bett landen werden.

It's a cock cage

Vielleicht ist es genau diese fehlende Abwechslung bei Hanks Geschichten, die mir gerade so viel Freude in Marcys Storyline bringt. Ich fühle mich von ihr und Ophelia jedenfalls bestens unterhalten und sie haben auch in dieser Episode eigentlich die besten Impulse gesetzt. Ophelias Kreuzverhör von Stu, der Keuschheitsgürtel und das anschließende, wirklich gemeine Stimulieren, damit Stu auch richtige Schmerzen hat, waren wirklich herrlich und haben die dringend notwendige Ablenkung und Abwechslung zu Hanks und Charlies Mission Musicalprojekt dargestellt. Für meine Begriffe waren es sogar zu wenige Minuten, die man ihnen gewidmet hat, auch wenn die vielen Standorte von Hank und Charlie eigentlich Bewegung in die Episode gebracht hatten. Es war mir doch nicht ausgewogen genug, weil es an den richtig starken Szenen in dieser Episode gemangelt hat. Hinzu kommt auch, dass Karen und Becca überhaupt keine Rolle in der Episode gespielt haben. Auch das ist nicht unbedingt die beste Idee, um eine richtig gute Episode der Serie zu inszenieren.

Fazit

Die Serie hat schon deutlich bessere Zeiten erlebt, denn so richtig kommt die Staffel nicht in Schwung. Allerdings hat man in dieser Episode für Hank inhaltlich doch eine Richtung eingeschlagen, die hoffentlich der Grundstein für überzeugendere Episoden ist.

Emil Groth - myFanbase

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