Bewertung: 6

Review: #4.06 Rollenstudium

Das für Hank Moody unvorteilhafte Bild wird nicht ganz so skandalös ausgeschlachtet, wie ich es erwartet hatte. An den Konsequenzen ändert es allerdings wenig. Und dann gibt es da noch die Nebenstoryline.

Money

Marcy Runkle hat einen Wachs-Termin und muss überrascht feststellen, dass Stu Beggs den Auftrag gegeben hat, weil Marcy sich auf seine normalen Nachrichten nicht gemeldet hat. Das kann man irgendwo zwischen niedlich und verstörend einordnen. Stu versucht eben alles, um sich ins Spiel zu bringen und wenigstens die Möglichkeit zu bekommen, sich für Marcy attraktiv zu machen. Da diese zumindest keine finanziellen Ausfälle hat und Stu sich sogar enthaaren lässt, um Zeit mit ihr zu verbringen, ist sie natürlich geschmeichelt und stimmt zu. Da Marcy auch niemand ist, der den Mund hält, ergibt sich eine Unterhaltung und Stu kann seine Qualitäten einbringen, also zumindest für seine Filme begeistern. Es folgt also ein privater Kinoabend, in welchem Stu seinen "Move" macht und Marcy dies über sich ergehen lässt. Oder genießt sie es tatsächlich? Ich sehe da ja noch keine Zukunft, denn so attraktiv ist Stu nun wirklich nicht und ob das Geld ausreicht, auch wenn Marcy dafür empfänglich ist, wage ich zu bezweifeln Zudem ist da immer noch die dieses Mal leider überhaupt nicht erwähnte Schwangerschaft. Wahrscheinlich gefällt mir die Aussicht auf Stu und Marcy auch nicht, weil das diese Woche eher lahm inszeniert war. Der Humor hielt sich in Grenzen und die Dialoge gehörten auch nicht zur hohen "Califonication“-Qualität, Es war einfach nur ein Lückenfüller in dieser Episode, der einfach nicht die Dynamik hatte, um zu überzeugen.

Guns

Überraschenderweise will Sasha Bingham den Film nicht mehr drehen, weil ihr die Publicity zu schlecht geworden ist. Das hat sie natürlich selbst zu verschulden, aber dafür fehlt ihr offenbar das Reflexionsvermögen. Das ist dann quasi etwas plump erzählt, aber Hank interessiert das eh nicht. Ihm gefällt es, dass Sasha immer noch auf ihn steht und wäre Karen nicht gewesen, hätte er sich auch wieder gehen lassen. Diese ist weiterhin Hanks gute Seele, was man ihr hoch anrechnen muss. Hank könnte nun größere Probleme haben, doch Sashas Ausstieg geht einher mit dem erneuten Auftreten von Eddie Nero, der vom Drehbuch absolut überzeugt ist und totale Lust hat, Hank zu spielen. Jedem sollte klar sein, warum. Eddie ist fast ein zweiter Hank, die Role ist ihm quasi auf den Leib geschrieben. Nur fehlt ihm quasi komplett der Anstand. Seine Forderung, Hank beim Sex zuzugucken war schon irgendwie absurd. Als er dann aber auch noch den Tätowierer mal eben mit einer Waffe bedroht und darauf baut, dass sich mit seiner Popularität alles regelt, sollte auch dem letzten Menschen klar sein, dass Eddie einen Totalschaden hat. Hanks Reaktion war absolut richtig und sehr amüsant. Das Gute an der Storyline war, dass Eddie doch noch sympathische Seiten zeigte. Wie er am Ende mit Becca gesprochen hatte und ihren Vater wieder zu einer Figur macht, auf den sie stolz sein könnte, war toll. Das Ende dieser Storyline konnte also komplett überzeugen und nach dem für mich durchwachsenen Auftritt von Eddie in der zweiten Episode kann ich nun auch mehr mit ihm anfangen.

Lawyers

Der Schwerpunkt liegt natürlich ganz klar bei Abby Rhodes in dieser Woche. Als Konsequenz aus dem leichtsinnig zugelassenen Foto ist der Deal geplatzt und Abby ist zurecht von Hank bedient. Sie schmeißt hin. Das ist für Hank so ziemlich das schlechteste, was passieren konnte, weil Abby immer einen hochprofessionellen Eindruck gemacht hat und es keine Zweifel an ihrer Qualität als Anwältin gibt. Hier kommt dann wieder Karen ins Spiel, die Abby besucht und solch schöne Worte für Hank findet, dass man erstens genau versteht, warum sie so sehr an ihm hängt, und zweitens man auch gut nachvollziehen kann, warum Abby sich umstimmen lässt. Dieses Gespräch ist ein wahres Highlight, stark gespielt und so vielsagend für die gesamte Serie.

Abby würde sich also den Ruck geben und Hank wieder verteidigen, nur gibt es da jetzt wohl ein anderes Problem. Die Worte von Karen war so wirksam, dass Abby Hank nun wirklich anziehend findet. Sie ist seinem Charme verfallen. Was sie zunächst noch mit Professionalität unterdrücken konnte (Und Hank war mal wieder voll in seinem von mir geliebten Element, als er nach der Kündigung Abby gehen lassen musste und ihrer Po gepriesen hat), geht nun nicht mehr. Sie nutzt den Moment des nicht professionellen Verhältnisses aus, um sich Hank gegenüber so zu verhalten, wie sie es vielleicht schon länger gern wollte. Ihr Gewissen wird es nun aber nicht so einfach haben.

Der Verlauf dieser "Beziehung" macht auf jeden Fall Sinn, ich weiß nur noch nicht, ob ich es nicht lieber gesehen hätte, wenn eine Frau Hank wirklich mal komplett widerstehen könnte. Abby war dazu prädestiniert. Dieses Element ist nun wieder weg. Anders als bei Jill hoffe ich dann aber wenigstens darauf, dass Hank mal wieder etwas Richtiges anstrebt und nicht nur durch die Welt vögelt.

Fazit

Ich hatte eher einen größeren Skandal erwartet, bin aber mit der Entwicklung um Hank im Großen und Ganzen zufrieden. Allerdings gab es ein paar störende Punkte, nicht zuletzt die eher lahme Geschichte um Marcy und Stu. Da ist man deutlich besseres von der Serie gewohnt, weshalb es nur sechs Punkte geben kann, die vor allem Karen zu verdanken sind.

Emil Groth - myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "Californication" über die Folge #4.06 Rollenstudium diskutieren.