Bewertung: 7

Review: #4.05 Kahlschlag

Da scheint sich zumindest ein Problem für Hank Moody zu lösen und er verhält sich endlich so, wie er es auch sollte, da öffnet sich gleich das nächste Tor zur Hölle. Das wird definitiv nicht die Staffel von Hank Moody sein.

Entlastende Aussagen

Mia hat vor Gericht ausgesagt, dass Hank nicht wissen konnte, dass Mia noch minderjährig ist, was eine wichtige Entlastung für Hank ist. Ich bin auch froh, dass man hier nicht noch eine weitere Intrige einführt und Mia jetzt einfach ehrlich ist. Das hilft Hank ungemein. Dass er dies auch gleich feiern will, passt zu ihm. Wenn Hank ein Stein vom Herz fällt, dann drückt er dies mit guter Laune und großer Lässigkeit aus. Das Schicksal ist wieder auf seiner Seite. Er kann sogar Abby Rhodes zu einem Essen überreden. Diese bekommt dadurch leider nicht so viel Tiefe. Dass sie mal mit einem Schriftsteller zusammen war, selbst ein Buch geschrieben hat und dieses nach einem schlechten Ausgang vernichtete und zur steifen Juristin wurde, ist jetzt fern ab von einer kreativen Charakterzeichnung. Ich hätte mir da doch was anderes versprochen und hoffe, dass die nächsten Folgen vielleicht noch mehr bieten, denn prinzipiell gefällt mir die Dynamik zwischen den beiden. Abby wird es vielleicht sogar gewurmt haben, dass Hank so schnell verschwunden ist, um dem tollen Auftritt von Becca beizuwohnen. Die Band gefällt mir, obwohl es eigentlich gar nicht meine Musik ist. Ich hoffe, dass man hier Becca noch eine richtige Storyline gibt und die Band vielleicht erfolgreich wird und dadurch andere Themen zur Sprache kommen. Hank muss sich derweil immer weiter von dem Gedanken verabschieden, dass Karen in naher Zukunft noch mal irgendwie zu ihm gehören wird. Sie scheint sich mit Ben prächtig zu verstehen und Hank hat für so etwas auch ein gutes Gespür und ist schnell angegriffen. Das muss aber auch so sein, denn Karen hat allen Grund sich neu zu orientieren.

Neue Frisur

Die Storyline zum Lachen hat mal wieder Charlie Runkle abbekommen, der ganz schön häufig zum Aderlass gebeten wird. Dieses Mal ist er selbst dran schuld, weil er dank Hanks grandios frecher Kommentare dazu angehalten ist, sich eine Schamhaarrasur zu genehmigen und mit der Klinge nicht aufpasst. Und schon sieht er wieder rot. In berechtigter Panik (allein die Vorstellung ist für einen Mann schon beängstigend) bittet er Marcy Runkle um Hilfe, die dann eben doch nicht anders kann, als ihren kleinen Kahlkopf ins Krankenhaus zu bringen und ihn zu betreuen. Dass dadurch heraus kommt, dass Charlie doch der Vater ihres Kindes sein könnte, ist dann eine überraschende Wende, die der Geschichte doch eine hohe Bedeutung zukommen lässt. Ich mag es sehr, wenn eine scheinbar nur zum Lücken füllende und der Unterhaltung dienende Geschichte solch ein Ende hat. Da merkt man immer direkt, dass sich die Autoren tatsächlich was dabei gedacht haben und nicht ihren Lastern verfallen sind. Allerdings hätte ich mir in der Storyline durchaus gewünscht, dass etwas mehr Bezug zur vorherigen Folge genommen wird.

Bleibt nun die Frage, wie Marcy sich in Zukunft verhalten wird. Sie hat mit Charlie schon lange abgeschlossen und er ist inzwischen auch schon so weit, dass er andere Männer für Marcy schmackhaft macht. Sollte ein Kind sie wieder zusammen führen? Ich bin noch nicht entschieden, was mir besser gefallen würde, aber alles, was nicht wie die Konstellation in Staffel 3 ist, wird schon irgendwie Gefallen finden. Da will ich den Autoren mein vollstes Vertrauen schenken.

Hank als Seelsorger

Mia und Sasha Bingham haben sich schnell angefreundet, wobei noch nicht ganz klar ist, ob es wirklich Freundschaft ist. Sasha nutzt es sicherlich in erster Linie, um ihre Rolle besser hinzubekommen und Mia ist einfach mal richtig in der Krise, so dass sie wohl alles annehmen würde, was auf sie zu kommt. Dass sie mit ihrem Leben spielt, ist zwar wieder sehr heftig, da wir mit dem Thema gerade erst konfrontiert wurden, es macht aber absolut Sinn, dass dieses junge Mädchen nach all den Vorkommnissen nicht mehr klar kommt. Nach all den Eskapaden hat sie wohl nicht mehr Fuß fassen können, ist nach ihrem Erfolg an die falschen Leute geraten und da sie selbst nie was Gutes geschrieben hat, ist es mit dem nachhaltigen Erfolg nichts geworden. Dass nichts Schlimmeres passiert ist, darf man Hank verdanken, der in einem tollen Dialog so ziemlich in jedem Moment das richtige Wort findet. Das war auch insgesamt eine sehr gelungene Szene zwischen zwei Menschen, die es gerade nicht leicht haben. Sie hatte ohne dick aufzutragen Emotionen, dezenten Witz und ganz viel Tiefgang. Hank und Mia haben mir noch nie so gut zusammen gefallen wie in dieser Folge.

In die Hose gegangen

Die gute Stimmung hat offenbar auch die Lust bei Mia gesteigert, sich mit Hank wieder besser zu führen. Sasha Bingham ist da auch kein Kind von Traurigkeit und legt sich dazu. Was dann passiert, kann ich noch nicht richtig einordnen. Irgendwie ist das selten dämlich und enorm unachtsam. Das war kein Raum, bei dem man die Tür hätte schließen können und es waren viele Leute in der Nähe. Gerade Sasha Bingham hätte ich da mehr Diskretion zugetraut, weil sie nach außen doch bisher das liebe Mädchen verkörpert und eigentlich mit dem Film ihre wilde Seite zum Vorschein kommen lassen will. Dass da mal so eben einer mit einem Handy reinspazieren kann und von einer sehr unglücklichen Pose eindeutige Bilder macht, ist quasi ein Skandal. So besoffen oder stoned kann man doch nicht sein. Man hätte das einfach geheimer inszenieren müssen, der Fotograf hätte wenigstens leise eine Tür öffnen und so leise ein Bild machen sollen. So war es viel zu einfach. Die gute Seite dieser Szene ist, dass Hank es quasi schon wieder geschafft hat, nein zu sagen. Das muss man ihm durchaus hoch anrechnen, nur wird ihm das gar nichts bringen, denn welcher Mensch auf dieser Welt wird ihm das glauben, wenn das Foto veröffentlicht wird. Die nächste Episode könnte in dieser Hinsicht also sehr viel zu bieten haben und für Hank wird es wieder ganz schwer. Da hat er es endlich geschafft, sich zu bessern, und trotzdem belastet er seine Mitmenschen, besonders seine Tochter.

Fazit

Mit dem Ende will man eigentlich sofort weiter schauen, um heraus zu finden, was nun passieren wird, auch wenn das nichts Gutes sein kann. Die Folge selbst hatte somit in erster Linie vorbereitenden Charakter und ließ nichts vermissen, was man von der Serie erwartet. Überragen konnte sie aber nicht.

Emil Groth – myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "Californication" über die Folge #4.05 Kahlschlag diskutieren.