Bewertung: 7

Review: #3.09 Ein schlechtes Vorbild

Foto: Madeleine Martin & David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
Madeleine Martin & David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Jetzt, wo die Frauen untereinander voneinander wissen, bewegt den Zuschauer nun, auf welche Weise Karen davon erfährt und wie sie reagieren wird. Ach und dann gibt es ja auch noch eine Storyline um Charlie und Marcy.

Rick Springfield

Es ist schon erstaunlich, wie sich Rick Springfield in der Serie selbst darstellt. Da möchte man doch gerne wissen, wie viel Wahrheit und wie viel Phantasie in der Umsetzung seiner selbst in "Californication" vorhanden ist. Jedenfalls genießt er sein Leben in vollen Zügen und ist dabei absolut rücksichtslos. Zu leiden haben darunter in gewisser Hinsicht sowohl Charlie als auch Marcy. Letztere hat sich derart in ihr Jugendidol verschossen, dass sie sehnsüchtig auf einen Anruf wartet, was Charlie nicht besonders gefällt, weil das alles andere als in Schritt in Richtung Ehewiederbelebung ist. Da er außerdem die letzten Tage auch schön mit Springfield durch die Schlafzimmer gezogen ist, will er Marcys Erwartungen dämpfen. Dass Springfield tatsächlich eine richtige Konkurrenz um Marcy wird, hätte er sicherlich nicht erwartet und entsprechend wird er etwas aufmüpfig und will nicht mehr als Lakai für Springfield arbeiten. Die Positionen und Aufgaben sind aber ziemlich deutlich verteilt. Charlie bleibt nichts anderes übrig, als das Kokain zu besorgen. Als er am Abend dann Marcy im Tourbus mit einem herrlichen Lätzchen antrifft, ändern sich die Dinge schlagartig. Charlie macht ernst, Marcy öffnet die Augen und geht mit Charlie von dannen. Der Beginn eines Neustarts? Für Charlie sicherlich, denn wie es aussieht, muss er sich nun einen neuen Job suchen. Wenn es dem privaten Glück auf die Sprünge geholfen hat, war es das sicher wert.

Auch wenn es ein paar komische Momente gab, zum Beispiel Charlie mit dem Homer, so hat mir die Storyline doch zu viel Platz in der Episode in Anspruch genommen. Nach der herrlichen letzten Episode, in dem Hanks Kartenhaus zusammen gefallen ist, wollte ich vor allem in diesem Bereich mehr wissen, was so etwas zu kurz kam. Da Rick, Marcy und Charlie nun keine so geniale Geschichte erzählten, war das in der Summe nicht begeisternd.

Beste Freunde

Immerhin ist die Verknüpfung von Charlies und Hanks Geschichte durch den gemeinsamen Mittelteil der Jungs gut gelungen. Charlies Emotionsausbruch war verständlich und überzeugend und irgendwie richtig niedlich. Allerdings ist es nun nicht so gewesen, dass die beiden in der letzten Zeit durch so viel gemeinsame Buddy-Momente geglänzt hätten. Trotzdem waren sie bei Bedarf füreinander da, was quer übers Land verteilt nicht mehr möglich wäre. So ganz kann man sich auch nicht vorstellen, dass Hank wirklich nach New York geht. Es wäre schade, wenn solche Momente wie der Einruch um das Kokain zu besorgen, kein Bestandteil der Serie mehr sein könnten, weil Charlie und Hank doch sehr schön harmonieren. Außerdem würde man mit dem Serientitel in Konflikt geraten. Man muss sich also kaum Sorgen machen, dass dieses infantile Duo verloren geht. Die Frage ist höchstens noch, wie die New York-Pläne ad acta gelegt werden, doch da könnte das Verhältnis von Hank und Karen Antwort liefern, denn die eigentliche Krise für Hank beginnt jetzt erst.

Nr.1

Weil Becca mal wieder ihren Vater verteidigt, was inzwischen fast nicht mehr nachzuvollziehen ist, kommt auch Karen wieder aus New York herüber, weil Hank offenbar in seiner Erziehungsaufgabe vollkommen versagt hat. Die Zusammenkunft beim Schulleiter hat dann den ersten Faustschlag zur Folge, weil Felicia ganz offensiv den Konflikt der Mädchen erklären will. Karen verschlägt es verständlicherweise die Sprache, denn sofort ist so ziemlich das schlimmste passiert, was sie sich vorstellen konnte. Hank hat mit einer Frau geschlafen, die sie überhaupt nicht ausstehen konnte. Sie will auch gar nicht die Umstände wissen, was es auch nicht besser machen würde. Karen versucht ihre Kraft nun auf Becca zu richten, weil Hank unverbesserlich ist und jedes Wortgefecht sinnlos wäre. Karen tut einem jetzt schon leid, denn sie weiß erst ein Drittel der ganzen Wahrheit. Man kann zumindest sagen, dass das schlimmste weg ist, aber ob Karen Hank auch nur noch einen Blick widmen kann, wenn sie von Jill und Jackie erfährt, wird sich zeigen. Jetzt sind die Fronten erstmal verhärtet.

Becca hat es auch inzwischen satt und möchte endlich ein unkompliziertes Leben und Antworten auf die ganz einfachen Fragen, die aber niemand beantworten kann. Karen hilft erstmal dabei, die kleinen Probleme zu lösen, bevor es ans Eingemachte geht. Der Besuch bei den Koons war dann eine schöne Szene, die vor allem durch Peter Gallagher getragen wurde. Er zeigt Stacy nicht nur als liebenden Vater sondern auch wieder als widerlichen Kerl, der auf Karen ein Auge geworfen hat, damit die Familien quitt sind. Interessant ist, dass Chelsea ihre Mutter für alles verantwortlich macht, Stacy aber immerhin den Anstand hat, zu relativieren und zu erklären, dass so was komplexer und komplizierter sei. Stacy hat also Potenzial als guter Mensch, die Ehe ist trotzdem hinüber, denn Felicia fühlt sich mehr als nur befreit und hat wohl auch deshalb so ungeniert in der Schule alles ausgeplaudert. Hofft sie auf mehr bei Hank und versucht den Keil zwischen ihm und Karen immer tiefer zu schlagen? Die Grundrichtung der nächsten Episoden scheint klar, im Detail könnte es aber noch zu Überraschungen kommen.

Fazit

Nach der tollen letzten Episode hatte es diese Episode schwer, die Spannung, die Dynamik und den Humor zu halten. Trotz Karens Rückkehr und der Lüftung eines Teils von Hanks Geheimnis konnte die Episode aber nicht begeistern, was für mich auch daran lag, dass der Schwerpunkt zu sehr auf Rick Springfield lag, der nur als Beiwerk viel Spaß macht. Insgesamt war es aber trotzdem eine ordentliche Episode.

Emil Groth - myFanbase

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