Bewertung: 6

Review: #12.09 Nicht nur Kopf im Stroh

Foto: Emily Deschanel & David Boreanaz, Bones - Copyright: 2017 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX
Emily Deschanel & David Boreanaz, Bones
© 2017 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX

In der "Bones"-Episode #12.09 The Steel in the Wheels bringt die Serie gleich mehrere altbekannte Gesichter zurück. Doch so nett es auch war, sie wiederzusehen, hat der Folge etwas die Zeit gefehlt, um ihr volles Potenzial auszunutzen.

"Buck and Wanda Moosejaw have some car-shopping to do."

Es ist Zeit für den letzten Undercover-Fall! Grund genug für Brennan und Booth, um ein letztes Mal ihre herrlich grausigen Verkleidungen anzuziehen und sich als Buck und Wanda unter die Leute zu mischen. Das Timing der Folge war vielleicht nicht allzu günstig, immerhin trauert Brennan immer noch um Max und das hat der ganzen Sache doch etwas von der üblichen Leichtigkeit und dem Spaß genommen, die solche Undercover-Einsätze normalerweise immer begleiten. Stattdessen scheint sich Brennan durch die erste Hälfte des Außeneinsatzes eher zu quälen, als ihn zu genießen. Zum Glück konnte sie sich aber jedenfalls am Schluss beim eigentlichen Wettbewerb ehrlich über ihren Ausflug freuen und unbeschwert lachen. Da hatte Dr. Gordon Wyatt wohl mal wieder recht: Aggressionen abbauen hilft. Und wo geht das besser als beim Stockcar-Fahren?

"Anything for an old friend."

Wo wir gerade von ihm sprechen - auf den Besuch von Gordon Wyatt habe ich mich eh schon lange gefreut. Irgendwie hat mir es dieser Charakter unheimlich angetan. Das liegt wohl an der Mischung von herrlich überspitzter Britishness, die einfach genial von Stephen Fry rübergebracht wird und der Tatsache, dass Wyatt mit seinen psychologischen Anregungen eigentlich immer richtig liegt und weiterhelfen kann. All das war diesmal kompakt vereint. Sehr kompakt, denn eigentlich hätte man diesen Charakter sowohl durch Brennans aktuelle Storyline als auch wegen dem Zack-Prozess ruhig mehrere Folgen am Rande dabeihaben können, wenn man ihn denn schon aus heiterem Himmel zurückbringt. Aber dafür fehlt einfach die Zeit. Also begnüge ich mich mit einem Kurzauftritt, der auf jeden Fall dafür gereicht hat, frischen Wind ins Team zu bringen. Das fängt schon damit an, dass Wyatt Booths Büro in so etwas wie eine britische Hochburg verwandelt, samt Union-Jack-Kissen, Tee und Biscuits. Natürlich war es kein Wunder, dass er mit Aubrey gleich einen neuen Fan dazubekommt.

Der Hauptgrund, warum Gordon Wyatt von Booth dazu geholt wurde, war es, ihnen im Prozess um Zack zur Hilfe zu gehen. Dafür wird wieder richtig tief im Gormogon-Fall gegraben, was mir sehr gut gefällt, weil das immer noch mein Lieblings-Serienkiller ist. So bekommen wir auch gleich nochmal den Gormogon-Safe samt Skelett zu sehen und dürfen im Laufe der Folge mit Hodgins in die Tiefen der Freimaurer-Mythologie eintauchen. Dass sie den früheren Lehrling von Gormogon tatsächlich noch finden konnten, war wohl etwas sehr viel Glück. Aber Hauptsache, die Leiche ist da und das Blut am Ärmel gehört zum Lobbyisten (wovon ich jetzt einfach mal stark ausgehe).

Time is running out

In dieser Folge hat man sehr deutlich gemerkt, dass die Autoren viele Ideen haben, die sie noch irgendwo in Staffel 12 unterbringen wollen, weswegen die ganze Staffel ein wenig gehetzt erscheint. Handlungsstränge müssen beendet werden, beliebte Gastdarsteller zurückgeholt, altbekannte Serienelemente noch ein letztes Mal zur Schau gestellt werden. Einfach ein bisschen Best-of-Feeling in die Abschlussstaffel bringen, nachdem man ausnahmsweise mal vorher weiß, dass es zu Ende geht. Das ist natürlich gerade für die echten Fans der Serie echt super. Man sieht überall Bekanntes und darf sich mit den Charakteren zurückerinnern. Nur sind die zwölf Folgen einfach etwas zu knapp, um alles ordentlich unterzubringen. Vor allem nachdem ja auch noch die normalen Handlungsstränge weiterlaufen sollen.

Und so gehen gerade in dieser Folge die beiden großen "Best-of-Elemente", der Undercover-Fall und Dr. Gordon Wyatt, etwas unter. Klar, beide kriegen ihren Auftritt, bei beiden sind die beliebten Sachen vorgekommen, aber es fehlte eben einfach die Zeit, um alles ordentlich darzulegen. Der Undercover-Fall war zum Beispiel so kurz, dass man ihn auch eher als Ausflug hätte bezeichnen können. Okay, Brennan und Booth verkleiden sich und machen verdeckt bei dem Rennen mit. Aber das ganze Drumherum hat gefehlt, sie tauchen nicht wirklich in die Welt ein, wie sie es etwa beim Zirkus getan haben. Und auch Dr. Gordon Wyatt durfte zwar wieder kochen und seine Hilfe anbieten, aber gerade ihn hätte man noch viel mehr ausnützen können.

Randnotizen:

  • Jaime Bergman, die Ehefrau von David Boreanaz, durfte in dieser Folge eine kleine Nebenrolle annehmen. Sie war Dawn Skaggs, die Stockcar-Fahrerin mit dem goldenen Outfit.
  • Wir dürfen uns mit dieser Folge auch von Rodolfo Fuentes verabschieden. Durch den offiziellen Laborkittel als Geschenk von Cam und die darauffolgende Unterhaltung darüber, dass er sich wohl bald nach einem Job außerhalb von D.C. umschauen muss, gab es zumindest einen kleinen Abschluss für ihn.
  • Brennans - oder besser Wandas - Auto beim Stockcar-Derby hieß passenderweise "Bonecrusher".



Fazit

Viele Folgen sind es nicht mehr bis zum Serienfinale und es scheint ganz so, als wollte man noch ein bisschen Spaß und Ablenkung in die Geschichte bringen, bevor sich alle Handlungsstränge langsam aber sicher zum großen Finale annähern. Das hat auch gut geklappt. Trotzdem ist gerade diesmal stark aufgefallen, dass man sich schwer tut, all den "Bones"-Elementen, die man nochmal zeigen möchte, auch den gebührenden Auftritt zu schenken.

Denise D. - myFanbases

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