Bewertung: 7

Review: #11.03 Wie wählerisch sind fleischfressende Forellen?

Foto: Emily Deschanel & David Boreanaz, Bones - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Brian Bowen Smith/FOX
Emily Deschanel & David Boreanaz, Bones
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Brian Bowen Smith/FOX

Langsam kehrt bei "Bones" wieder Normalität ein. Brennan und Booth sind zurück und gehen wie eh und je gemeinsam ihren Fällen nach. Und so erleben wir eine Episode, die nach dem fulminanten Staffelauftakt wieder in gewohnten und angenehm bekannten Bahnen verläuft.

"Doing the right thing is rarely the same as doing the easy thing."

Bei diesem Fall wurde mal wieder ein aktuelles Thema angesprochen: die Organspende. In der Serie wurden nun schon häufiger verschiedene brisante Inhalte thematisiert, sei das nun die Todesstrafe, der amerikanische Sklavenhandel oder Geflügelgroßfabriken, um nur einige zu nennen. Dabei wurde immer viel Wert darauf gelegt, dass die Charaktere Position beziehen und meist verschiedene Meinungen haben. Es wurde einem dadurch nie eine gewisse Position aufgezwungen, sondern es hat einen nur zum Nachdenken angeregt. So läuft es auch beim Thema Organspende, auch wenn in dieser Episode vergleichsweise wenig Diskussionen aufkamen. Das lag vermutlich daran, dass der Fall nicht wie meistens bei sensibleren Themen, der Hauptschwerpunkt der Folge, sondern durch die vielen Geschichten der Charaktere, eher eine von vielen Handlungen war.

Trotzdem wurden die wichtigsten Punkte zum Thema Organspende und vor allem auch der Organhandel thematisiert. Und es ist gar nicht so einfach, eine eindeutige Position zu beziehen. Während Booth auf die kriminellen Gefahren des Organhandels hinweist, denkt Brennan mehr an die Leben, die dadurch gerettet werden können. Im Laufe der Ermittlungen treffen wir Verdächtige, die beide Meinungen bestätigen. Zunächst den Bestatter, der sich mit den entnommenen Organen ein schönes Sümmchen dazuverdient. Dann der Assistent des Opfers, der bereit war, seine eigene Niere für seinen Job aufzugeben. Auf der anderen Seite der Medaille sehen wir die Ärztin, die die Organe weiterleitet und dabei das höhere Ziel vor Augen hat. Und zuletzt den Vater einer kranken Tochter, dem es egal ist, woher die Organe kommen, solange er nur sein Kind retten kann. Ja, ein wirklich schwieriges und vielschichtiges Thema, das einem hier gezeigt wird.

"How does it come that every happy couple treats me like I'm broken now that I'm not in a relationship?"

Parallel zu den Ermittlungen erfahren wir, dass Angela sich an der Fotografie versucht. Es ist schön, dass sie sich einer neuen Kunstrichtung zuwenden konnte, nachdem Paris schon nicht geklappt hat. Das dürfte wohl auch einer der Gründe gewesen sein, warum Hodgins so sehr für die Fotoausstellung gekämpft hat. Man kann darüber streiten, inwieweit es dabei okay von ihm war, alles hinter Angelas Rücken zu organisieren, aber zumindest hat er sich bei ihr entschuldigt und ihr letztlich die Wahl gelassen. Und das mit Erfolg. Mal sehen, ob wir noch mehr von ihrem neuen Hobby erfahren werden, schön wäre es auf jeden Fall.

Während es bei Angela und Hodgins gerade ziemlich super läuft, hadert Cam mit ihrer Trennung von Arastoo. Hier sieht man mal wieder den von mir so oft gelobten Familienaspekt vom Team. Sie alle versuchen, Cam etwas abzulenken und möchten sie einladen. Eine wirklich sehr nette Geste. Aber trotzdem ist es letztlich Brennan, an die sich Cam wendet. Obwohl oder vermutlich gerade weil die doch eher weniger der richtige Ansprechpartner für emotionale Beziehungsgeschichten ist. Tatsächlich hat Cam aber ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht bereuen kann, den Job Arastoo vorgezogen zu haben. Es dürfte interessant werden, ob Geschichte jetzt langsam fallen gelassen wird, oder ob wir noch eine Überraschung erleben werden.

"I really have missed this."

Werfen wir zuletzt noch einen Blick auf Brennan und Booth. Nachdem sie ja schon in der letzten Folge bemerkt haben, dass ihnen an ihrem alten Job sehr viel liegt, freut es mich, dass sich auch jetzt beim Wiedereinstieg nichts daran geändert hat und wir die beiden so ohne jeglichen Wehmut in den Tag starten sehen. Ganz im Gegenteil, wir sind zurück beim glücklichen Familienleben vom Beginn der Staffel, nur dieses Mal eben ohne nachfolgende Dramatik. Dafür können wir am Ende der Folge sehen, dass Christine ein Mobile für Hank][/url] gebastelt hat, ganz genau so wie [url=Parker das damals für sie gemacht hatte. Das war eine echt schöne Parallele.

Was das Arbeitsleben angeht, so gibt es einige Unterschiede zwischen Brennan und Booth. Während Brennan ohne Probleme und Veränderungen ihren Posten wieder aufnimmt, steht Booth vor einem besetzten Büro. Das dürfte wohl daran liegen, dass das Jeffersonian Institute es nie geschafft hat, einen echten Ersatz für Brennan zu finden, das FBI mit Aubrey jedoch ganz gut klargekommen ist. Da tat einem Booth fast leid, der voller Freude aus dem Aufzug gestiegen ist, nur um dann ins Großraumbüro verfrachtet zu werden. Letztlich schafft es Aubrey aber, alles zu organisieren und Booth ist mitsamt Bobbyfigur wieder in seinem alten Büro. Wie sollte es auch anders sein.

Und auch als Team sind Brennan und Booth wieder unschlagbar. Das bringt mich auf die wirklich lustige Szene im Beerdigungsinstitut, in der Brennan ohne zu zögern das Hemd des Toten vor versammelter Familie aufreißt und ganz begeistert "Aha, just as I suspected!" ruft. Zum Schreien.

"But Daddy said uncle Jared was in heaven."- "No, uncle Jared was cremated."

Tut mir leid, dieses Zitat ist so herrlich typisch für Brennan, das musste ich einfach einbauen. Ansonsten fand ich die Geschichte mit Jareds verschwundener Asche etwas merkwürdig. Vor allem, weil nicht wirklich viel dabei herausgekommen ist. Das Ganze diente wohl hauptsächlich dem Zweck, dass man Jareds Tod und Booths Umgang damit noch einmal thematisiert. Vielleicht könnte man in den letztlichen Fundort des Kartons vor Hanks Krippe noch etwas bezüglich der Verbindung zwischen Geschwistern hineininterpretieren, aber das geht dann doch etwas weit. Da hätte ein Gespräch zwischen Booth und Brennan, oder vielleicht sogar besser zwischen Booth und Cam genau so funktioniert.

Fazit

Als Verschnaufpause gab es eine klassische "Bones"-Episode ohne dramatische Wendungen, dafür aber mit vielen interessanten und sympathischen Storylines.

Denise D. - myFanbase

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