Bewertung: 6

Review: #9.05 Ein Vorbild als Vogelfutter

Foto: David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones - Copyright: 2013 Fox Broadcasting Co.; Ray Mickshaw/FOX
David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones
© 2013 Fox Broadcasting Co.; Ray Mickshaw/FOX

Nachdem Christopher Pelant in der letzten Folge von Booth erschossen wurde und somit das Team nicht mehr terrorisieren kann, geht das Leben im Jeffersonian mit neuen Fällen weiter und Brennan und Booth fangen endlich an ihre Hochzeit zu planen.

"So Charlie McCord slapped the toughest man in the world?" – "Yeah and revenge is sort of the Ice Man's thing."

Der Fund der Leiche lieferte dieses Mal eine beeindruckende Kulisse, wurde das Skelett des Mannes doch hängend an der Wand eines Canyons gefunden und Booth und Brennan mussten an Seilen heruntersteigen, um einen ersten Blick auf die Leiche, sowie den Tatort zu werfen. Alles sah somit vorerst nach einem Unfall aus, doch schnell wurde klar, dass Charlie McCord, ein Lehrer, der im Endstadium an Krebs erkrankt ist, ermordet wurde. Der Täter sowie auch das Tatmotiv fand ich eher plump, ist Geld doch eines der ältesten und meistgenannten Motive der Kriminalgeschichte. Und auch beim Täter handelte es sich jetzt nicht um die Überraschung der Folge, fand ich es nämlich irgendwie vorhersehbar, dass der Kollege des Toten, welcher ihm beim Dreh der Videos, die plötzlich Geld einbrachten, behilflich war, in dessen Tod verwickelt war. Doch trotz des etwas fantasielosen Motivs und dem vorhersehbaren Täter, hatte der Fall der Woche seinen Reiz und zwar lag dieser im Leben des Opfers kurz vor seinem Tode.

Jeder hat sich sicherlich schon einmal gefragt, was er tun würde, wenn er wüsste, dass er nur noch eine begrenzte Zeit zu leben hätte. Dem Opfer dieser "Bones"-Episode geht es so. Er hat Krebs im Endstadium und weiß, dass er nur noch kurze Zeit leben wird. So arbeitet er seine Bucket-List ab, eine Liste auf der steht, was er vor seinem Tode noch alles erleben beziehungsweise machen will. So versetzt er einem bekannten Schläger einen Kinnhaken oder geht in einem gefährlichen Canyon klettern. Das alles nimmt er auf Video auf, welches er schließlich mit Kommentaren über seine Krankheit sowie weiteren Lebensweisheiten ins Netz stellt. Das Interessante daran war hier sicherlich, dass auf dieser Bucket-List vor allem Sachen stehen, die eigentlich nicht unbedingt typisch für das Opfer waren. Das zeigt, dass jeder Träume hat, die vielleicht nicht unbedingt dem entsprechen, wie man sonst sein Leben lebt oder Sachen, die man vielleicht nicht unbedingt tun würde, weil man Angst davor hat oder das Risiko nicht eingehen will. Wenn man jedoch weiß, dass man nichts mehr zu verlieren hat, erfüllt man sich diese Wünsche. Die Frage, ob man sich diese Wünsche nicht vielleicht schon vorher erfüllen sollte, bleibt im Raum stehen, aber diese letzten Tage im Leben des Opfers waren auf alle Fälle um einiges interessanter als die Untersuchung von seinem Tod.

"Dr. Brennan would rather work with a computer than me."

Der Konkurrenzkampf zwischen Sweets und dem Computersystem Val war ja ganz witzig und es ist auch schön zu sehen, dass Booth Sweets so vertraut, dass er diesem und seinen psychologischen Einschätzungen ganz klar den Vorrang vor dem Computer gibt. Doch mir ist während der ganzen Folge eine Frage im Kopf herumgeschwirrt: Ist Sweets jetzt zurück beim FBI? Oder war er nur zufällig da und hat da von Val erfahren, was ihn dazu veranlasst hat, sich zu beweisen? Oder kehrt er jetzt, da Val den falschen Täter identifiziert hat und wieder abgeschafft wurde, zurück? Und was ist aus seinem Job bei dem Community Center geworden? Letzterer wurde nämlich mit keinem Wort erwähnt und es war eigentlich, als wäre Sweets niemals weg gewesen und das hat mich nun doch schwer enttäuscht. Da dreht sich die Folge #9.03 Wer war schlecht für den Schlachter? fast ausschließlich um Sweets und seine Entscheidung, nicht mehr für das FBI zu arbeiten, und dann löst Sweets plötzlich wieder ganz normal mit Booth und dem Jeffersonian Team zusammen Fälle und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Solche Lücken müssen nicht sein und es hätte genug Zeit sein müssen, die Motivation von Sweets, zum FBI zurückzukehren und seine Arbeit im Community Center niederzulegen, zu erklären.

"Must you interrupt?" – "I'm just trying to use our time more efficiently." – "Well, it doesn't make you any more likeable."

Irgendwie gefällt mir Oliver ganz gut. Obwohl seine Art natürlich nicht sehr nett ist, sorgt er doch für einen witzigen Touch in der Episode. Mir gefällt sehr gut, dass er eigentlich eine etwas extremere Version von Brennan ist, was auch erklärt, weswegen er mit ihr "befreundet" sein will. Oliver ist genauso gut in seinem Fach, genauso clever wie Brennan, kann aber überhaupt nicht mit anderen Menschen umgehen, Gefühle zeigen, sich in die Gefühle von anderen hineinversetzen oder Interesse geschweige dann Mitleid zeigen. Das erinnert mich doch sehr an Brennan in der ersten Staffel, bevor sie angefangen hat mit Booth zu arbeiten. Und ich frage mich, ob Brennan nicht vielleicht genau wie Oliver geworden wäre, hätte sie nicht Booth kennen- und liebengelernt. Denn Booth hat doch mit seiner einfühlsamen Art Brennan dazu gebracht, ihre emotionale und menschliche Seite zu entdecken und nicht immer alles rational und wissenschaftlich zu betrachten. Von diesem Punkt aus betrachtet, wäre es eigentlich witzig und interessant gewesen, wenn Oliver und Brennan nicht nur während der Arbeit ein bisschen Zeit zusammen verbracht hätten. Ich persönlich freue mich auf alle Fälle schon auf den nächsten Auftritt von Dr. Oliver Wells.

"Look we've been waiting a long time for this day, for our wedding, I just want this day to be our day. Don't you?" – "But we will invite everybody won't we be?"

Die Hochzeitsplanung ist also schon in vollem Gange und das witzige dabei ist, dass Brennan plötzlich die Romantische in der Beziehung ist und Booth eigentlich nur eines will: nämlich Brennan heiraten. Das will er in ganz einfachem Rahmen tun, am liebsten wohl nur in Anwesenheit von Brennan und ihm und mit Würstchen im Teig zum Essen. Ich glaube Booth hat so lange auf Brennan gewartet, dass er sie jetzt einfach so schnell wie möglich heiraten will, damit nichts und niemand mehr dazwischen kommen kann. Brennan hingegen hat sich lange gegen eine Hochzeit gesträubt, da sie nicht an die Institution Ehe geglaubt hat. Während ihrer Beziehung mit Booth, hat sie jedoch langsam gemerkt, dass es auch ihr Wunsch ist zu heiraten und jetzt da es soweit ist, will sie es auch richtig machen. Ein großes Fest, ein schönes Kleid und alle ihre Freunde sollen dabei sein. Ja, sie hat uns alle, inklusive Angela, sogar damit überrascht, dass sie schon lange von einem Hochzeitskleid träumt und da sogar schon konkrete Vorstellung in Form eines Bildes aus einer Zeitschrift hat. Wer hätte gedacht, dass Brennan eine romantische Ader hat.

Trotz diesen romantischen Gefühlen, die bei Brennan bei der Aussicht auf die Hochzeit auftauchen, haben die Autoren es aber geschafft, den Charakter Brennan nicht unglaubwürdig erscheinen zu lassen. So zeigt sie im Bezug auf ihre Gefühle eine gewisse Scheu und will vor Booth nicht richtig mit ihren Wünschen herausrücken. Ich denke das liegt daran, dass sie sich ihre Gefühle selber nicht erklären kann. Das wird auch in ihrem Gespräch mit Angela klar, als sie diese bittet sich um ihr Wunschkleid zu kümmern. Es ist ihr fast peinlich Angela gegenüber zu gestehen, dass sie schon lange von diesem Kleid träumt. Bei diesem Gespräch wird auch deutlich, dass Brennan nicht ganz mit Booths Plänen für die Hochzeit einverstanden ist und ich bin mir sicher, dass wenn sie sich nicht traut dies Booth zu gestehen, wird er es in Kürze selber herausfinden, schließlich ist es immer noch er, der die besondere Fähigkeit besitzt, die Gefühle anderer Menschen ohne Worte zu deuten.

"Booth is a good man Angela, he didn't want to hurt me, it was Pelant, who kept us apart..." – "Yeah, I should have trust him"

Ich gebe es ja zu, Angela hat bei mir einen schweren Stand, da ich ja immer noch der Meinung bin, dass man ihren Charakter komplett kaputt geschrieben hat. Das hat schon zu dem Zeitpunkt begonnen, als Brennan wegen eines Verbrechens angeklagt wurde und mit Christine verschwand. Damals hat Angela Cam verurteilt, weil diese sich nicht komplett gegen die Behörden gestellt hat. Dann als ihr Sohn und ihr Ehemann durch Pelant bedroht wurden, hat sie nicht annähernd das gleiche Engagement gezeigt, wie zum Zeitpunkt, als Brennan des Mordes angeklagt war. Und schließlich hat sie Booth verurteilt, obwohl sie eigentlich hätte wissen müssen, dass er gute Gründe für die Ablehnung von Brennans Antrag hatte, schließlich kennt sie Booth ja jetzt schon eine Weile. Und jetzt, da sie diesen Grund kennt, hat sie es doch immer noch nicht geschafft, sich bei Booth zu entschuldigen. Wenigstens hat sie ihren Fehler eingesehen, ich hoffe sie kann diesen wenigstens ein bisschen wieder gut machen, indem sie endlich das Gespräch mit Booth sucht. Vielleicht steigt sie dann auch wieder ein kleines bisschen in meinem Ansehen.

Fazit

Der Fall war aus dem Gesichtspunkt der Aufklärung nicht unbedingt spannend und überraschend, das Opfer hingegen war eine wirklich interessante Persönlichkeit. Positiv war auch Brennans und Booths Hochzeitsplanung, in der witzigerweise die Rollen in gewissem Sinne getauscht wurden. Kritik habe ich vor allem an Sweets Handlungsstrang zu üben, bei dem mir einfach die Logik fehlt und ich nicht wirklich begreife, ob und warum Sweets nun plötzlich so schnell wieder beim FBI arbeitet. Und auch Angela hat, trotz der Erkenntnis, dass Booth für sein Verhalten während der letzten Zeit einen triftigen Grund hatte, noch nicht die Maßnahmen ergriffen, die ich erwartet hätte.

Maria Schoch - myFanbase

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