Bewertung: 9

Review: #9.04 Pelant und die Götzendämmerung

Foto: Andrew Leeds, Bones - Copyright: 2013 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX
Andrew Leeds, Bones
© 2013 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX

Christopher Pelant ist zurück und beschert dem Zuschauer erneut eine hervorragende Folge, welche die Genialität des Serienmörders erneut unterstreicht und auch gleich die nächste episoden- oder staffelübergreifende Storyline einführt.

"Pelant thinks he is smarter than all of us, which might be true, but he is not smarter than all of us put together."

Ich bin hin- und hergerissen zwischen meiner "Trauer" um Pelant und der Freude, dass Brennan, Booth und das Team diesen Serienkiller nun endlich ausgeschaltet haben. Die Trauer kommt daher, dass es für mich bei "Bones" in den acht Staffeln noch keinen spannenderen und genialeren Serienkiller gegeben hat als Pelant. Auch wenn die anderen wie beispielsweise Gormogon oder die Totengräberin Brennan und ihr Team auch herausgefordert haben, so war doch keiner wie Pelant, der sogar Brennan so um den Finger wickeln konnte, dass sie am Schluss sogar noch eine Zeitlang versucht hat, ihm das Leben zu retten. Und so hat Caroline mit ihrer Aussage, welche ich bei diesem Teil meiner Review als Überschrift genommen habe, Recht behalten. Obwohl alle Teammitglieder in ihren verschiedenen Ressorts so einiges an Genialität und Cleverness aufweisen, konnten sie Pelant nur in intensiver Zusammenarbeit ausschalten und dies auch erst nach diversen Anläufen.

Schon der Plan des Teams nun selbst in die Offensive zu gehen und Pelant aus der Reserve zu locken, kann durchaus als letzter verzweifelter Versuch, Pelant endlich das Handwerk zu legen, bezeichnet werden. Und es scheint so, als hätte Pelant das vorhergesehen oder sich zumindest gegen einen solchen Schritt abgesichert. Denn schließlich hat er doch schon einiges an Arbeit in die Geschichte rund um Hayes Flynn gesteckt. Der Tod von diesem war schrecklich, jedoch ein guter Schachzug der Autoren, denn so wirkt Pelant noch ein Stückchen genialer und Booth Wille den Serienkiller umzubringen, wird noch verständlicher. Sehr gut gefallen hat mir dann schließlich auch das Ende des Handlungsstranges, denn obwohl sicher jeder im Team sein Stückchen zur Fassung von Pelant beigetragen hat, war es schließlich Brennan die entscheidend dafür war, dass Booth Pelant erschossen hat. Und zwar war es nicht ihr hoher IQ, ihr umfassendes Wissen, ihre Genialität, ihre Ausbildung oder ihre Rationalität sondern ihre Liebe und ihr Vertrauen zu Booth, welches das entscheidende Element war, das Pelant nicht vorhergesehen oder einkalkuliert hat. Er hat Brennans Persönlichkeit bis zum Schluss so betrachtet wie auch seine eigene, nämlich dass Gefühle in ihrem Leben keine übergeordnete Rolle spielen. Und das war auch mal so, nämlich bevor sie Booth kennengelernt und lieben gelernt hat. So war es schön mitanzusehen, dass ihre emotionale Seite, die Liebe für Booth über ihre rationale Seite, nämlich Pelant am Leben zu lassen und herauszufinden, wer diese Serienkillerin ist, von der er gesprochen hat, gesiegt hat.

"I wish I killed Pelant three months ago." – "I'd be better to catch him alive." – "Better for who?"

Die Charaktere Booth und Brennan standen neben Pelant in dieser Folge klar im Mittelpunkt. Dabei hat mir sehr gut gefallen, dass bei beiden ihre Charakterzüge in diesen Situationen gut zum Vorschein gekommen sind und gut ausgearbeitet wurden. Booth, bei dem neben seinem Gerechtigkeitssinn auch sein Beschützerinstinkt sehr ausgeprägt ist, will im Bezug auf Pelant nur noch eines, nämlich ihn töten. Dieses Gefühl wird durch die Ermordung seines Kollegen Hayes Flynn, welcher ihm vor Jahren einmal das Leben gerettet hat, noch verstärkt und so ist eigentlich schon zu Beginn der Folge klar, dass Booth, wie Cam treffend erwähnt, keine Ruhe geben wird, bis er Pelant gefunden und getötet hat. Eigentlich wäre es spannend gewesen, was passiert wäre, wenn Booth auf Pelant gestoßen wäre und dieser sich ergeben hätte. Hätte Booth ihn trotzdem erschossen und so gegen eines seiner Prinzipien, nämlich den Glauben an den Rechtsstaat, verstoßen? Wir werden dies nie erfahren, aber ich wage hier zu behaupten, dass bei Booth im Falle Pelant der Beschützerinstinkt über den Glauben an den Rechtsstaat gesiegt hätte, denn schließlich wurde Pelant schon einmal festgenommen und hat es dann doch wieder geschafft, der gerechten Strafe zu entgehen.

Die Einbindung von Aldo Clemens ist auch hier wieder sehr gut gelungen. Sowohl bei Szenen mit Booth wie auch mit Brennan hat er mit seinen Sprüchen für etwas Auflockerung gesorgt, jedoch trotzdem die Ernsthaftigkeit der Folge und der Situation bewahrt, indem er auf die Probleme seines Gegenübers eingegangen ist. Ich hoffe sehr, dass wir den Barkeeper/Priester noch einmal wiedersehen werden, hat doch vor allem die Interaktion zwischen David Boreanaz und Mather Zickel sehr gut funktioniert. Weitere Charaktereigenschaften von Booth sind seine Loyalität sowie seine außerordentlich gute Menschenkenntnis und auch diese beiden werden in der Episode aufgegriffen, indem er keine Sekunde lang, trotz Beweisen, die genau das Gegenteil behaupten, glaubt, dass Hayes Flynn mit Pelant zusammengearbeitet hat.

"They were all killed by one person" – "Who?" – "I don't know... yet, but because I better than you and all your squinters I will figure out, who the killer is."

Genau wie bei Booth werden auch bei Brennan ihre speziellen Charakterzüge aufgegriffen, etwas worauf natürlich auch Pelants Plan abzielt. Abgesehen, dass Brennan durch Pelant teilweise sowieso schon verunsichert ist, da es ihr bisher noch nicht gelungen ist, ihn zu fassen, stellt er in dieser Folge ihre Arbeit noch etwas mehr in Frage, indem er ihr versichert, dass sie bei diversen Mordopfern Gemeinsamkeiten, die auf einen Serienkiller hinweisen, übersehen hat. Ob dies der Wahrheit entspricht oder nicht, Pelant weiß ganz genau, dass er mit dieser Geschichte Brennans Aufmerksamkeit erregt und sein Plan zielt darauf ab, dass sie in dieser Sache mit ihm zusammenarbeiten beziehungsweise seinen Rat einholen will. Und dieser Plan klappt vorerst auch. Brennan wirkt nachdem Pelant sie mit seiner Theorie über die Serienkillerin konfrontiert hat, völlig verwirrt und fängt sogar an, an sich selbst zu zweifeln. Cam muss sie richtiggehend anweisen, sich wieder auf die Suche nach Pelant zu konzentrieren, da sie sich natürlich sofort auf die Suche nach Beweisen für Pelants Theorie begibt.

So ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass Brennan zu Pelant fährt, da sie denkt, dort noch irgendwelche weiteren Dinge über diese Serienkillerin herauszufinden. Vielleicht sogar herauszufinden, dass Pelant alles nur erfunden hat, denn für Brennan ist es nicht fassbar, dass sie etwas von dieser Tragweite übersehen hat, dass sie die Gemeinsamkeiten dieser Opfer nicht entdeckt hat. Doch dann als sie bei Pelant ist und Booth dort auftaucht, geht Pelant zu weit, als er Brennan sagt, dass sie für ihre Arbeit, um den Killer zu fassen, sogar Booth Leben riskieren würde. Dort setzt Brennans rationales Denken aus und die Gefühle, die Liebe zu Booth setzt ein und das ist etwas womit Pelant und vielleicht nicht einmal Brennan selber gerechnet hat. Mit dieser Wendung wird sehr schön gezeigt, wie viel Brennan von Booth gelernt hat, wie sehr sich ihr Charakter im Bezug auf das Zulassen von Gefühlen weiterentwickelt hat und vor allem wie wichtig ihr ihre Familie ist.

"Bones, If I ask you to marry me, would you say yes?" – "If I say yes, would we get married." – "Yes"

Endlich. Endlich ist es soweit. Brennan und Booth werden heiraten. Das hoffe ich zumindest, denn ich gehe nicht davon aus, dass die Autoren dem Paar in dieser Beziehung noch mehr Steine in den Weg legen werden. Ich freue mich für die beiden und jetzt ist es auch Zeit dafür. Vor allem da ich mir inzwischen bei "Bones" sicher bin, dass egal welche Beziehung Brennan und Booth führen, ob sie verheiratet sind oder nicht, die Serie und die Handlungsstränge in welche die beiden verwickelt sind, nie langweilig werden, das haben die Autoren in den letzten Jahren genügend oft bewiesen und die wundervolle Chemie der beiden sowie die kleinen Kabbeleien um Alltägliches und nicht Alltägliches wird auch immer da sein, dafür werden David Boreanaz und Emily Deschanel schon sorgen.

Randbemerkungen

  • Sweets Rückkehr ins Team wird nicht groß hinterfragt, was mich aber auch nicht gestört hat. Es ist klar, dass er bei diesem Fall dabei ist und seine Hilfe anbietet. Einzig habe ich mich gefragt, wieso er gleich wieder Zugang zu den ganzen Fallakten und Büroräumlichkeiten hat, jetzt da er nicht mehr beim FBI arbeitet. Ich erkläre mir das aber damit, dass da Booth und Caroline ein paar Fäden gezogen haben. Gut hat mir gefallen, dass Sweets wieder einmal beweisen konnte, was er kann. Denn er hat Pelant durchschaut und hat auch Booth Geheimnis um die geplatzte Verlobung gelöst, indem er Pelants Täterprofil noch einmal durchgegangen ist.
  • Hodgins ist in dieser Episode nicht groß aufgefallen, obwohl er neben Booth und Brennan derjenige ist, dem Pelant den größten Schaden zugefügt hat. Da aber eine Episode nur gut 40 Minuten dauert, kann man die mangelnde Einbindung von Hodgins den Autoren nicht vorwerfen.
  • Auch Angela war eher Nebendarstellerin, was mich aber nicht im Geringsten gestört hat, da dieser Charakter für mich seit der ersten Folge dieser Staffel sowieso absolut unglaubwürdig wirkt. Einzig ihre Computerkenntnisse wurden des Öfteren hervorgehoben, da sie mehrmals dafür sorgt, dass das System des Jeffersonians vor Pelants Hackerangriffen sicher ist. Gespannt bin ich jedoch nun auf Angelas Reaktion, jetzt da Booth Gründe für die Ablehnung des Antrages klar sind.
  • Carolines und Booth kleine Streitigkeiten sind immer ein Highlight, auch wenn die Folge hier alles andere als leichte Kost war. Besonders erwähnen möchte ich im Zusammenhang mit Carolines Charakter aber ihre Reaktion, als Booth sich entscheidet alleine zu Pelant zu fahren. Natürlich macht sie sich einerseits Sorgen, wie Booth Reaktion ausfällt, wenn er auf Pelant trifft, denn wie ich oben schon erwähnt habe, bestand da durchaus die Möglichkeit, dass Booth Selbstjustiz an Pelant übt. Doch man merkt deutlich, dass sich Caroline auch um Booth sorgt, schließlich hat die Vergangenheit gezeigt, dass Pelant keinesfalls zu unterschätzen ist und diese Sorge zeigt natürlich wie viel Booth der Staatsanwältin bedeutet.
  • Auch Cam konnte in dieser Episode nicht wahnsinnig viel Screentime aufweisen, doch war in ihren Handlungen doch mehrmals zu sehen und zu spüren wie gut sie einerseits Booth und Brennan kennt und wie gut sie ihren Job beherrscht, nämlich in dem, dass sie es auch in Krisensituationen immer wieder schafft, dass alle sich auf ihre Arbeit konzentrieren.



Fazit

Pelant ist zurück und die Autoren haben es mit diesem Serienkiller erneut geschafft, eine hervorragende Folge zu kreieren, bei der es eigentlich durchwegs nur positive Punkte zu erwähnen gibt. So nehme ich als Zuschauer auch mit einem weinenden Auge Abschied von Christopher Pelant, dem meiner Ansicht nach bestem Serienkiller, der bisher in "Bones" aufgetaucht ist.

Maria Schoch - myFanbase

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