Bewertung: 6

Review: #9.03 Wer war schlecht für den Schlachter?

Foto: TJ Thyne, Bones - Copyright: 2013 Fox Broadcasting Co.; Ray Mickshaw/FOX
TJ Thyne, Bones
© 2013 Fox Broadcasting Co.; Ray Mickshaw/FOX

In dieser Episode steht für einmal Sweets im Mittelpunkt. Seine Entscheidung, nicht mehr für das FBI zu arbeiten, beziehungsweise für eine Weile lang etwas anderes zu tun, hat auch Einfluss auf das restliche Team, vor allem auf Booth, der sich einerseits Sorgen um seinen "Schützling" macht und andererseits aber auch einen seiner Partner vermisst. Nebenbei muss natürlich auch noch ein Mord aufgeklärt werden und dieser führt das Team in die Welt des Bandenkrieges.

"The Campos Street Name was el carnicero" – "The Butcher, that would explain the meat axe."

Der Fall stand in dieser Folge nicht im Mittelpunkt, war jedoch eine schöne Brücke zu Sweets neuer Arbeit, was den Psychologen so nicht außen vor gelassen, sondern gleich wieder in den Fall eingebunden hat. Dass es sich bei dem Mord um keine Bandenstreitigkeit gehandelt hat, war für mich etwas zu vorhersehbar, dass es aber der kleine Junge Javier war, der seine Mutter verteidigen wollte und deswegen deren Freund, ein berüchtigtes Gangmitglied, umgebracht hat, war dann doch überraschend und vor allem natürlich herzzerreißend. Vor allem als die Mutter ihr Kind daraufhin beschimpft und von sich wegstößt. Hier ist es sehr schön anzusehen, dass alle inklusive Booth und Caroline dem Jungen die Angst nehmen und ihm eine Chance für eine stabile Zukunft bieten und zwar unabhängig davon, ob er mit ihnen wegen der Waffen kooperiert oder nicht.

Dieses Ende sowie die Szene, in welcher sich der Mord abgespielt hat, konnten mich wenigstens ansatzweise ein bisschen für den Fall begeistern. Die Aufklärung, sowohl die Verhöre wie auch die Arbeit im Labor fand ich ziemlich langweilig und mir wäre lieber gewesen, wenn man sich in dieser Zeit noch etwas intensiver mit Sweets und seinen Beweggründen für den Jobwechsel beschäftigt hätte. Auch Wendell war leider völlig überflüssig und ich glaube in dieser Episode hätte es gar keinen von Brennans Assistenten gebraucht, fällt mir doch nicht eine Szene mit Wendell ein, die ich hier näher beleuchten möchte und da sich die Assistenten abwechseln und nicht immer zu sehen sind, finde ich es eigentlich schön, wenn derjenige welcher in der Episode mitspielt, auch ein bisschen in die Handlung integriert wird.

"This isn't about Pelant okay? I like helping this kids. I'm making a difference

Diese Folge hat ganz klar Sweets ins Zentrum gerückt und seinen Charakter beziehungsweise seine Reaktion auf die Geschehnisse rund um Pelant etwas näher beleuchtet. Trotzdem, dass Sweets in dieser Folge sehr viel Screentime zugeteilt wurde, ging mir die Beschäftigung mit seinem Charakter zu wenig in die Tiefe und ich hätte mir gewünscht, dass man Näher darauf eingeht, was genau seine Gründe für den Wechsel vom FBI Psychologen zu dem Psychologen in einem Community Center sind. Hängt dieser Jobwechsel wirklich mit dem Vorfall Pelant zusammen? Kann Sweets seinen Einschätzungen im Bezug auf Gewaltverbrechen nicht mehr trauen und sucht deswegen eine neue Herausforderung? Oder war Pelant nur der Auslöser? Wollte Sweets vielleicht schon länger etwas anderes machen, als Täterprofile für das FBI zu erstellen und der Pelant-Vorfall hat ihm den entscheidenden Kick verschafft, den Schritt endlich zu wagen? Mit diesen Fragen bleibt der Zuschauer nach dieser Folge zurück und es bleiben einem nur Spekulationen übrig, warum genau Sweets seinen Job beim FBI an den Nagel gehängt hat. Natürlich kann es sein, dass die Storyline um Sweets Wechsel noch weitergeführt wird und die Motive sich dann herauskristallisieren. Dies würde mir sehr gut gefallen, da so etwas mehr auf Sweets eingegangen wird, der in viel zu vielen Folgen nur als "Nebendarsteller" agieren kann. Trotzdem wäre es ein Muss gewesen in dieser Episode Sweets Gründe etwas genauer zu beleuchten oder wenigstens zu zeigen, dass er selber sich damit auseinandersetzt. Möglichkeiten dafür hätte es zur Genüge gegeben, haben ihn doch sowohl Booth wie auch die anderen Teammitglieder mehrmals darauf angesprochen oder damit konfrontiert.

Damit komme ich jedoch auch gleich auf den Punkt zu sprechen, der mir an der Folge am besten gefallen hat, nämlich die Sorge, welche die Teammitglied und vor allem Booth Sweets entgegenbringen. Wenn man an die Anfänge von Sweets zurückdenkt, war es doch lange so, dass er fast wie ein Außenseiter im Team wirkte. Für die Wissenschaftler des Jeffersonians war er als Psychologe, trotz wissenschaftlichem Studium und Doktortitel, kein richtiger Wissenschaftler, da sich die psychologische Wissenschaft nirgends so recht zuordnen lässt und Brennan sie ganz eindeutig als keine Wissenschaft abtut. Für Booth war Sweets lange auch nur sein "Anhängsel", der ab und zu einen hilfreichen Tipp zu einem Fall abgibt. Nach und nach hat sich dies geändert und Sweets wurde zu einem festen und geschätzten Bestandteil des Teams und vor allem zu einem guten Freund von Booth. Dies wird in dieser Folge stark spürbar und für mich als großer Booth/Sweets Fan war dies ein richtiger Genuss. Die Sorge von Booth um Sweets ist bei jeder Begegnung spürbar und als er ihm rät, mit jemandem über das Geschehene zu sprechen, gibt er Sweets auch indirekt zu verstehen, wie oft es ihm selber schon geholfen hat, wenn er mit dem Psychologen sprechen konnte. Das Highlight war für mich aber der Schluss, als Booth Sweets seinen kleinen Bruder nennt und auch wenn er diese Bezeichnung noch mit "den ich nie wollte" ergänzt, merkt man doch eindeutig wie viel Sweets Booth bedeutet und wie sehr er ihn bei der Arbeit und als Freund vermisst. Doch trotz seinen eigenen Gefühlen beweist Booth wieder einmal wie grandios seine Menschenkenntnis ist, denn er spürt, dass Sweets momentan den Abstand zum FBI braucht und lässt ihm diesen Freiraum. Es bleibt also nur zu hoffen, dass Sweets, wenn auch nicht mehr als Angestellter des FBI’s, ein Mitglied im Team bleiben wird.

"Let's make a pat. From now, who ever gets shoot has to tell the other one right away." – "Okay unless one uf us is already dead."

Die Brennan/Booth Storyline wird in dieser Episode nicht groß thematisiert, doch merkt man anhand des Umgangs den die beiden miteinander haben, dass doch immer noch viel Unausgesprochenes zwischen den beiden steht. Wie ich bereits in meiner Review zu #9.01 Booth und Bones und das gebrochene Herz angesprochen habe, haben die Autoren die Booth/Brennan Problematik sehr gut gelöst. Die beiden haben sich eigentlich versöhnt, aber natürlich steht die Ablehnung des Antrags durch Booth immer noch zwischen ihnen und Brennan kann seine Entscheidung immer noch nicht nachvollziehen. So dominiert dieser Handlungsstrang die bisherigen Folgen zwar nicht, doch merkt man an den Gesten, Blicken und an bestimmten Handlungen doch, dass die Beziehung nicht mehr so ist, wie vorher.

Gefallen hat mir das Gespräch zwischen Booth und Brennan, nachdem auf Booth und Sweets geschossen wurde. Hier findet sozusagen ein Rollentausch statt, ist doch plötzlich Brennan die emotionale, welche gegen alle Rationalität Booth vorwirft, dass er sie nicht angerufen, sondern sich zuerst um den Papierkrieg und das Verhör gekümmert hat. Booth, der dies im Normalfall natürlich tun würde, hat momentan mit der Pelant Geschichte einfach anderes im Kopf und entschuldigt sich bei Brennan. Dabei merkt man deutlich, dass die Entschuldigung nur teilweise für das eben vorgefallene gilt und eigentlich mehrheitlich dafür steht, was er ihr eben nicht sagen kann. Am Ende schlägt dann jedoch doch noch Brennans rationaler Charakter durch und sie muss natürlich betonen, dass ihre Abmachung, einander nach einem Schusswechsel anzurufen, nur gilt, wenn sie noch leben und nicht durch die Kugeln getroffen wurden. Hier haben es die Autoren gut geschafft, einen ernsten und nachdenklichen Moment innert kürze in einen witzigen umzuwandeln und genau das braucht die Beziehung von Brennan und Booth momentan, damit die Serie nicht in die Kategorie Drama abrutscht.

Randbemerkungen

  • Eine der witzigsten Szenen dieser Folge war wohl diejenige als Hodgins und Brennan am Tatort das Auto untersuchen. Hodgins wird von Brennan in ihrer lehrerhaften Art gerügt, weil er Beweise "zerstört" hat, indem er etwas aus dem Auto sicherstellen wollte und dadurch ein Teil des fast ausgebrannten Wagens abbricht. Kurz darauf passiert das gleiche jedoch Brennan selber und als sie eine krampfhaft versucht das zu erklären, stehen Hodgins und Cam nur lächelnd daneben. Hervorragende Szene.
  • Caroline Julian hatte zwar in dieser Folge nicht wirklich viel Screentime, trotzdem muss sie hier jedoch noch kurz erwähnt werden, denn sie ist wie fast immer einfach großartig. Gut hat mir vor allem ihr Verhalten Sweets gegenüber gefallen und dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, wieso sie und Booth so gut miteinander klarkommen. Die beiden sind sich nicht nur ähnlich sondern haben auch den gleichen Humor.



Fazit

Sweets stand in dieser Episode im Mittelpunkt, was grundsätzlich positiv zu werten ist. Leider wurden die Probleme mit denen er momentan kämpft zu wenig ausgearbeitet und trotz viel Screentime des Charakters nur sehr oberflächlich behandelt. Der Fall konnte mich auch nur ansatzweise überzeugen, so dass es die Episode punktemässig nur knapp über den Durchschnitt schafft.

Maria Schoch - myFanbase

Diese Serie ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Bones" über die Folge #9.03 Wer war schlecht für den Schlachter? diskutieren.