Bewertung: 5

Review: #8.23 Das Pathogen und die Pein

Foto: Tamara Taylor, Bones - Copyright: 2012 Fox Broadcasting Co.; Justin Stephens/FOX
Tamara Taylor, Bones
© 2012 Fox Broadcasting Co.; Justin Stephens/FOX

Drama, dieser Begriff erfasst die Essenz dieser Episode. Sei es die verzweifelte Suche nach einer Heilung für einen tödlichen Virus, die Angst um einen der Charaktere oder das klaustrophobisch wirkende Set, inklusive Ganzkörperanzüge, abgeriegelte Labore und die Gefahr durch einen mutierten Virus.

"So we could be looking at some kind of outbreak situation?"

Obwohl diese Episode sehr aktionsreich, ja nahezu atemlos beginnt, und die Storyline an sich äußerst spannend sein könnte, muss ich doch sagen, dass ich die Folge als zu vollgepackt empfand. Die Autoren haben sich sehr viel vorgenommen und nicht alles überzeugend umsetzten können. Alles beginnt mit den Überresten einer jungen Bloggerin, übel zugerichtet durch einen unbekannten Virus, die Jagd nach ihrem skrupellosen, aber natürlich genialen Killer und endet schließlich damit, dass Brennans] http://www.myfanbase.de/bones/charakterbeschreibungen/?pid=3086[/url] Assistent [url=Vaziri mit dem Virus infiziert wird. All diese Elemente ergeben zwar eine spannende Storyline, sind aber meiner Meinung nach aber etwas zu viel des Guten.

Aufgrund der Tatsache, dass die Mehrheit der Szenen im abgeriegelten Jeffersonian spielen und sich größtenteils um Vaziri und die Suche nach einem Heilmittel drehen, gerät die Suche nach der Quelle des Virus, beziehungsweise nach dem Mörder, etwas ins Hintertreffen. Dabei ist die Geschichte rund um den Mord eigentlich interessanter und weniger vorhersehbar als Vaziris Kampf gegen den Virus. Die Prämisse des Falles ist sehr aktuell und nahe am Zeitgeist. Eine Bloggerin war dabei einen Skandal in einem biologischen Labor aufzudecken und hat dafür mit ihrem Leben bezahlt. Dazu noch die Tatsache, dass sie eine Affäre mit einem der Hauptverdächtigen hatte und mit einem unbekannten und hochgefährlichen Virus umgebracht wurde. Allein diese Elemente hätten schon reichlich Stoff für eine spannende Storyline ergeben, doch stattdessen konzentriert sich die Episode auf das Jeffersonian und die Geschichte um Vaziri.

"I don´t have time to argue about this Dr. B" – "I don´t want to argue"

Neben aller Kritik beinhaltet die Episode doch auch zahlreiche positive Elemente. Die Angst um Vaziri und die verzweifelte Jagd nach einem Heilmittel, beziehungsweise dem Mörder, bringen neue und unbekannte Eigenschaften in den Mitgliedern des Jeffersonians hervor. Insbesondere Hodgins nimmt die Situation stark mit und er versucht alles Menschenmögliche um ein Heilmittel zu finden. Die Tatsache, dass Hodgins und später auch Brennan über ihre sonst so rigiden, rein wissenschaftliche Grenzen hinausgehen und zu homöopathischen Naturheilmitteln von Urvölkern greifen, zeigt wie viel Vaziri dem Team mittlerweile bedeutet und wie motiviert alle sind. Hier wird wieder einmal bewiesen, wie gut die Serie darin ist, ihre Figuren weiter zu entwickeln und die menschlichen Dimensionen und Aspekte in dieser wissenschaftlichen Umgebung zu betonen und zu beleuchten.

Die Angst um Vaziri spornt das gesamte Team zu Höchstleistungen an und entlockt sogar Brennan, die sich sonst so häufig distanziert, eine emotionale Reaktion. Ihre Willigkeit mit Hodgins an einem Naturheilmittel zu arbeiten, sowie ihre sichtbare Angst um ihren Assistenten, beweisen die emotionale Tiefe dieser Figur. Einer der besten Szenen der Episode ist Brennans eiskalter Bluff bei der Konfrontation mit dem Mörder. Hier schafft sie es, das gesamte Team und den Zuschauer glauben zu machen, dass sie den Täter mit dem Virus infiziert hat, um ihn zu zwingen, das Heilmittel preiszugeben. Diese Tat, obwohl nur gespielt, lässt erkennen, wie weit Brennan zu gehen bereit ist, um diejenigen zu schützen, die ihr am Herzen liegen.

"I love you too"

Die Angst, nicht nur um Vaziri, sondern auch vor dem unbekannten, tödlichen Virus, führt insbesondere die Paare der Serie noch enger zusammen und festigt die Bande in diesen Beziehungen. Booth und Brennan beispielsweise, durch die Quarantäne getrennt, versichern sich gegenseitig ihre Liebe übers Telefon. Hodgins versucht Angela von dem Virus fernzuhalten und es ist vermutlich auch diese sehr reale Angst, die ihn dazu treibt, zu ungewöhnlichen Mitteln auf der Suche nach einem Heilmittel zu greifen. Doch die emotionalste Verbindung in dieser Episode sind Cam und Vaziri. Dies ist zwar etwas ungewohnt, da man Beide vorher nur selten als Paar erlebt hat, doch Cams Reaktion auf Vaziris Infektion zeigt deutlich, dass mittlerweile ein starkes Band zwischen ihnen besteht. Vaziris Zustand verschlechtert sich im Laufe der Episode rapide und die Angst vor seinem möglichen Tod zwingt Cam auch noch die letzte emotionale Distanz zu überbrücken und ihm zu zeigen, wie viel er ihr bedeutet und wie sehr sie ihn braucht. Eine solch emotionale Reaktion von der sonst so kompetenten, objektiven und starken Cam zeigt wie facettenreich dieser Charakter ist und wie sehr sich Cam im Laufe der Serie entwickelt hat.

"How long does he have?" … "I´d say four hours at most."

Arastoo Vaziri, obwohl er in dieser Episode eine tragende Rolle spielt und schon seit einigen Staffeln Mitglied des Jeffersonian Teams ist, ist schwierig einzuschätzen. Sein ruhiger, besonnener Charakter ist zwar oft ein angenehmer Gegenpol zu den zahlreichen außergewöhnlichen Figuren der Serie, doch gerade durch diese stille Art, bleibt er oft im Hintergrund und ist Niemand, mit dem man sich leicht identifizieren kann. Man kennt ihn einfach zu wenig um wirklich von der Angst um ihn mitgerissen zu werden. Die Jagd nach einem Heilmittel ist wie immer äußerst dramatisch und mit zahlreichen falschen Fährten und Sackgassen gespickt. Die Szenen, in denen Cam tapfer versucht Vaziri Mut zu machen und dabei die Tränen zurückhält, lassen niemanden kalt. Doch im Großen und Ganzen muss ich gestehen, dass ich nie wirklich geglaubt habe, dass Vaziri sterben könnte und daher auch nicht wirklich emotional involviert war. Daraus wiederum resultiert eine, für mich, etwas eigenartige Episode, die alle Zutaten für eine großartige Story hatte, aber mich einfach nicht mitreißen konnte. Das mag daran liegen, dass ich zwar mit dem Team mitfiebern konnte und die Suche nach einem Heilmittel und dem Mörder durchaus spannend fand, doch der Kern dieser Suche, Vaziri, es einfach nicht schafft wirkliche Angst vor dem möglichen Tod dieses Charakters zu erzeugen.

Fazit

Alles in allem eine etwas schwierige Episode. Man will die Story mögen und mit den Charakteren mitfiebern, doch ich persönlich bin daran gescheitert. Eine überladene, teilweise künstlich wirkende Storyline verhindert, dass die Serie hier ihr volles Potential entfalten kann. Doch genug der Kritik, trotz allem hat man wieder eine spannende Episode geschaffen, die interessante Fakten zur medizinischen Forschung, Internetblogs, sowie den Gefahren von Viren bietet und berührende Einblicke in die Dynamik innerhalb des Jeffersonian Teams und in die Beziehungen zwischen den Charakteren zeigt.

Lea R. - myFanbase

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