Bewertung: 7

Review: #3.11 Spieler unter Druck

Foto: David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones - Copyright: 2013 Fox Broadcasting Co.; Jeff Lipsky/FOX
David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones
© 2013 Fox Broadcasting Co.; Jeff Lipsky/FOX

Eigentlich sollte diese Folge zur zweiten Staffel gehören, wurde dann aber wegen dem Amoklauf an der Virginia Tech nicht ausgestrahlt und stattdessen jetzt als elfte Folge in der dritten Staffel gezeigt. Die erwarteten Brüche im Handlungsverlauf der Serie blieben überraschend gering. Abgesehen von einer nicht ganz so vertrauten Beziehung zwischen Brennan und Booth und Hodgins sichtlich längeren Haaren wurde die Folge ziemlich gut integriert. Das mag unter anderem auch daran liegen, dass einige Szenen der ursprünglichen Folge abgeändert und neu gedreht wurden. So gab es eigentlich eine Szene zwischen Hodgins und Cam, in der er sie nach einem passenden Hochzeitsantrag für Angela fragt. Später wird eben dieser Antrag gezeigt. Da wir jetzt aber eine Staffel weiter und die beiden bereits seit Ende der zweiten Staffel verlobt sind, mussten diese Szenen ausgetauscht werden. Das erklärt dann auch die neuen Szenen mit Angela, Cam und dem Sexvideo, die irgendwie nicht so ganz in die Geschichte reingepasst haben.

Der Fall

Es gab die umschwärmten Sportler, die hübschen Cheerleader und die Außenseiter. Und natürlich gab es auch Skandale, mehr als genug. Erst findet man den Star der Basketballmannschaft tot auf, dann stellt sich heraus, dass er Steroide genommen hat und schließlich hatte er anscheinend auch noch ein ziemlich aufregendes Liebesleben. Da fühlte man sich doch fast in ein Highschool-Drama hineinversetzt. Aber spätestens wenn auf das Jeffersonian Institut geschwenkt wird, merkt man wieder, dass man ja eigentlich eine Crime-Serie ansieht, also schnell wieder zurück zum Fall.

Die Liste der Verdächtigen war diesmal ziemlich lang. Der zwielichtige Francis, dem es vor allem um seine eigene Karriere ging, R.J.' Freundin, die vielfach von ihm betrogen wurde, Colby, der jetzt R.J.' Platz als Stammspieler im Team einnehmen konnte oder doch Justine, die von R.J. mit Gonorrhöe angesteckt wurde? Es blieb bis zum Ende spannend, was längst nicht bei jeder "Bones"-Folge so ist, bei denen man manchmal, wie bei so vielen Crime-Serien, schon nach der Hälfte der Folge erraten kann, wer der Mörder ist. Trotz vieler unterschiedlicher Motive, angefangen bei Habgier über Neid bis hin zur Eifersucht, war es am Ende doch die Liebe und Verzweiflung eines Vaters, der seine Tochter nicht mit so einem Kerl wie R.J. zusammen sehen konnte. Ein ziemlich berührendes Finale, schließlich kann man mit Cutler und seinen Motiven doch ganz gut mitfühlen.

Das Team

Neben dem eigentlichen Fall war das größte Gesprächsthema, zumindest unter den Männern des Teams, Basketball. Dass Booth sich bestens mit Sport auskennt, war ja schon bekannt, schließlich hat er nie einen Hehl daraus gemacht. Umso überraschender war es, dass selbst Zack etwas zu dem Thema sagen konnte, auch wenn es sich letztlich eher um rationale Fakten und Wurfzahlen handelte. Vermutlich gibt es nichts, was er nicht mathematisch oder wissenschaftlich angeht.

Amüsant waren in dieser Folge auch die Experimente. Da hätten wir zuerst mal den missglückten Truthahnversuch, der eigentlich beweisen sollte, ob die Kopfverletzungen des Opfers durch die Tribüne verursacht wurden, dabei aber eine Riesensauerei verursachte. Und dann war da noch Hodgins, der sich einfach mal Cam's Küchenmixer "ausgeborgt" hat, um seine Maden zu zerkleinern. Da kann man nur hoffen, dass er ihn danach auch wirklich wieder sauber gemacht hat, bevor er ihn zurückgestellt hat.

Brennan und Booth

In dieser Folge hat man wieder eher die Unterschiede zwischen den beiden betont. Da haben wir den sportbegeisterten Booth auf der einen und die Vollblut-Wissenschaftlerin Brennan auf der anderen Seite. Brennan, die sich nicht vorstellen kann, wieso Sport so eine wichtige und ernstgenommene Rolle im Leben von so vielen spielt. Als Booth ihr am Anfang der Folge einen Korbwurf beibringen möchte, macht sie das auch deutlich klar und meint, dass Sportler nur auf kindische Art und Weise Krieg spielen. Immerhin ist er aber an derartige Kommentare von Brennan gewöhnt und trägt es ihr daher nicht allzu lange nach. Trotzdem freut sich Brennan sehr, als sie, nachdem Booth gegangen ist, den Korb auf Anhieb trifft.

Nicht so ganz in den Handlungsverlauf der Serie hat gepasst, dass Booth Brennan gegenüber zugibt, selbst so ein typischer Schulsportler mit allem was dazugehört gewesen zu sein. Schließlich haben wir das schon in Folge #3.04 Organische Abfälle und ihre Geheimnisse erfahren. Später droht Cutler dann sich umzubringen und Booth gibt Brennan zu verstehen, dass sie sich in Sicherheit bringen soll, woran sie sich natürlich nicht hält. Glücklicherweise, denn nachdem Booths Ansprache an Cutlers glorreiche Vergangenheit nichts bewirkt, kann sie ihm in letzter Sekunde die Waffe abnehmen. Die beiden sind eben, ob nun abgesprochen oder nicht, ein eingespieltes Team.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Schlussszene, in der Brennan noch einmal klarstellt, dass sie Booth nicht für einen der typischen Sportler hält, von denen sie während der Folge gesprochen hat: "You don't play being a warrior. You are a warrior, every day."

Fazit

Eine ganz gute Folge, der man kaum anmerkt, dass sie eigentlich in eine andere Staffel gehört. Es gab einen spannenden Fall und einige schöne Szenen zwischen den Charakteren. Auf den DVDs der dritten Staffel von "Bones" gibt es unter den Specials die Auswahlmöglichkeit zwischen der gesendeten (und hier behandelten) Folge und der Originalversion mit den ursprünglichen Angela und Hodgins Szenen.

Denise D. - myFanbase

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