Bewertung: 8

Review: #1.13 Die Frau im Garten

Brennan und Booth geraten in gefährliche Gefilde, als sie eine Leiche finden und so mitten in die Machenschaften einer gefährlichen Gang geraten. Das Kräftemessen beginnt.

Einwanderungspolitik

Der Fall dieser Woche ist überaus verzwickt, gibt es insgesamt doch sehr viele verschiedene Verdächtige und wenige konkrete Aussagen, weil jeder ungeheuer aufpassen muss, was er sagt, wenn er sich nicht selbst ins Abseits stellen will. So entwickelt sich ein durchaus kniffliger Fall, der viele Lösungen lange offen hält, weil über den Sohn, Corman selbst, der Gärtner und die Gang alle irgendwie ihre Gründe hätten haben können. Auch die Spurensuche von Brennan und Co. ist gut gelungen, denn die puzzligen Spuren zum Beispiel mit dem Gendefekt oder den Sporen, die sich nach und nach, ganz langsam zu einem großen Ganzen zusammen fügten, haben auf jeden Fall dafür sorgen können, dass man aufmerksam am Ball bleibt und selbst immer wieder überlegt, in welche Richtung sich dieser Fall entwickeln wird. Ich hatte ja den Sohn lange Zeit ganz oben auf der Rechnung, der bewusst Spuren gelegt hat, weil die Fortschritte mit den Pflanzen doch fast ein bisschen sehr offensichtlich schienen, aber da bin ich dann eventuell auf eine falsche Fährte herein gefallen. Allerdings gab es auch ein paar Dinge, die nicht so gelungen waren und eher störten. So war ich am Anfang sehr enttäuscht, dass Booth ziemlich lange dafür gebraucht hat, dass die Schießerei zur Flucht des Gefangenen führen sollte und kein Anschlag war. Dies war nämlich mein erster Gedanke, den ich auch jetzt noch für die sinnvollste Variante halte. Durchaus witzig, aber auch ein bisschen einfach war dann die Überführung mit der pseudowissenschaftlichen Begründung, die unter Druck und Angst wohl deutlich logischer wirkt, als wenn man relaxt vor dem Fernseher sitzt. Aber versuchen kann man es ja mal, so ein Gärtner ist da gewiss auch hinreichend naiv.

Die meisten Pluspunkte konnte der Fall eh durch seine emotionale Kompenente gewinnen, denn Jose war mir sehr sympathisch und mit seinen Absichten aufrichtig. Dass sich alles auflöst und er quasi gut aus der Geschichte heraus kommt, hat mir sehr gefallen. Das hob den Fall letztlich dann auch etwas ab.

(Selbst-)Verteidigung

Wie gewohnt hat die Episode neben dem Fall noch eine zweite Ebene, die uns mehr über die Charaktere verrät. Sehr unterhaltsam waren die Kommentare zu dem Buch über Partner, das immer wieder erwähnt wird. Diese leicht fordernde Ironie hat definitiv zur Kurzweiligkeit in der Episode beigetragen und zackige Kommentare mit dem Hang zum Sarkasmus gefallen mir sowieso immer sehr gut. Richtig belustigend war Hodgins, als er Booth nachgemacht hat und damit wieder seine Qualitäten als Entertainer unter Beweis stellt. So viel zu den amüsanten Stellen, die wieder sehr gelungen untergemischt waren.

Für die Charakterentwicklung sehr interessant waren dann die deutlich dramatischeren Elemente. Als Brennan von Mara Muerte bedroht wird, hält sie eiskalt dagegen und offenbart damit eine interessante Geschichte aus ihrer Vergangenheit, in der sie dem Tode nahe in einem Kerker eingesperrt gewesen ist. Diese unvergessliche, intensive Erfahrung hat ihr die Kraft verliehen, sich gegen gierige Möchtegernmachthaben zu wehren und sich nicht einschüchtern zu lassen. Sie legt sich also mit dem Chef einer Gang an und beweist damit wieder ihre Stärke. Das war schon eine enorm überraschende, aber eben auch kraftvolle Szene, die Brennan rundum sympathisch macht. Am liebsten hätte man geklatscht, als sie diesem widerlichen Kerl zusetzt. Dass der das nicht auf sich sitzen lassen wird, war allerdings auch klar. Umso mutiger war die Aktion von Brennan. Das Nachspiel wird aber nicht vertagt, sondern spielt sich noch in dieser Episode ab. Hier wäre prinzipiell eine gute Möglichkeit gewesen, eine längerfristige Storyline einzubringen, doch das schnelle Reagieren von Booth war natürlich auch toll, zumal er das nicht an die große Glocke gehangen hat, sondern sogar noch hinnimmt, dass ihm sein verspätetetes Auftauchen bei der Beerdigung übel genommen wird bzw. dieses Sprüche zur Folge hat. Das war eine große Geste und eine tolle Darstellung, wie wichtig Bones ihm inzwischen ist.

Fazit

Insgesamt war auch das wieder eine gelungene Folge, die nicht in allen Punkten durchweg überzeugend war, aber mit Niveau und Abwechslung beständig mehr bietet, als so manch andere Crime-Serie.

Emil Groth - myFanbase

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