Bewertung: 8

Review: #1.14 Der Mann im Gras

Foto: Emily Deschanel, Bones - Copyright: 2006 Fox Broadcasting Co.; Carin Baer/FOX
Emily Deschanel, Bones
© 2006 Fox Broadcasting Co.; Carin Baer/FOX

Die Serie versteht es wirklich, es gleich auf den Punkt zu bringen. Auch wenn es nur eins bis zwei Sekunden waren, ich hatte nicht mal Gelegenheit, mir es so richtig gemütlich zu machen, als mich auch schon das erste verkohlte Skelett anlachte. Ich bin wirklich kein Angsthase, da ich sogar bei Horrorstreifen einschlafe, deshalb ein Lob an diese effektive Kameraschwenkung - so kann man Leute an den Fernseher fesseln.

"Wir sind ein Elite-Team!"

Dr. Brennan arbeitet dieses Mal mit ihrem Assistenten Zach zusammen, dem der ganze Fall sofort eine Nummer zu klein ist. Es sind ja auch nur sechs Leichen! Hallo? Er verlangt einen besseren Fall, da er der Meinung ist, sie seien die Elite. Also, auf so eine Auffassung muss einer erstmal kommen. Brennan wundert sich auch etwas über seine Einstellung und gibt ihm deshalb Bescheid, dass sie Booth für diese Ermittlungen nicht brauchen und das alleine schaffen. Zach ist ein Fanatiker von Booth, der dies allerdings in keiner Weise würdigt und Zach ignoriert. Gewundert hätte es mich, wenn Bones jetzt die Chefin herausgehangen und Zach in die Schranken gewiesen hätte nach seinem Kommentar dem Officer gegenüber. Dafür hat sie ihn zu gerne und für so eine Frau halte ich Brennan nicht, dafür macht sie zu gerne auch mal illegale Dinge, um in ihren Ermittlungen weiterzukommen. Ich kann sie mir jedenfalls als Chef nicht vorstellen, obwohl sie ja im Team hauptsächlich das Sagen hat, wenn da nicht Goodman wäre.

Zachs Kommentare an der Flugzeugabsturzstelle waren wirklich unterhaltsam. "Hoffentlich sind die Überreste knusprig gebacken." Zum Glück hören das die Opfer nicht mehr. Es ist zwar auf einer Seite sonderbar so zu reden, auf der anderen Seite denke ich mir, dass man mit solch einer Auffassung an Humor die ganzen Fälle nicht zu nah an sich heranlässt. Außerdem wäre die Serie "Bones" ohne die Kommentare der Blinzler oder Booth langweilig, sie wäre nur noch eine todernste Serie, die keiner sehen möchte. Zach redet sich an der Unfallstelle einen Wolf und Brennan hört nicht einmal zu, das war wieder so eine Szene, bei der zwar kein Witz gerissen wurde, aber man sofort loslachen musste.

Höchste Geheimhaltung

Als Goodman Hodgins aus dem Büro schicken will, pfeift der darauf und bleibt, weil er schließlich wissen möchte, um was es eigentlich geht. Jack vermutet natürlich gleich eine Verschwörung, als er hört, dass zwei Leute von der chinesischen Partei im Flugzeug waren, was Brennan nervt. Fünf Leichen sind identifiziert und ihre Aufgabe besteht jetzt darin, die sechste zu identifizieren, doch als Goodman hört, dass Bones lieber erst die Knochenfragmente untersuchen möchte als das sechste Skelett, macht er ihr einen Strich durch die Rechnung. Dass sie sich das nicht gefallen lässt, war vorhersehbar, so ist nun mal Bones und da kann auch nur einer helfen: Booth. Doch dieser macht sich erst eine Runde über Brennan lustig, da er denkt, sie vermisse ihn bereits, weil sie einmal einen Fall ohne ihn bearbeiten muss. Brennan widerspricht allerdings und behauptet, dass nicht sie, sondern Zach ihn vermisst. Die Dialoge zwischen Bones und Booth sind wie immer einfach köstlich, vor allem weil keiner von ihnen nachgibt und Recht haben will.

Booth hatte ebenfalls so seine Momente. Das erste Mal loslachen musste ich, als er mit Jesse Kane und Bones im Restaurant saß und sich rechtfertigen musste, dass das FBI mit seiner Arbeit nicht geschlammt hat und danach so ironisch aufmuckte. Bones schafft es natürlich, Booth zu überreden ihr bei den Ermittlungen zu helfen, sodass ihre Vorgesetzten nichts davon mitbekommen.

"Ich bin dabei!"

Ich weiß nicht, wie oft Hodgins diesen Satz zu Bones sagte, als sie ihre Blinzler um Mithilfe bei der "Verschwörung" bat, ohne dass Goodman es merkt, aber jedenfalls war er der erste. Die anderen beiden sagten nur zögernd zu, was verständlich ist, denn wie Zach ehrlich meinte, er würde gerne seinen Job behalten. Doch mit der Zeit bekommen Zach und Angela immer mehr Gewissensbisse, während Bones und Jack Feuer und Flamme bei dieser heimlichen Untersuchung sind, vor allem Jack Hodgins, der der ewige Verschwörungstheoretiker bleiben wird.

Auch wenn Brennan beim Treffen mit Jesse Kane tough tut und immer wieder Booth erwähnt, damit Kane sie nicht erneut auf ihre Vergangenheit anspricht, so erinnert sie das alles doch zu sehr daran. Den Eindruck hatte ich bereits bei dem ersten Treffen der beiden, da sie ihm aufrichtig zuhörte und Booth überhaupt nicht.

Auf die harte Tour

Fies fand ich allerdings von Booth, dass Brennan Jesse Kane sagen sollte, wie das Opfer umgebracht wurde und das zu hören, ist mit Sicherheit nicht angenehm, deshalb war diese Tour von Booth unter der Gürtellinie. Und nur wegen Kanes Lüge, die im Prinzip keine war, weil er dachte, es sei unwichtig. Wem würde nicht schlecht werden, wenn er erfährt, dass der Mann, von dem die Fragmente stammen, ermordet, dann eingefroren und schließlich zerhäckselt wurde? Selbst Brennan fiel das nicht leicht und macht ihm schließlich Hoffnung, dass das Opfer noch nicht identifiziert wurde, was ich von ihr dann wieder nett fand.

Danach zeigt Brennan zum ersten Mal jemanden die Akte, in der sich Unterlagen über ihre Familie befinden, nämlich Jesse Kane. Dieser möchte ihr helfen und bewusst machen, dass sie selbst suchen muss und zu den Behörden gehen soll, so wie er es die letzten Jahre tat.

Das Beste kommt von oben

Angela ist genervt von Zach und Hodgins, als diese ihren Spaß daran haben, ein gefrorenes Schwein in einen Häcksler zu schieben, um so herauszubekommen, ob das Opfer tatsächlich so umgebracht wurde. Es war schon eine witzige Szene, wie all die anderen Wissenschaftler um beide herumstanden, nur um dieses Ereignis zu beobachten. Allerdings verstehe ich nicht, was daran interessant sein soll. Das wissen vermutlich wirklich nur die Wissenschaftler. Doch die Szene hatte auch was Gutes, denn Goodman bekam was von dem Rest des Schweines ab und so flog die geheime "Mission" der Vier auf. Das Gesicht von ihm werde ich nicht so schnell vergessen. Er knöpft sich Hodgins vor und droht ihm und Jack bekommt es tatsächlich mit der Angst zu tun, dabei war alles ein fieser, aber lustiger, Bluff von Goodman. Eine großartige Szene!

Ein großer Schritt dank Jesse Kane

Kane gab Bones einige Hinweise und auch Anschübe, selbst nach ihren Eltern zu suchen und zwar richtig. Von ihr fand ich es gut, dass sie trotz Booth' Feindseligkeit Jesse gegenüber, was wegen seines Jobs auch normal ist, ihn nie ausgeschlossen hat aus dem Fall. Oft glaubt man, Bones zweiter Name sei Arbeit, doch dann gibt es wieder Momente, auch wenn es nur solche kurzen sind, in denen sie sich mit den Angehörigen identifizieren kann und Mitgefühl zeigen kann. In diesem Fall ähnelten sich die Geschichten von Jesse und Brennan sehr, deshalb ist anzunehmen, dass sie mehr Verständnis für ihn zeigte. Schließlich gibt sie zu, dass sie nie darüber nachdachte, wie es ist, dass niemand nach ihren Eltern sucht, bis sie ihn kennenlernte. Da Bones eher rational denkt, kann sie sich gerade so mit dem Gedanken anfreunden, dass ihre Eltern irgendwo sind und schließlich entscheidet sie sich, endlich Booth die Akte zu geben, damit er ihr hilft - ein großer Schritt von Dr. Brennan.

Fazit

Die Folge konnte aufgrund der vielen Wendungen im Fall, sodass man sich nicht nur auf eine bestimmte Person konzentrierte, wie Jesse Kane als Verdächtigen, sehr überzeugen. Es kamen gleich drei in Frage, womit diese Episode gefüllt wurde und deshalb wurde es auch nie langweilig. Dazu die Geschichte mit Bones und Kane, es lief zwar nichts zwischen den beiden, trotzdem verbindet sie dieselbe Vergangenheit und beide taten mir am Schluss Leid. Für Unterhaltung sorgten eigentlich alle im Team, sogar Goodman. Weiter so!

Dana Greve - myFanbase

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