Steven Spielberg

Foto: Steven Spielberg, Jäger des verlorenen Schatzes - Copyright: Paramount Pictures
Steven Spielberg, Jäger des verlorenen Schatzes
© Paramount Pictures

Steven Allan Spielberg wurde am 18. Dezember 1946 geboren. Er ist rein rechnerisch der erfolgreichste und wohl auch bekannteste Regisseur und Drehbuchautor Hollywoods.

Spielberg wurde in Cincinnati, Ohio geboren. Seine Familie ist jüdisch, was ihn und sein Filmemachen sehr prägte. Seine Mutter, Leah, war Restauratorin und Konzertpianistin, während sein Vater, Arnold, Elektroniker war, der unter anderem am Design der ersten Computer beteiligt gewesen ist. Sehr früh zog die Familie nach Haddon Township, New Jersey, wo er zum ersten Mal ins Kino ging und noch etwas später nach Scottsdale, Arizona. Seine erste Kamera bekam er von seinem Vater um seinen zehnten Geburtstag herum, mit der Spielberg sogleich begann kleine 8mm-Filme zu drehen. Schon damals zeigte er seine Werke vor Publikum. Er nahm 25 Cent Eintritt, während seine Schwester Popcorn verkaufte.

1958, mit zwölf Jahren, wurde Spielberg Pfadfinder und konnte bald eine Auszeichnung in Fotografie sein Eigen nennen, indem er einen acht minütigen Film mit dem Titel "The Last Gunfight" machte. Es ist schon ungewöhnlich, dass Spielberg mit einem Film diese traditionell für Fotografie verliehene Auszeichnung bekam. Er erzählte seinem Pfadfinderführer, dass die Fotokamera seines Vaters kaputt sei und fragte, ob er nicht stattdessen einen Film drehen könnte. Dieser stimmte zu und so drehte Spielberg seinen kurzen Western. Nach dieser ersten Auszeichnung für einen Film, ging es schnell weiter. Mit dreizehn Jahren gewann Spielberg einen Preis für seinen ersten Kriegsfilm, dieser hieß "Escape to Nowhere", hatte eine Laufzeit von vierzig Minuten und basierte auf einem Gefecht in Ostafrika. 1963, mit sechzehn Jahren, füllte Spielberg zum ersten Mal das lokale Kino. Es zeigte seinen 140 Minuten langen Independent Film, der ein Budget von 500 US$ hatte und es tatsächlich schaffte, sowohl die Produktionskosten, als auch einen Gewinn zu erwirtschaften. Der Film mit dem Titel "Firelight" war auch sein erster Science Fiction Film. In dieser Zeit machte Spielberg auch viele Kurzfilme, die auf den Erzählungen seines Vaters basierten, der häufig und intensiv vom 2. Weltkrieg erzählte, in dem er gekämpft hatte.

Als sich Spielbergs Eltern scheiden ließen, verließ er mit seinem Vater die Mutter und die drei Schwestern und zog mit ihm nach Saratoga, Californien. Zwischen 1953 und 1957 besuchte Spielberg die hebräische Schule, doch er hatte in einer Kindheit schwere Probleme mit dem Glauben seiner Eltern, die orthodoxe Juden waren. Er schämte sich für ihr Auftreten und Verhalten. 1965 machte er seinen High School Abschluss und versuchte einen Studienplatz zu bekommen, der ihm jedoch von seiner Wunschuniversität, der University of Southern California, zwei Mal verweigert wurde. Dafür schrieb er sich an der California State University Long Beach ein. Bevor Spielberg einen Abschluss machen kann, kam ihm seine Karriere in die Quere. Erst 35 Jahre später, 2002, machte er seinen Bachelor of Arts in Filmproduktion und Electronic Arts.

Während seiner frühen Studentenzeit machte er ein Praktikum in den Universal Film Studios. Dort drehte er auch seine ersten wirklichen Kurzfilme, darunter 1968 auch der 26-minütige Film "Amblin", der später Namenspate für seine eigene Produktionsfirma Amblin Entertainment wurde. "Amblin" wurde von Sidney Sheinberg gesehen und dieser verhalf Spielberg zu einer Festanstellung als jüngster Regisseur bisher. Es folgte ein Vertrag als Fernsehdirektor und 1969 sollte Spielberg seinen ersten von einem Studio finanzierten Film filmen. Doch es gab Probleme, die männliche Hauptrolle zu besetzen, darum wurde der Film nie gedreht.

Dafür lernte er an seinem ersten Set die Schauspielerin Joan Crawford kennen. Er führte in einem Teil der Pilotepisode von "Night Gallery" Regie und sie wurden enge Freunde. Es folgten weitere TV-Episoden, darunter unter anderem die Pilotepisode von "Columbo". Nach den Serien folgten erste TV-Filme, wo er nun auch von den Kritikern wahrgenommen und hochgelobt wurde. Nun stand seinem ersten Kinofilm nichts mehr im Weg. Die Studioproduzenten Richard D. Tanuck und David Brown boten ihm die Regie für "Der Weiße Hai" an. Obwohl der Film beim Drehen mehrmals auf der Kippe stand, da ihm das Budget gekürzt wurde, beendete Spielberg seine Arbeit und "Der Weiße Hai" wurde ein riesiger Hit, der heute zu den Klassikern des Horror-Genres zählt. Der Film gewann drei Oscars und Spielberg erlangte Weltruhm. Er verdiente mit diesem Film so viel Geld, dass er sich über seine Zukunft keine Sorgen mehr machen musste. Außerdem hatte er nun die Möglichkeit Jobangebote abzulehnen. So sagte er für "Der Weiße Hai 2", "King Kong" und "Superman" ab und widmete sich seinem nächsten Hit. Dem UFO-Film "Die Unheimliche Begegnung mit der Dritten Art" (1977). Dieser Film ist einer der wenigen, die sowohl von Spielberg geschrieben, als auch gedreht wurden, außerdem wurde er zum ersten Mal für einen Oscar als bester Regisseur nominiert. Mit "1941" erlebte Spielberg kurz darauf seinen ersten Rückschlag, denn der Kriegsfilm war weder bei den Kritikern, noch beim Publikum besonders erfolgreich. Er konnte nur etwas mehr als die Produktionskosten einspielen.

Es folgte eine Zusammenarbeit mit "Star Wars" – Erfinder George Lucas, mit dem er den ersten "Indiana Jones"–Film drehte, wofür er seine zweite Nominierung als bester Regisseur bei den Oscars bekam. Schon ein Jahr später feierte Spielberg wieder einen großen Erfolg. Sein Patenkind Drew Barrymore spielte in dem Film "E.T. - Der Ausserirdische" die Hauptrolle und der Film wurde zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahrhunderts. Es folgten zwischen 1982 und 1985 drei weitere Blockbuster: "Poltergeist", eine Verfilmung von "The Twilight Zone" und "Die Goonies". Bei letztem schrieb Spielberg auch das Drehbuch. Nun folgte die erste Fortsetzung von "Indiana Jones". Dieser Film und "Die Gremlins" führten dazu, dass eine Filmaufsichtsbehörde eingeführt wurde, ähnlich der deutschen Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK). Am Set zum zweiten "Indiana Jones"–Film lernte er seine zweite Frau, Kate Capshaw, kennen. Schon zwischen 1985 und 1989 war Spielberg verheitratet. Doch er und Amy Irving ließen sich 1989 scheiden, sodass Spielberg 1991 Capshaw heiraten konnte.

Nachdem Spielberg zwei sehr ernste Filme gedreht hatte, einer davon "Die Farbe Lila" mit Whoopi Goldberg, machte er den dritten "Indiana Jones"-Film. Es folgte 1991 der Blockbuster "Hook" mit Robin Williams, der 300 Millionen US$ einnahm. Zwei Jahre später mischte Spielberg seine Steckenpferde Sciende Fiction und Abenteuer und das Produkt dieses Experiments war "Jurassic Park". Die Special Effects in dem Film stammen von George Lucas' Firma und er erreichte in der Weltrangliste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten Platz eins. Das ist das dritte Mal, dass Spielberg diese Ehre zuteil wurde. "Jurassic Park" nahm fast eine Milliarde US$ ein.

Kurz darauf kehrte er wieder an die ernsthafte Front zurück und drehte "Schindlers Liste", einen Film über den Fabrikbesitzer Oskar Schindler im dritten Reich, der 1100 Juden das Leben rettete, indem er sein ganzes Geld gab, um besagte Juden aus dem Konzentrationslager zu kaufen. Der Film, fast gänzlich in schwarz-weiß gehalten (bis auf zwei Ausnahmen), brachte ihm den ersten Oscar als bester Regisseur ein. Der Film sebst gewann außerdem den Oscar für bester Film. Von dem Gewinn daraus gründete Spielberg die Shoah Foundation, eine nonprofitable Organisation, deren Aufgabe es ist, die Erinnerungen von Holocaustüberlebenden auf Film festzuhalten. 1997, also vier Jahre nach Erscheinen des Films, ernannte das American Film Institute "Schindlers Liste" zu einem der zehn besten Filme, die je gedreht wurden.

Zwischen 1994 und 1997 zog sich Spielberg etwas zurück und konzentrierte sich vor allem auf seine Familie und sein neu gegründetes Filmstudio DreamWorks, das er mit Jeffrey Katzenberg und David Geffen leitete. Erst 1997 kehrte er wieder zurück und drehte den zweiten Teil von "Jurassic Park". Danach kehrte sich Spielbergs Interesse wieder den ernsten Filmen zu. Er produzierte im Folgenden unter anderem "Der Soldat James Ryan" (1998), wofür er seinen zweiten Oscar erhielt. Er blieb dem Thema D-Day im weitesten Sinne treu und produzierte die zehnteilige Mini-Serie "Band of Brothers – Wir waren wie Brüder" (2001), welche sehr erfolgreich bei den Emmys und Golden Globes war. Zu Beginn der 2000er Jahre folgten weitere Blockbuster, wie "A.I. - Künstliche Intelligenz" (2001) und "Catch Me If You Can" (2002). Außerdem produzierte er die Science Fiction Mini-Serie "Taken - Entführt" (2002).

2005 beschäftigte er sich wieder mit der jüdischen Geschichte und führte bei dem Film "München" Regie. Obwohl weltweit ein großer Erfolg, konnte er in Deutschland keine großen Zuschauerzahlen in die Kinos locken. 2008 folgte der vierte Teil von "Indiana Jones". Mittlerweile wurde seine Firma DreamWorks von einem anderen Studio übernommen, da es Geldprobleme gab.

Spielberg blieb dem Serienbereich weiterhin treu und beteiligte sich an der Produktion von "Taras Welten" (2009-2011). Außerdem gab er der Science-Fiction Serie "Falling Skies" den letzten Schliff. Er kehrte auch in Anlehnung an "Band of Brothers" wieder zurück zum Thema zweiter Weltkrieg. Dieses Mal aber mit Japan, wo er in "The Pacific" (2010) die amerikanischen Truppen gegen die Japaner kämpfen ließ. Außerdem produzierte er die erste und einzige Staffel von "Terra Nova" mit.

Neben seiner Karriere als Produzent und Drehbuchautor ließ sich Spielberg auch nicht nehmen, in winzigen Nebenrollen in einigen Filmen aufzutreten, darunter das 2001 erschienene Drama "Vanilla Sky".

Mittlerweile hat Spielberg sieben Kinder, einige davon adoptiert. Er hat neben seiner Shoah Foundation auch ein Hilfsprojekt für kranke Kinder gegründet. Seit einigen Jahren engagiert er sich stark für die demokratische Partei und unterstützt deren Kandidaten im Wahlkampf.
2001 trat er aus den Pfadfindern aus, da diese eine extreme anti-homosexuelle Linie fahren. Seit 2008 unterstützen Spielberg und seine Frau offen die Initiativen für gleichgeschlechtliche Ehe und gegen den "Verfassungszusatz 8" (Proposition 8).

Zu seinen Hobbies zählt das Sammeln alter Filmrequisiten, meist von Filmen, die ihm als Kind und Jugendlicher besonders gefallen haben. Außerdem ist er ein exzellenter Gamer, hat er doch schon angefangen Pong zu spielen, als er "Der Weiße Hai" drehte. Außerdem schaut er noch immer fast jeden Film, der in die Kinos kommt. Er nimmt sich dafür ganze Wochenenden frei, um einen Film nach dem anderen zu konsumieren. Im Sommer geht er gerne ins Kino. Dort schaut er Filme, die seit Wochen in den Lichtburgen laufen.

Für viele ist Spielberg einer der klügsten, innovativsten und besten Regisseure der Filmgeschichte. Er hat, neben unzähligen anderen Auszeichnungen, auch einen Großen Bundesverdienstorden mit Stern der Bundesrepublik Deutschland, den er für die Gründung der Shoah Foundation verliehen bekam. Doch die schönste Auszeichnung ist die, die er vom Orden des Lächelns bekam: Er wurde zum Kavalier ernannt. Der Orden des Lächelns ist eine Organisation, in der Kinder Orden an Erwachsene verleihen, die sich besonders für das Wohl von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Die Vorschläge, wer einen Orden bekommt, stammen ebenfalls von Kindern.

Jamie Lisa Hebisch - myFanbase

Ausgewählte Filmographie (Schauspieler)

2001Vanilla Sky als Gast bei David Aames' Party
Originaltitel: Vanilla Sky
1997Men in Black als Alien auf den TV-Monitoren
Originaltitel: Men in Black
1997Jurassic Park als Popcorn essender Mann
Originaltitel: Jurassic Park
1984Die Gremlins als Mann in elektrischem Rollstuhö
Originaltitel: Gremlins
1984Indiana Jones und der Tempel des Todes als Tourist am Flughafen
Originaltitel: Indiana Jones and the Temple of Doom

Ausgewählte Filmographie (Produktion)

2011 - 2012Falling Skies (TV) als Produzent
Originaltitel: Falling Skies (TV)
2012Smash (TV) als Produzent
Originaltitel: Smash (TV)
2012Men in Black 3 als Produzent
Originaltitel: Men in Black 3
2011Terra Nova (TV) als Produzent
Originaltitel: Terra Nova
2011Gefährten als Regisseur
Originaltitel: War Horse
2011Transformers 3 als Produzent
Originaltitel: Transformers: Dark Side of the Moon
2011Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der "Einhorn" als Regisseur
Originaltitel: The Adventures of Tintin: Secret of the Unicorn
2011Real Steel - Stahlharte Gegner als Produzent
Originaltitel: Real Steel
2011Cowboys & Aliens als Produzent
Originaltitel: Cowboys & Aliens
2009 - 2011Taras Welten (TV) als Produzent
Originaltitel: United States of Tara (TV)
2011Super 8 als Regisseur
Originaltitel: Super 8
2010True Grit als Produzent
Originaltitel: True Grit
2010Hereafter - Das Leben danach als Produzent
Originaltitel: Hereafter
2010The Pacific (TV) als Produzent
Originaltitel: The Pacific (TV)
2009Trasformers - Die Rache als Produzent
Originaltitel: Transformers: Revenge of the Fallen
2008Eagle Eye - Außer Kontrolle als Produzent
Originaltitel: Eagle Eye
2008Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels als Regisseur
Originaltitel: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull
2007Transformers als Produzent
Originaltitel: Transformers
2006Letters from Iwo Jima als Regisseur
Originaltitel: Letters from Iwo Jima
2006Flags of Our Fathers als Regisseur
Originaltitel: Flags of Our Fathers
2005Die Geisha als Regisseur
Originaltitel: Memoirs of a Geisha
2005Die Legende des Zorro als Produzent
Originaltitel: The Legend Of Zorro
2005München als Regisseur, Drehbuchautor
Originaltitel: Munich
2005Krieg der Welten als Regisseur
Originaltitel: War of the Worlds
2004Terminal als Regisseur
Originaltitel: The Terminal
2002Catch Me If You Can als Regisseur
Originaltitel: Catch Me If You Can
2002Taken - Entführt (TV) als Produzent
Originaltitel: Taken (TV)
2002Men in Black 2 als Produzent
Originaltitel: Men in Black 2
2002Minority Report als Regisseur
Originaltitel: Minority Report
2001Band of Brothers - Wir waren wie Brüder (TV) als Produzent
Originaltitel: Band of Brothers (TV)
2001Jurassic Park III als Produzent
Originaltitel: Jurassic Park III
2001A.I. - Künstliche Intelligenz als Regisseur, Drehbuchautor
Originaltitel: A.I.- Artificial Intelligence
2001Shrek - der Tollkühne Held als Produzent
Originaltitel: Shrek
1999Das Geisterschloss als Produzent
Originaltitel: The Haunting
1995 - 1998Pinky und der Brain (TV) als Produzent
Originaltitel: Pinky and the Brain (TV)
1998Der Soldat James Ryan als Regisseur
Originaltitel: Privat Ryan
1998Die Maske des Zorro als Produzent
Originaltitel: The Mask of Zorro
1998Deep Impact als Produzent
Originaltitel: Deep Impact
1997Men in Black als Produzent
Originaltitel: Men in Black
1993Schindlers Liste als Regisseur
Originaltitel: Schindler's List
1989Zurück in die Zukunft II als Produzent
Originaltitel: Back to the Future Part II
1989Indiana Jones und der letzte Kreuzzug als Regisseur
Originaltitel: Indiana Jones and the Last Crusade
1985 - 1987Amazing Stories als Produzent, Drehbuchautor
Originaltitel: Amazing Stories
1985Zurück in die Zukunft als Produzent
Originaltitel: Back to the Future
1985Die Goonies als Produzent, Drehbuchautor
Originaltitel: The Goonies
1985Die Farbe Lila als Regisseur
Originaltitel: The Color Purple
1984Indiana Jones und der Tempel des Todes als Regisseur
Originaltitel: Indiana Jones and the Temple of Doom
1982Poltergeist als Regisseur, Drehbuchautor
Originaltitel: Poltergeist
1982E.T. - Der Ausserirdische als Regisseur
Originaltitel: E.T.: The Extra-Terrestrial
1981Indiana Jones - Jäges des verlorenen Schatzes als Produzent
Originaltitel: Indiana Jones - Raiders of the Lost Ark
1977Unheimliche Begegnung der dritten Art als Regisseur, Drehbuchautor
Originaltitel: Close Encounters of the Third Kind
1975Der weiße Hai als Regisseur
Originaltitel: Jaws