Bewertung

Review: #7.08 Zäsur

Foto: Caitríona Balfe & Sam Heughan, Outlander - Copyright: 2023 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2022 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television
Caitríona Balfe & Sam Heughan, Outlander
© 2023 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2022 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television

Hier ist es nun also, das Finale der ersten Staffelhälfte von "Outlander". Es knüpft genau dort an, wo wir die Geschichte in #7.07 A Practical Guide For Time-Travelers verlassen haben und erfüllt die hohen Erwartungen, die diverse Cliffhanger aus der vorangegangenen Episode versprochen haben.

Wieder durch die Steine

Die größte Überraschung erlebten wir zuletzt mit der Offenbarung, dass Rob sich Jem geschnappt hat, um mit ihm in der Vergangenheit nach dem Jakobitergold zu suchen. Der Tatendrang, den dieser Handlungsstrang damit an den Tag legt, spiegelt die Eindringlichkeit der Situation sehr gut wider und zeigt die Verzweiflung, die Roger und Brianna darüber empfinden, dass Jem entführt wurde. Zwar bin ich noch immer der Meinung, dass Robs Vorgehen hier ziemlich übers Knie gebrochen wurde, dennoch bin ich gespannt darauf, wie sich Roger und Buck im 18. Jahrhundert als Team einspielen werden. Es wird das erste Mal sein, dass Roger über einen längeren Zeitraum nicht in der gleichen Zeit lebt wie Brianna und greift somit einen Zustand auf, den auch schon Jamie und Claire durchlebt haben. Es gibt eine weitere Parallele zu den beiden, da Roger, wie einst Claire, durch die Zeit reist, um sein Kind zu retten. Gleichzeitig gibt es aber auch bedeutende Unterschiede, denn zum einen ist Roger nicht allein und zum anderen gingen er und Brianna mit der Hoffnung auseinander, sich bald wohlbehalten wieder in den Armen halten zu dürfen – ganz anders als Claire und Jamie am Ende von Staffel 2. Dass die Rückkehr Rogers ins 18. Jahrhundert nur einen kleinen Teil der Episode ausmacht, stört indes nicht, da das ungewisse Ende seiner Reise ein guter Aufhänger für den Auftakt der zweiten Staffelhälfte ist.

Wieder Saratoga

Der weitaus größere Teil der Episode spielt sich auf dem Schlachtfeld von Saratoga ab. Hier gibt es gleich zu Beginn ein großes Aufatmen, als Claire ihr Versprechen wahr macht und sich auf die Suche nach Jamie begibt, nachdem jener nach dem Kampf nicht zu ihr zurückgekehrt ist. Die Liebe der beiden wird in dieser Staffel auf eine andere Weise dargestellt als früher. Es sind nicht länger leidenschaftliche Szenen im Bett, von denen ihre feurige Beziehung lebt. Nun sind es tiefgehende Gespräche, vertraute Gesten und Blicke, die mehr sagen als tausend Worte. Manchmal vermisse ich das heißblütige Paar, das sie einst waren, dennoch kann man ihre Beziehung auch ohne Nacktszenen bestens genießen, da sich lediglich der Ausdruck ihrer Intimität gewandelt hat und nicht die Intensität.

Die erste Schlacht von Saratoga endet mit einem Unentschieden und so dauert es nicht lange, bis sich Jamie und Ian erneut in den Kampf stürzen. Dieses Mal gibt man uns deutlich mehr Kampfszenen. Man zeigt uns viel von Jamie und holt damit das nach, was in der ersten Schlacht ausgelassen wurde. Alte Erinnerungen an die Kämpfe bei Culloden und Alamance werden wieder wach und man fiebert in jeder Sekunde mit Jamie mit. Es tut der Spannung dabei keinen Abbruch, dass man weiß, dass die Nationalisten gewinnen werden, denn uns interessiert in erster Linie nicht der Sieg, sondern ob es ein Aufeinandertreffen zwischen Jamie und William geben wird. Wir werden nicht enttäuscht und erleben mit, wie Jamie den Kopf seines Sohnes mit einer Kugel nur haarscharf verfehlt. Auch wenn die Schlacht danach noch weitergeht, bildet diese Szene erzählerisch den eigentlichen Höhepunkt. Von da an hofft man, einen weiteren Blick auf William werfen zu dürfen und zu erfahren, wie er die Schlacht erlebt hat. Leider finde ich, dass die Auflösung hier etwas Wort-intensiver hätte ausfallen können. Es sind nette Anblicke, Jamie von seinem Cousin Abschied nehmen zu sehen und Claire erneut im Gespräch mit William zu erleben, doch es ist nicht das, worauf wir die ganze Zeit gewartet haben. Die Unterredung zwischen Jamie und William ist knapp und emotionsarm, zumindest nach außen hin. Ich kann durchaus verstehen, dass das Totenbett Simons während der Kapitulationsverhandlungen nicht der perfekte Zeitpunkt für Jamie sein mag, ein richtiges Gespräch mit William zu führen, dennoch hätte ich mir einen Austausch gewünscht, der über die Übergabe eines Hutes hinausgeht.

Einen Nebenschauplatz der Schlacht stellt das Liebesleben von Ian und Rachel dar. Tatsächlich bin ich vorher nicht davon ausgegangen, dass es bei den beiden Schwierigkeiten geben könnte und dass Rachel ihre offensichtlichen Gefühle für Ian aufgrund ihres Glaubens als Quäker zurückdrängen muss. Ist er ein so schlechter Mann, nur weil er sich selbst gegen andere verteidigt? Dürfen Quäker nie außerhalb ihrer Gemeinschaft heiraten? Den beiden wird hier ein großer Stein in den Weg gelegt. Hinzu kommt noch die räumliche Trennung, da der große Moment nun endlich gekommen ist und die Frasers sich gemeinsam mit Ian auf den Weg nach Schottland machen. Das kommt in Bezug auf Ian zu einem etwas unglücklichen Zeitpunkt, aber vielleicht gibt der Abschied Rachel ja Zeit, sich über die Tiefe ihrer Gefühle Gedanken zu machen. An dieser Stelle setzt man durch das Auftauchen von Arch Bug noch einen interessanten Akzent, denn seine Drohung an Ian bekommt nun schlagartig wieder Gewicht. Die Reise an sich geht für "Outlander"-Verhältnisse äußerst schnell über die Bühne, wobei sich die Frage aufdrängt, ob hier irgendwelche interessanten Aspekte aus der Romanvorlage übersprungen wurden. Verstehen kann man diese Eile wiederum schon, da sich nun Roger und die Frasers in Schottland befinden und sich so ihre Wege gut kreuzen lassen. Das bietet einen sehr freudigen Ausblick auf die zweite Staffelhälfte und erzeugt das Gefühl eines Happy Ends, wie man es bei dieser turbulenten Serie nur selten erlebt.

Fazit

Mit dieser Episode findet die erste Staffelhälfte einen Abschluss, der reich an Emotionen ist und die angestoßenen Handlungsstränge dieser Staffel zufriedenstellend abschließt, bevor man die Serie in eine Pause schickt.

Marie Müller - myFanbase

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