Review: #7.07 Leitfaden für Zeitreisende
Mit schnellen Schritten nähert man sich dem Finale der ersten Staffelhälfte und jedem Handlungsstrang dieser Episode hat man das Gefühl von drohendem Unheil.
William und Jamie
Es ist eine Weile her, dass wir uns auf einem Schlachtfeld befanden und nun ist es mal wieder soweit. Die (erste) Schlacht von Saratoga steht bevor und wir verfolgen Jamie und Claire auf der einen sowie William auf der anderen Seite des Schlachtfeldes dabei, wie sie sich auf den Kampf vorbereiten. William strahlt dabei ganz eindeutig die Energie eines jungen Mannes aus, der noch nie zuvor in den Krieg ziehen musste. Er ist von Tatendrang getrieben und verspürt keine Furcht. Das allein ist nicht sonderlich beeindruckend und zuletzt verstand man es besser, uns William schmackhaft zu machen, doch zum Ende der Episode hin gibt es dann doch noch ein paar eindrucksvolle Szenen. Denn nach dem vorzeitigen Ableben seines Kameraden Sandy Hammond zeigt William seine weiche Seite. In Wut und Entsetzen zieht er nun in den Kampf und nach dem Ende des Gefechts liegt sein Fokus nicht auf der Siegesfeier, sondern auf der Bestattung der Gefallenen. Dadurch gelingt es erneut, William in ein gutes Licht zu rücken.
Ganz anders als bei dem unerfahrenen William sehen die Vorbereitungen auf die Schlacht bei Jamie und Claire aus. Es geht viel ruhiger vonstatten, man spürt ihre Unsicherheit und einen Hauch von Angst davor, dass Jamie den Kampf vielleicht nicht überleben könnte. Außerdem hat man die ganze Zeit über die Befürchtung, dass Jamie sich William gegenüber wiederfinden könnte und dass ihn vielleicht genau in diesem Moment der Kampfgeist verlässt. Einerseits gefällt es mir, dass der Fokus während der – doch etwas kurz bemessenen – Schlacht auf William lag und man so miterleben durfte, wie seine anfängliche Freude auf den Krieg schlagartig verebbte, andererseits finde ich es ein wenig schade, dass uns in keiner Sekunde gezeigt wurde, wie Jamie den Kampf erlebte und wer oder was dazu führte, dass er sich am Ende auf dem Boden wiederfindet und kein Lebenszeichen von sich gibt. Und auch wenn wir noch nicht nachvollziehen können, was genau sich hier zugetragen und die Enttäuschung darüber, keinen Vater-Sohn-Moment erlebt zu haben definitiv vorhanden ist, braucht man zu diesem Zeitpunkt nicht befürchten, dass Jamie tot sein könnte. Dazu gibt es noch zu viele offene Fragen, die beantwortet werden möchten.
Buck und Rob
In der Handlung des 20. Jahrhunderts gibt es deutlich mehr überraschende Wendungen als im 18. Jahrhundert. Der von Roger in #7.06 Where the Waters Meet gestellte Mann entpuppt sich als niemand geringeres als William Buccleigh 'Buck' MacKenzie, der Roger in #5.07 The Ballad of Roger Mac an den Galgen brachte. Es ist eine Entwicklung, die ich nie hätte kommen sehen und ich bin sehr überrascht davon, dass Buck bei seiner Zeitreise nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft reiste. Was waren wohl seine Gedanken, die ihn ins 20. Jahrhundert verschlugen? Zwar kommt sein Auftauchen sehr abrupt, dafür fügt er sich aber erstaunlich gut in die Familie MacKenzie ein – einfach als Cousin Buck. Schade ist nur, dass er nicht wieder von Graham McTavish gespielt wird.
Im krassen Kontrast dazu steht Rob Cameron, der in der Unterrichtsstunde in Gälisch mein Misstrauen erregte. Diese Figur, die mit ihrer aufgesetzten, neugierigen und aufdringlichen Art sofort alle Alarmglocken losgehen lässt, beweist auch dieses Mal wieder, dass man sie überhaupt nicht einschätzen kann. Was sind Robs Motive? Wusste er vor dem Blick in Rogers Buch etwas über Zeitreisen? Wir wissen erstaunlich wenig über den Mann, der sich so schnell in das Leben der MacKenzies gedrängt hat und nun mit Jem durch die Steine gegangen zu sein scheint. Die Handlung wird hier mit einem erstaunlichen Tempo vorangetrieben, was ich etwas unpassend finde. Man hat das Gefühl, dass die Ereignisse sich überschlagen und einem gar keine Zeit bleibt, das Gesehene zu ordnen, um sich einen Reim darauf bilden zu können. Mag sein, dass Robs Figur genau so in den Büchern angelegt ist, doch irgendwie erscheint mir alles rund um ihn seltsam unstimmig.
Die beiden Hauptthemen der Episode sind die Schlacht von Saratoga und die neuen Bekanntschaften der MacKenzies. Neben ihnen bleibt dennoch ein wenig Platz für Witze, Intimität und Liebesgeständnisse. Was allerdings auf der Strecke bleibt, ist die beginnende Romanze zwischen Ian und Rachel, von der wir nichts zu sehen bekommen.
Fazit
Es ist eine ausgewogene Episode, in der man die Entwicklungen im 18. Jahrhundert absehen konnte, während die im 20. Jahrhundert stellenweise etwas holprig daherkommen. Der Cliffhanger dieser unheilverkündenden Episode stellt große Erwartungen an das Finale der ersten Staffelhälfte.
Marie Müller - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: A Practical Guide For Time-TravelersErstausstrahlung (US): 28.07.2023
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Erstausstrahlung (Pay-TV): 08.09.2025
Regie: Joss Agnew
Drehbuch: Margot Ye
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