Bewertung

Review: #7.04 Eine äußerst unbequeme Frau

Foto: Charles Vandervaart, Outlander - Copyright: 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television
Charles Vandervaart, Outlander
© 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television

In den ersten Episoden der siebten Staffel habe ich mich noch nicht ganz angekommen gefühlt, denn immer wieder kam die Frage auf, wo wir uns gerade befinden. Sind das hier noch Reste des sechsten Buches, die abgehandelt werden? Gehört der Sprung durch die Zeit schon zum neuen Teil der Geschichte? Doch dieses Mal ist es ganz anders, denn das Gefühl von neuen und aufregenden Abenteuern ist in jedem Teil der Geschichte deutlich zu spüren. Gepaart mit einem äußerst abwechslungsreichen Drehbuch und einem vortrefflichen Schauspiel, schwingt sich diese Episode daher in meinen Augen zur bisher stärksten der Staffel auf.

Beginnen wir dort, wo #7.03 Death Be Not Proud endete, im Lallybroch des 20. Jahrhunderts. Eben diesen Ort machen sich Brianna und Roger nun zum Zuhause und treffen dabei genau den nostalgischen Ton, der die vorangegangene Episode mit ihrem Bedürfnis nach einem Ort, der sich richtig anfühlt, so geprägt hat. Es fühlt sich gut und richtig an, dass Roger und Brianna sich nicht in Boston niederlassen, sondern einen Ort ausgesucht haben, der für ihre Familie und Familiengeschichte steht. Zwar hatte ich zuletzt noch kritisiert, enttäuscht darüber zu sein, dass wir ihre Ankunft im 20. Jahrhundert nicht näher verfolgen durften, doch nun bin ich glücklich über diese Entscheidung, da man sich das Gefühl des Fehl-am-Platz-Seins in der Fremde damit gespart hat. In Bezug auf die beiden bringt man auch gleich eine interessante Handlung in Gang, deren Ausmaß man sich noch nicht recht ausmalen kann. Es geht um Magie, doch welche Art davon? Gibt es auf Lallybroch Elfen und Feen? Und wer oder was genau ist ein Nuckelavee? Ich bezweifle nicht, dass der magie-sensitive Jem da etwas Interessantes ausgemacht hat und bin gespannt darauf, was wir weiter entdecken werden.

"What aspects of plant inspection require a penis?"

"Outlander" versteht es bestens, einen ernsten Ton anzuschlagen, doch dieses Mal konnte man auch mehrmals laut losprusten. Das Bewerbungsgespräch Briannas war einfach herrlich und wie sie ihren Chef-in-spe mit Worten ausmanövriert hat, war ein wahrer Genuss. Konträr dazu wurde die Szene um Claire und Tom Christie aufgezogen, die von einer körperlichen Kollision eingeleitet wurde, deren Überraschungsmoment man Claire noch nachhallend ansehen konnte. Caitriona Balfes zutiefst überrumpelter Gesichtsausdruck war ein Bild für die Götter und das von Herzen kommende Schauspiel von Mark Lewis Jones rundet diesen so unerwarteten Moment in einem Bild der Ausgewogenheit perfekt ab. Anhand dieser starken Szenen der Fraser-Frauen lässt sich der Episodentitel sehr gut nachvollziehen. Auch die neu kennengelernte Rachel Hunter fügt sich an diesem Punkt gut ein und kann mit ihrer direkten Art und ihrer Schlagfertigkeit durchweg überzeugen.

"I mean you no harm, sir. Do you speak English?" - "I've met Englishmen who'd say no. But I think you'll understand me well enough."

Diese Episode brachte einige unerwartete Entwicklungen mit sich, denn nach der großen Ankündigung der Rückkehr nach Schottland, hatte ich mich emotional bereits auf eine weitere Seereise eingestellt. Einerseits ist es schade, dass wir nun nicht in beiden Zeitebenen Lallybroch erleben dürfen, andererseits finde ich die jüngsten Entwicklungen äußerst vielversprechend. Wo nach den vielen Beteuerungen von Claire und Jamie klar war, dass sie keine getrennten Wege gehen wollen – und wer von den Fans würde das schon wollen? – gab es dennoch eine Überraschung, da Ian auf eigene Faust loszot. Seit seiner Rückkehr von den Mohawks war er oft nur am Rande der Handlung zu sehen, doch das ändert sich nun schlagartig. Gleiches gilt für William, der einen eigenen Fokus bekommt. Es passt gut zusammen, dass sich die Pfade dieser beiden jungen Männer, die uns nun selbst ihre Geschichte erzählen sollen, kurz kreuzen, denn es facht das Interesse enorm an. Mir gefiel die Dynamik zwischen ihnen und dass sie nur von kurzer Dauer war, schafft der Freude darüber keinen Abbruch, da es einfach Lust auf mehr macht und uns den Tag herbeisehnen lässt, an dem sie sich vielleicht wieder begegnen werden. Gleichzeitig schafft das Treffen von Ian und William ein weiteres Verbindungsglied zu den Frasers und für William einen weiteren Grund sich zu dieser Familie hingezogen zu fühlen. Dass William tief in sich drin bereits so empfindet, zeigt schon sein Totenlied auf, in dem er versucht, über verschiedene Versionen seines Namens sein Ich-Gefühl auszudrücken – und da darf sein Paptistenname natürlich nicht fehlen!

Randnotizen

  • Ich bin gespannt, wann Arch Bug erneut auftauchen wird. Die Eindringlichkeit, mit der Ian an der Drohung des Mannes festhält, lässt vermuten, dass es nicht nur leere Worte waren.
  • Der Zeitsprung im 20. Jahrhundert hat mich doch etwas überrascht. Wie viele Jahre haben wir nicht gesehen? Drei oder vier oder fünf? Ich werde Andrew und Matthew Adair vermissen.
  • Lange haben wir keinen so intimen Moment mehr zwischen Claire und Jamie erlebt. Ihre Liebe fühlt sich noch genau so warm wie früher an.
  • Kündigt sich zwischen William, Rachel und Ian ein Liebesdreieck an?
  • Das Mysterium um die Todesanzeige hat sich mit Tom nun erledigt.
  • Brianna und Roger in allen Ehren, aber was tun sie Lallybroch mit ihrem modernen Makeover da an?
  • Neben der Verbindung zu Ian nutzt man den Handlungsstrang rund um William gleichzeitig, um seine Position im Krieg noch zu verkomplizieren, indem er erkennt, um wen es sich bei einem der Empfänger seiner Briefe handelt. Es ist niemand geringeres als ein Sympathisant der Revolution.

Fazit

Diese Episode beinhaltet alles, was man sich wünschen kann: Liebe, Intrigen, Freundschaft, Feindschaft, neue Abenteuer, alte Vertrautheiten. Sie ist ein gekonnter Mix aus dem 18. und dem 20. Jahrhundert mit einem lockerleichten Schlagabtausch über die Zeitebenen hinweg. So kann es gern weitergehen.

Marie Müller - myFanbase

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