Bewertung: 8

Review: #9.18 Die perfekte Familie

Foto: Akte X - Copyright: 2002 Fox Broadcasting Company.; FOX
Akte X
© 2002 Fox Broadcasting Company.; FOX

Die Akte X - Episode #9.18 Die perfekte Familie liefert als 200. Episode der Serie das perfekte Scharnier zwischen den finalen Erkenntnissen der 9. Staffel und dem vorläufigen Serienfinale. Bevor es also in den Folgen #9.19/9.20 Die Wahrheit ums Eingemachte geht, wird es in dieser Folge noch einmal emotional und humorvoll.

Die perfekte Familie und Scullys Erkenntnis

Der Faktor X in Form von Oliver Martins Psi-Fähigkeiten ist schnell erklärt und leuchtet bei näherer Betrachtung auch durchaus ein: Ein Kind, welches sich nichts sehnlicher wünscht, als anerkannt zu werden und Freunde zu haben, entwickelt die Fähigkeiten sich die Gefühle, welche hinter eben genannter Bedürfnisse stehen, zu nehmen. Dies tut Oliver, indem er die Familie der Bradys oder auch die Familie aus drei Mädchen und drei Jungen erschafft und diese zur Realität werden lässt. Ein absolut klassischer Fall für jeden ernsthaften Parapsychologen.

Haken an der Sache ist allerdings, dass die Realisierung seiner Gedanken ein großes Maß an elektromagnetischer und bioenergetischer Energie verbraucht bzw. umwandelt, was Olivers Körper nachhaltig schwächt und schädigt. Die Szenen mit den Bradys oder auch mit Skinner in dessen Büro, als Oliver Skinner schweben lässt, lassen sich sehr schön anschauen. Wer da nicht lacht oder zumindest grinst, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Bei der Aufklärung des Falls wird sogar der sonst so kritische Doggett sehr kreativ und beginnt endlich outside-the-box zu denken.

Alles in allem sind die Dialoge zwischen den Charakteren und die Szenen um die Bradys super inszeniert und liefern überdies hinaus gute Unterhaltung.
Was aber vor allem bleibt, ist Scullys Erkenntnis, dass nämlich nicht der Beweis für das Paranormale das wichtigste im Leben ist, sondern es wichtigere Dinge gäbe. Damit spielt sie auf die neun gemeinsamen Jahre mit Mulder und den X-Akten an sowie auf das private Glück. Das wissen auch Oliver und dessen Psychologe zu schätzen, die von da an nicht mehr forschen, sondern nur noch Freunde werden wollen. Und als wäre das nicht schon Tiefgang und Emotionalität genug, eröffnet Reyes Doggett auch noch, dass er langsam den Dreh bei den X-Akten raus hätte, während sie seine Hand nimmt und ein Hauch von Romantik den Moment verzaubert. Besser, schöner und emotionaler hätte die Episode vor dem vorläufigen Serienfinale nicht enden können. Ende gut, alles gut.

Vorläufiges Fazit

Und weil die Episode so gut endet, ziehe ich an dieser Stelle ein vorläufiges Fazit unter die Ära Scully-Doggett-Reyes innerhalb der 9. Staffel.

Die 9. Staffel wird sicherlich zu den schwächeren Staffeln in der "Akte X" - Geschichte zählen und kommt lange nicht an die 6. oder 7. Staffel heran. Das hat vor allem damit zu tun, dass alle Geschichten irgendwann einmal zu Ende erzählt sind und sich Folgen und Fälle der Woche beginnen zu wiederholen - trotz toller Kreativität seitens der "Akte X" - Macher. Der noch größere Faktor, weshalb die Serie "Akte X" nun vorläufig zu Ende geht, ist aber, dass die Serie ursprünglich aus Mulders und Scullys Suche nach der Wahrheit bestand. Nachdem Mulder weg war und Scully etwas in den Hintergrund rückte, wurde es vor allem Doggetts und Reyes Suche nach der Wahrheit. Mir persönlich gefallen Doggett und Reyes. Robert Patrick und Annabeth Gish interpretieren ihre Charaktere sehr authentisch und sympathisch. Als Mann gestehe ich sogar, finde ich Annabeth Gish/Monica Reyes wesentlich attraktiver als Gillian Anderson/Dana Scully. Von daher hätte ich mir auch mehr Beziehungs-Screentime für Doggett und Reyes gewünscht. Aber - und das ist nun mal Fakt - Doggetts und Reyes Suche nach der Wahrheit war nicht mehr "Akte X", sondern eine Mysteryserie, die Mulder nicht mehr beinhaltete und somit nicht mehr das ursprüngliche "Akte X" war. Und ein Quartett aus Mulder/Scully und Doggett/Reyes, was in Ansätzen gegen Ende der 8. Staffel gezeigt wurde, konnte dauerhaft so nicht funktionieren. Insofern würde ich mir ein Spin-Off für Doggett und Reyes sowie eine Rückkehr von Mulder in die Hauptserie "Akte X" wünschen. Damit wären alles in allem die verschiedenen Stärken und Vorteile der Charaktere ausbalanciert und gelungen verteilt. Wie dem auch sei, nun darf man sich jedenfalls auf das Finale freuen.

Insider & Hintergründe

  • David Faustino (Michael Daley) verkörperte zehn Jahre lang Bud Bundy in der Serie Eine schrecklich nette Familie.
  • Michael Emerson (Oliver Martin) spielte nach "Akte X" Hauptrollen in Serien wie "Lost" und "Person of Interest".
  • Vince Gilligan führte in dieser Episode zum zweiten Mal in Akte X Regie. Außerdem schrieb er auch das Drehbuch.
  • Fühlt sich der ein oder andere X-Philie vielleicht davon angesprochen, wenn er sieht, wie sich Oliver Martin mit einer älteren TV-Serie sehr stark identifiziert?



Fazit

Die "Akte X" - Episode #9.18 Die perfekte Familie liefert als 200. Episode der Serie das perfekte Scharnier zwischen den finalen Erkenntnissen der 9. Staffel und dem vorläufigen Serienfinale. Nach dem gefühlvollen Abschluss ist vor dem spannenden Finale.

Alexander L. - myFanbase

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