Bewertung: 8

Review: #2.13 Todestrieb

Dana Scully steht in dieser Episode mal etwas mehr im Mittelpunkt, denn durch Off-Kommentare wird ihre Arbeit genauer betrachtet. Außerdem zeigt man dabei auch mal ihre menschlich-emotionale Seite.

For the record, it is my opinion that, outside of child homicide, which may be more tragic, this is one of the most angry and dehumanising murders imaginable.

Es war mal wieder eine nette Abwechslung, dass man nicht nur am Ende einer Episode Scullys Berichte thematisiert, sondern die ganze Episode über ihren Gedanken zum Fall folgen konnte. Dabei wurde gelungen gezeigt, wie Scully sich gegenüber Mulder auch nicht immer komplett ehrlich verhält und nicht so wirken will, als wenn er sie beschützen müsste. Scully ist eine sehr selbstbewusste, eigenständige Frau. Die Entführung hat sie aber sehr verunsichert und angreifbar gemacht. Dieser Fall ist da genau das falsche, zumal es sich wie ein ganz normaler Polizeifall entwickelt, völlig fern vom Paranormalen. Ich mag es sehr, wenn man sonst sehr bodenständige, analytische Agenten mal emotional in Bezug auf ihre Arbeit sieht. Solch ein Fall muss einem einfach auch mal mitnehmen, denn auch die Agenten sind schließlich Menschen. Insofern hat diese Episode ienen tiefen Einblick in Scully derzeitige Gefühlslage gegeben und anhand eines widerlichen Falls, der vom Grundsatz her leider nicht rein fiktiv ist. Der Schluss war dann nur konsequent, denn Mulder beendet die Episode mit dem Abschlussbericht, weil Scully natürlich nicht in der Lage dazu ist und Mulder nun mal immer hinter Scully steht und sich immer auch vor sie stellen wird, wenn das nötig ist.

Though I've never really understood salt and pepper shakers myself.

Mulder vollführte in der Episode natürlich mal wieder mit seinen Sprüchen den unterhaltsamen Teil. Schon seine sofortige Analyse, dass es sich nicht um Außerirdische handle, war irgendwie witzig. Dass er dann gesteht, nur wegen des Footballspiels die Reise angetreten zu haben, war einfach super, auch wenn sich sein Traum nicht erfüllen sollte. Stattdessen zeigt er, welch ein guter Agent er auch in nicht paranormalen Kontexten sein kann. Er hat ein Gespür für die Situation, ist hartnäckig, erkennt die Fakten und kombiniert zumeist richtig, weil er sich in der Regel keiner Möglichkeit verschließt. Was ihm eben noch etwas gefehlt hat, ist Scully wirklich richtig auf den Zahn zu fühlen. Er hat zwar gespürt, dass mit ihr etwas nicht stimmt, hat ihre Ausreden und Beschwichtigungen aber auch hingenommen. Nun kann er sie zu nichts zwingen und es ist auch eine Frage des Respektes, Scullys Willen zu akzeptieren. Als Partner darf man aber auch mal einen Schritt weiter gehen , wenn man merkt, dass es nicht so passt.

It's an unfathomable hatred of women

Ich will noch ein paar Worte zu dem Fall loswerden, der wirklich an die Nieren ging. Donnie war schon ein sehr erschreckender Typ und die Kamera hat es auch wieder perfekt geschafft, die Figur immer so ins Licht zu setzen, dass man untermalt mit der Musik wirklich Angst bekommen konnte. Allein schon die Vorstellung, dass jemand einen Drang hat, solche widerlichen Dinge zu tun, ist unangenehm. Die zugehörigen Ausführungen derart präsentiert zu bekommen, macht es doppelt erschreckend. Welche Dinge alle passieren müssen, damit sich ein Mensch derart entwickelt, kann man mit gesundem Verstand eigentlich gar nicht fassen und doch ist solch ein Triebtäter leider kein ausgedachten Konstrukt sondern immer wieder Realität. Im Nachhinein betrachtet muss man fast sagen, dass die Leichenschändung und das ganze Arbeiten im Bestattungsinstitut eigentlich ein sehr humaner Weg war, um diese psychische Krankheit unter Kontrolle zu behalten. In der Regel kann man bei "Akte X" immer paranormale Gründe für diverse Taten vorschieben. Es gibt immer eine Kausalkette, die an einer Stelle nicht vollständig von dieser Welt ist, was es ein Stück weit abstrakt und damit in all seinen Ausprägungen letztlich erträglich macht. Es gibt immer einen Ausweg. Das macht es insgesamt irgendwie rationaler als solch ein abartiges Lustempfinden eines letztlich normalen Menschen. Das diese Grenze hier mal verschwommen ist, gibt der Episode eine Besonderheit.

Fazit

Diese Episode ist in mehreren Aspekten eher untypisch für die Serie und wirkt dadurch fast noch beängstigender als sonst. Dass auch diese Episode nichts für die Gesamthandlung tut, wiegt sich damit auf, dass man viel Zeit in Scullys Charakter investiert hat, was letztlich genau so wichtig ist wie ein neuer Hinweis zu Außerirdischen, Mulders Schwester oder dem Raucher und seinen Plänen.

Emil Groth – myFanbase

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