Bewertung: 4

Review: #5.18 Die Invasion

Foto: Ian Somerhalder, Nina Dobrev & Paul Wesley, Vampire Diaries - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Ian Somerhalder, Nina Dobrev & Paul Wesley, Vampire Diaries
© Warner Bros. Entertainment Inc.

#5.18 Resident Evil war nicht so furchteinflößend oder böse, wie man es dank des Episodentitels womöglich erwartet hätte. Stattdessen lieferte uns "Vampire Diaries" nur mäßige Unterhaltung, keine berauschende Action und schweifte eher in die Vergangenheit ab, um das Liebesdreieck erneut aufleben zu lassen.

"I'll always love you, Elena." – "I'll always love you, too."

Ja, es ist fast schon unsinnig, sich abermals über die Behandlung oder vielmehr Wiederbelebung des Liebesdreiecks zwischen Elena, Damon und Stefan aufzuregen oder diesen Handlungsaspekt gar zu kommentieren. Schlussendlich musste der Zuschauer bereits resigniert feststellen, dass die Autoren dieses Liebesgeflecht vermutlich nie aufgeben und immer einen Weg finden werden, um uns neuen – oder vielmehr alten – Stoff rund um Elena und den Salvatore-Brüdern zu liefern.

So geschah es auch in dieser Episode und es kam nicht wirklich etwas Neues dabei heraus. Nach wie vor wollen uns die Autoren weismachen, dass Elena und Stefan füreinander geschaffen sind und es auch das Universum so vorsieht, also dass die beiden irgendwann einmal ein glückliches Paar mit einem Happy End werden. Gleichzeitig aber behandelt man die nun endgültig zu scheinende Trennung zwischen Elena und Damon, bei welcher man irgendwie trotzdem versucht, ein Schlupfloch zu finden, um ein Fünkchen Hoffnung dazulassen. Wie Enzo (welcher nebenbei bemerkt die besten Sprüche in dieser Folge lieferte) richtig sagte: Solange das F-Wort nicht ausgesprochen wurde, gibt es nach wie vor Hoffnung. Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht ganz sicher, ob das letzte Wort zwischen Elena und Damon schon gesprochen wurde. Ja, das F-Wort (Freunde) wurde zwar seitens Elena mehrmals erwähnt und Damon hat ihr schließlich ehrlich gesagt, dass er sie bis auf weiteres nicht mehr sehen oder sprechen möchte, doch aus Erfahrung kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass diese beiden sich in der nächsten Folge über den Weg laufen werden.

Und vielleicht ist genau das der springende Punkt oder vielmehr das Problem von "Vampire Diaries". Es wird viel zu oft versucht, Veränderungen zu schaffen und neuen Wind hineinzubringen, im nächsten Moment machen die Autoren jedoch stets einen Rückzieher, revidieren die Geschehnisse und man steht praktisch wieder am Anfang, manchmal bleibt man sogar in der Vergangenheit gefangen. Diese "Masche" funktioniert einfach nicht mehr und nimmt der Serie schlichtweg die Glaubwürdigkeit und auch sehr viel Spannung weg. Wenn "Vampire Diaries" in den ersten Staffeln noch vollkommen durch Action und einiges an Unberechenbarkeit überzeugen und begeistern konnte, weiß man nun oft gar nicht mehr, was man mit dem Gezeigten anfangen soll, da sich die Handlungsstränge häufig wiederholen oder man sich nur im Kreis dreht – Stichwort Doppelgänger.

"Is it possible for there to just be one of someone around here?"

Zwar hat es mir durchaus gefallen, dass man wieder einmal mehr Szenen zwischen Elena und Stefan gesehen hat, doch im Nachhinein kann man sich eigentlich nur darüber ärgern, wenn einem klar wird, dass diese Visionen lediglich dazu dienten, das Liebesdreieck erneut aufleben zu lassen. Es lässt sich natürlich nicht leugnen, dass Elena und Stefan eine schöne Chemie haben und gut harmonieren und auch die Atmosphäre, welche sehr stark an die erste Season erinnerte, war nett mitanzusehen. Dennoch leuchtet es mir nicht ein, wofür diese Visionen gut sein sollten, außer natürlich für das Liebesgeflecht – doch das hatten wir schon. Was mich an dieser Storyline dann wirklich unterhalten konnte, waren einzig und alleine die witzigen Sprüche, welche Damon und vor allem Enzo ablieferten. Damons Sarkasmus gegenüber den Doppelgängern weiß nach wie vor zu amüsieren, vor allem, weil man sich als Zuschauer ziemlich gut in ihn hineinversetzen kann – denn wem gehen die unzähligen Doppelungen nicht auf die Nerven?!

"Break out the popcorn, Blondie. Elena's little sex romp isn't over yet."

Besonders gut hat mir in dieser Episode die Interaktion zwischen Damon und Enzo gefallen. Bereits die Szene beim Billardspielen, wusste zu unterhalten, was vor allem an dem Wortgefecht der beiden lag. Ich finde es gut, dass die Autoren Damon auch einmal seinen Liebeskummer ausleben lassen, ohne, dass er sogleich zur Gewalt greift und Bluttaten vollbringt. Ein normales Spiel unter Freunden mit ein paar Drinks kann schließlich auch "Wunder" vollbringen oder zumindest kurzweilig vom Schmerz ablenken.
Ein weiterer Aspekt, welcher positiv aufgefallen ist, ist die Beziehung zwischen Enzo und Caroline. Zwar scheint Caroline Enzo nach wie vor nicht ganz zu trauen, doch man sieht den beiden eindeutig an, dass sie Spaß miteinander haben, wenn sie beisammen sind oder ihre Freunde bei einem mehr als unangenehmen Gespräch belauschen. Zudem scheint man dem Charakter von Enzo doch ein wenig mehr Tiefe verleihen zu wollen, was mir ebenfalls gut gefällt und ich bin gespannt, was man in Zukunft noch daraus machen wird. Dennoch habe ich das laue Gefühl im Magen, dass Enzos Tage gezählt sind und er die mysteriöse Maggie vermutlich nie mehr wiedersehen wird.

"So much testosterone, so few brain cells."

Was wir Zuschauer mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch in den kommenden Folgen wiedersehen werden, ist die Tatsache, dass Tyler erneut den schwarzen Peter aufgemalt bekommt und sozusagen zum "Antihelden" gemacht wird. Bereits in früheren Staffeln war er stets derjenige, welcher sich bei dem Rest der Clique durch unüberlegte und leichtfertige Handlungen beziehungsweise Entscheidungen unbeliebt machte. So scheint es nun erneut mit Tyler den Bach hinunterzugehen, da er nun ein Teil von Markos Traveler-Gang ist, während er aber vorgibt, auf Seiten von Jeremy, Liz und Co. zu kämpfen. Natürlich wählte Tyler dieses Los nicht freiwillig, schließlich wurde er von einem Traveler überfallen, welcher sich dann in seinen Körper einschleuste. Und genau dieser Aspekt stört mich an der ganzen Geschichte, denn es leuchtet mir nicht ganz ein, warum ein Hybrid nicht stark genug ist, um sich gegen einen Traveler durchsetzen zu können. Bisher haben wir die Traveler schließlich oft nur in Gruppen gesehen und mehr als Zaubersprüche vor sich her sagen und besessen von Doppelgänger zu sein, haben sie nicht getan, daher könnte man es einem Hybriden wie Tyler doch zutrauen, einen einzigen Traveler zu bekämpfen, nicht wahr?

Auch das eigentliche Ziel von den Travelern beziehungsweise von ihrem Anführer Markos scheint mir noch nicht ganz klar zu sein. Es wird vermutlich darauf hinauslaufen, dass es eine Art Krieg zwischen ihnen und den Hexen gibt, was eventuell auch die andere Seite zu beeinflussen scheint. Fest steht bis zu diesem Punkt, dass die Traveler versuchen Mystic Falls einzunehmen und in dieser Episode hatten sie bereits erschreckend guten Erfolg. Mich persönlich können die Traveler aber nach wie vor nicht vom Hocker reißen und daher auch nicht besonders unterhalten, sodass ich hoffe, dass uns hierbei noch besserer Stoff geboten wird. Die seltsamen Geschehnisse auf der anderen Seite scheinen hier ein kleiner Lichtblick zu sein.

Fazit

#5.18 Resident Evil wird vermutlich nicht lange im Gedächtnis der Zuschauer bleiben, da eigentlich nicht viel Neues passierte und eher in der Vergangenheit gewühlt wurde. Für die verbleibenden Episoden bleibt nun zu hoffen, dass sich das Blatt wendet und "Vampire Diaries" zumindest durch einige starke, überzeugende Folgen diese doch eher enttäuschende Staffel abschließen wird.

Melanie E. - myFanbase

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