Bewertung: 4

Review: #3.10 Dein Leben für die Zukunft

Die Autoren versuchen dem Zuschauer klar zu machen, was genau mit Menschen passiert, die das Ei berühren und welch Transformation sie durchmachen. Die Geschichte von Patrick Walters ist sicherlich eine tragische und erklärt, warum Hektor Martin unter die Kuppel gekommen ist, doch sie hat mit der eigentlichen Geschichte eigentlich gar nichts zu tun, weil dem Zuschauer die Bedrohung durch die Außerirdischen einfach immer noch nicht präsent genug ist, weil wir noch immer nicht wissen, was ihre Agenda sein könnte und was mit den Menschen passiert, die das "Virus" oder das "Bewusstsein" befällt.

"Jim, Junior's been infected for about a week. The longer you wait, the worse it'll get. What happened to Patrick will happen to your son."

Vergleicht man mal "seine" Infektion mit der der Bewohner von Chester's Mill, so erkennt man da dann doch eklatante Unterschiede. Patrick wurde zu einem paranoiden, hysterischen Individuum, das innerlich zerrissen war und sich irgendwann in ein Energiewesen verwandelt hat, während die Bewohner von Chester's Mill äußerlich doch auch Tage nach der Infektion immer noch recht menschlich erscheinen, besonnen agieren und in erster Linie ihrer Anführerin Christine Price hörig sind. Es wirkt also ungleich dramatischer, was Patrick Walters passiert ist, und es ist eine plausible Erklärung, warum Hektor Martin unbedingt unter die Kuppel kommen musste. Doch es hat einfach nichts mit der aktuellen Bedrohung zu tun, die uns hier in Rückblenden präsentiert wird. Es mag natürlich sein, dass Patrick schon wesentlich länger von dem außerirdischen Virus befallen ist, doch irgendwie kann ich nicht recht glauben, dass alle irgendwann paranoid und irgendetwas von pinken Sternen quasseln, ehe sie sich in Energiewesen verwandeln. Vor allem, das die Noch-Königin Christine keinerlei Anzeichen einer solchen Verwandlung zeigt. Lediglich ihr Spiegelbild zeigt ihre wahre Natur, doch es wirkt momentan nicht so, als würde sie irgendwann mal nur als reines Energiewesen existieren.

Dennoch bringt die ganze Sache natürlich eine bedrohliche Stimmung in die ansonsten eher ruhige, fast schon langweilige Episode. Und dass am Ende natürlich auch noch Hunter May und Norrie herausfinden, dass Hektor seinem Mündel Lily verschwiegen hat, dass ihr Vater noch am Leben ist, wenngleich doch in etwas anderer Form als sie es gewohnt war, verspricht auch hier noch einiges an Konfliktpotential, auch wenn man meinen könnte, dass alle besser daran bedient wären, an einem Strang gegen Christine und die außerirdische Bedrohung zu ziehen.

“Things are different. Eva is pregnant. That baby is mine. Now, I'm not gonna bail on being a father.“

So interessant die Geschichte um Patrick Walters ist, so uninteressant ist leider die Geschichte um die Widerstandsbewegung, im genaueren eigentlich die Geschichte um Julia und Barbie. Letzterer ist tatsächlich wieder vollkommen menschlich, allerdings fest in dem Glauben, dass Eva mit seinem Kind schwanger ist, für das er eine gewisse Verpflichtung hat und um das er sich kümmern muss. Seine Vatergefühle in allen Ehren, aber es müsste ihm doch auch in den Sinn kommen, dass mit dem Kind irgendetwas nicht stimmt, vor allem als er Eva gegen Ende der Episode hochschwanger findet.

Es wird jedoch klar, worauf die Autoren hinarbeiten. Es wird zu einem Konflikt zwischen Barbie und der Gemeinschaft kommen, weil er versuchen wird, sein Baby vor dem schädlichen Einfluss von Christine zu bewahren. Jetzt erst einmal darf er Bindeglied zwischen Gemeinschaft und Widerstand spielen, kurz mit Joe reden und eben Eva finden. Viel Momentum bringt er nicht in die Geschichte und es wird auch am Ende nicht ganz klar, ob er sich noch vielleicht gegen Julia und die anderen entscheidet, einfach weil er glaubt, für sein Baby und für Eva da sein zu müssen, selbst wenn zwischen Empfängnis und Geburt etwa zwei Tage vergangen sein müssen.

"The kinship needs your help. The dome is calcifying, and for us to survive, we need you on our side."

Joe wird derweil von Sam Vendreaux und Junior in einen kleinen Raum gesperrt, in dem er daran arbeiten soll, die Kuppel zum Einsturz zu bringen. Leider haben weder Sam, noch Junior irgendwelche Kommunikationsfähigkeiten und dringen deswegen zu Joe nicht durch. Vor allem Junior wird durch die "Infektion" eigentlich nur noch auf eine Eigenschaft reduziert – brutal. Seine Lösung, wenn Joe sich weigert, erst einmal verprügeln.

Glücklicherweise taucht Barbie noch rechtzeitig auf und kann Joe dazu bringen, seine Meinung zu revidieren, denn die Kuppel versteinert ja immer noch langsam vor sich hin und droht alle umzubringen. Und da nur Joe sie alle retten kann, macht er sich natürlich auch sofort an die Arbeit, auch wenn er nicht so recht weiß, wonach er sucht und wo er überhaupt anfangen soll. Natürlich gibt es am Ende der Episode einen ersten Hinweis darauf, wie man die Kuppel zum Bersten bringen könnte, als Sam mal wieder die Melodie summt, die den Bewohnern von Chester's Mill andauernd auf den Lippen liegt und daraufhin ein Stückchen des letzten, verbliebenen Amethysten in Joes Hand zu leuchten anfängt.

Randnotizen

  • Norrie lässt sich von einem Soldaten Aktaions erklären, wie man mit einer Waffe umzugehen hat und setzt dieses Wissen dann auch gleich in die Tat um, als sie Julia das Leben rettet, als sie von Harriet Arnold fast getötet wird. Gutes Timing, Norrie.

  • Die Sache mit dem Gegenserum ist wirklich lächerlich. Wie soll in einem mobilen Labor mal eben DNA extrahiert werden, das dann dazu führen soll, die Infektion zu bekämpfen?! Keine Sorge, zweifelnde Zuschauer, das ist alles "ll based on cutting edge research.".

  • Wir sind ab dieser Episode übrigens endlich in der 4. Woche seit die Kuppel über Chester's Mill erschienen ist.



Fazit

Eine recht träge Episode, die mal wieder mit den Gefühlen von Julia für Barbie spielt, ihn zwar wieder menschlich macht nur um ihn dann Minuten später wieder in Evas Arme zu treiben und dann auch noch eine überdramatische Geschichte um einen Mann präsentiert, die eigentlich nur als Legitimationsgrundlage dient, die gesamte Bevölkerung von Chester's Mill auszulöschen. Das ist alles etwas konfus und am Ende kommt nicht viel bei rum. Aber das ist man bei "Under the Dome" ja mittlerweile gewöhnt.

Melanie Wolff - myFanbase

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