Bewertung: 7

Review: #1.08 Der vierte Mann im Feuer

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Bill ist natürlich nicht tot ... na ja, er ist schon tot, das ist er schließlich bereits seit geraumer Zeit, doch er ist dem Brandanschlag der drei Hinterwäldler auf das Vampirhaus entkommen und hat sich selbst im Erdboden eingegraben, um vor dem Sonnenlicht geschützt zu sein. Die Symbolik ist hier nicht zu übersehen. Bill wurde nie beerdigt, doch seine Familie, die nichts von seiner Wandlung zum Vampir wusste und ihn für einen Verschollenen des Krieges hielt, hat einen Grabstein für ihn errichtet. Ausgerechnet in der Nähe dieses Grabsteins legt er sich in die Erde und bricht nach Sonnenuntergang wieder heraus. Nachdem er sich nackt aus dem Dreck gekämpft hat, fällt er regelrecht über Sookie her, um an Ort und Stelle mit ihr zu schlafen und von ihrem Blut zu trinken. Während die erste Liebesnacht der beiden noch einen ziemlich romantischen Touch hatte, erleben sie nun im wahrsten Sinne des Wortes schmutzigen Sex.

Im deutlichen Kontrast zu dieser nächtlichen Eskapade genießen Bill und Sookie am nächsten Abend ein Stück Normalität, als sie gemeinsam auf Arlenes Kinder aufpassen, mit denen sich Bill prima versteht. Da verwundert es nicht, dass Sookie in der Nacht von einem normalen Leben mit Bill träumt, doch ihr Unterbewusstsein kann die Wahrheit nicht lange verdrängen und so wird Traum-Bill von der durchs Küchenfenster hinein scheinenden Sonne entzündet. In dieses makabere Bild spielen sicher auch noch die Ängste mit hinein, die Sookie nach dem Brandanschlag ausstehen musste. Es ist Fakt, dass Sookie und Bill nie ein gewöhnliches Beziehungsleben haben werden, nicht nur, weil sie niemals zusammen Frühstücken oder sich gemeinsam im Garten sonnen können, sondern auch, weil es um sie herum all diese vielen verschiedenen Personen gibt, einige menschlicher als andere, die gegen die Romanze sind, die sich einmischen und die undurchsichtige Ziele verfolgen. So fordert der Obervampir Eric von Bill, dass Sookie im Vampirclub einen Dieb enttarnt, was sehr ungemütlich zu werden droht, als Sookie tatsächlich die Wahrheit enthüllt.

Apropos Vampirclub. Genau dort haben sich in der Episode zuvor Jason und Amy kennen gelernt, die beide süchtig nach Vampirblut sind. Zwei Süchtige ergeben nur leider eine sehr schlechte Kombination, da sie sich gegenseitig anstacheln und radikalisieren. Das passiert auch in diesem Fall. Nachdem es in der letzten Folge noch so schien, als hätte Amy die Sucht besser im Griff als Jason, zeigt sich nun, dass sie viel schneller Nachschub benötigt als er und längst bereit ist, Gewalt anzuwenden, um an Vampirblut zu kommen. Sie bringt Jason dazu, ihr dabei zu helfen, den Vampir Eddie zu entführen. Eddie strahlt im Gegensatz zu allen anderen Vampiren, die wir bisher kennen gelernt haben, keinerlei Macht oder Bedrohlichkeit aus, sondern ist ein ängstlicher, harmloser Vertreter seiner Art, der sich in seinem Haus versteckt, in Lafayette verliebt ist und am liebsten fernsieht. Er ist ungefähr so furchteinflößend wie ein Teddybär mit Plastikgebiss. Von daher empfindet man Jasons und Amys gewaltsame Entführung Eddies als ziemlich fies und feige. Sie vergreifen sich an einem der Schwächsten seiner Art.

Währenddessen geht es Lettie Mae nach ihrem Exorzismus fantastisch. Sie trinkt nicht mehr, räumt das Haus auf und geht wieder zur Kirche. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Dämonenaustreibung echt war. Ich sehe in Lettie Maes verbessertem Zustand eher den klassischen Placebo-Effekt. Sie glaubt so fest an dieses Wunder, dass es ihr tatsächlich besser geht und sie die psychische Kraft hat, ihre Sucht zu überwinden. Sicherlich hat Lafayette nicht Unrecht damit, dass es keine Rolle spielt, ob der Exorzismus real war oder nicht, solange es eine positive Wirkung gibt, aber so ein Placebo-Effekt ist im Grunde nur eine Seifenblase, die schnell platzen kann. Tara, seelisch geschwächt durch ihren Streit mit Sookie und ihre Unsicherheit bezüglich der Liaison mit Sam, lässt sich letztlich ebenfalls auf die vermeintliche Exorzistin Miss Jeanette ein. Na, da bin ich ja mal gespannt ...

Maret Hosemann – myFanbase

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