12-jähriger Lonnie Chavis aus "This Is Us" schreibt Essay über seine Erfahrungen mit Rassismus

Lonnie Chavis ist seit Beginn von "This Is Us" in Rückblicken als jüngerer Randall Pearson zu sehen, der im Erwachsenenalter von Sterling K. Brown dargestellt wird. Während in den USA gerade lautstarke Proteste gegen die Diskriminierung von Schwarzen durch Polizei und Gesellschaft stattfinden, hat das US-Magazin People dem jungen Schauspieler eine Stimme gegeben, selbst über seine Erfahrungen mit dem Thema Rassismus zu berichten.

Sein Artikel, den ihr hier vollständig auf People.com lesen könnt, hatte er ursprünglich als Brief an seine Mutter begonnen, in dem er den Tod von George Floyd und sein Aufwachsen als schwarzer Junge in Amerika verarbeiten wollte. Mit den Worten "Mein Leben bedeutet etwas, oder?" und "Amerika zeigt mir, dass mein Schwarz-sein eine Bedrohung ist und ich werde auch so behandelt." beginnt sein Essay und zeigt auf, wie er als 7-Jähriger darüber aufgeklärt werden musste, was für eine Bedeutung seine Hautfarbe in seinem Land hat und welche Verwirrung aber auch Ängste er ab diesem Zeitpunkt verspürt habe.

In seinem Schreiben geht Chavis auf die Arbeit in Hollywood ein. Schon früh habe er gemerkt, dass sich an Hollywood-Sets nur wenige Schwarze befänden. Dabei nennt er auch ein Beispiel, bei dem er in einer Szene, in der jemand eine rassistische Großmutter spielt, seine wahren Gefühle der Trauer und Angst vor Rassismus nicht habe zurückhalten können, so dass er in Tränen ausgebrochen sei, obwohl es der Regisseur nicht gefordert habe. "Könnt ihr euch vorstellen, einem Raum voller Weißer erklären zu müssen, warum man seine echten Tränen nicht zurückhalten konnte, während man den Schmerz des Rassismus spürt? Ich kann es."

Auch auf Hollywood-Events habe er sich vom Sicherheitspersonal ausgegrenzt gefühlt oder habe Gespräche mit anderen Schauspielern und Schauspielerinnen gehabt, die nicht gewusst hätten, ob er der Junge aus "Black-ish" oder "Stranger Things" sei. "Wahrscheinlich sehen wir alle gleich aus, weil wir schwarz sind," hält er dazu sarkastisch fest. Auch in Restaurants sei ihm Rassismus regelmäßig begegnet, was einmal sogar so weit ging, dass ihm und seinen schwarzen Freunden die Frau an der Kasse vorwarf, ihr Trinkgeld aus der Dose stehlen zu wollen. Erst als ein Fan eingeschritten sei, ihr zu erklären, dass er ein bekannter Schauspieler sei und es sicher nicht nötig hätte, ihr bisschen Geld zu stehlen, habe sie sich davon abhalten lassen, die Polizei zu rufen. Er sei diesem Fan sehr dankbar, dabei sei Chavis nicht so erzogen worden, seinen Bekanntheitsgrad als Schauspieler zu nutzen, um solche Situationen leichter zu machen.

Zum Abschluss seines Artikels kommt Chavis schließlich auch auf das Thema Polizeigewalt und Vorurteile der Polizei gegenüber Schwarzen zu sprechen. Er schildert, wie ihn seine Mutter in ihrem neuen BMW ans Set gefahren habe und dabei von der Polizei angehalten wurde. Die erste Frage des weißen Polizisten sei gewesen, wessen Auto dies sei, da er sich wohl nicht habe vorstellen können, dass eine schwarze Frau ein solch teures Auto fahren würde. Als sie dann zum Kofferraum habe gehen müssen, um weitere Papiere vorzuweisen, habe der Polizist die ganze Zeit über seine Hand an der Waffe gehabt. "Mit wurde beigebracht, wie ich mich in solche Situationen zu verhalten hatte, doch nichts hat mich hierauf vorbereitet. [...] Ich hatte Angst um sie; ich hatte Angst um mich." Solche Vorfälle habe es wiederholt gegeben und er habe begonnen, sie mit seinem Smartphone aufzunehmen, um möglicherweise Beweismittel zu haben.

Die wohl bisher schlimmste Erinnerung musste er aber an seinem 10. Geburtstag machen, als die Familie gerade von seiner Feier nach Hause zurück kam und sein Vater von einem Polizisten unter Gewaltanwendung wegen eines angeblichen Strafzettels festgenommen wurde. Chavis' Mutter habe ihn mit seinen Brüdern in ein Zimmer geschickt, ihm seinen Bruder im Baby-Alter in den Arm gelegt und verlangt, dass sie dort bleiben, egal was sie vor dem Haus hören würden. "Ich war mir sicher, dass meine Eltern sterben würden, weil sie sich gegen die Polizei wehrten. [...] Kannst du dir vorstellen, deine drei kleinen Brüder festzuhalten, während du daran denkst, dass ihr nun zu Waisenkindern werdet? Ich kann es."

Mit der Aufzählung dieser Beispiele alltäglichen Rassismus' möchtet Chavis seine Leser zum Nachdenken aber auch zum Handeln anregen. "Das ist die Welt, wie sie für mich aussieht. Einen 12-jährigen schwarzen Jungen. Das ist mein Amerika." Er ruft zur Veränderung auf. Zur Veränderung in der Politik, in der Gesetzgebung, bei der Polizei, in Hollywood, in den Herzen der Bevölkerung. "Amerika muss sich verändern."

Lonnie Chavis wählt sehr eindrückliche Worte und diese lesen sich am besten im Original.

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Quelle: People



Catherine Bühnsack - myFanbase
20.06.2020 12:51

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