Bewertung: 6

Review: #1.10 Finsternis

Foto: Gale Harold, The Secret Circle - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Gale Harold, The Secret Circle
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach der erneuten Auseinandersetzung des Zirkels mit den Hexenjägern, hat Cassie auch in #1.10 Finsternis keine Verschnaufpause. Neben ihrer Storyline rücken die anderen Mitglieder des Zirkels leider sehr in den Hintergrund.

"You have dark magic, Cassie Blake."

Die nun vollkommen verunsicherte Cassie bildet den Dreh- und Angelpunkt dieser Episode und versucht herauszufinden, was es mit ihrer schwarzen Magie auf sich hat. Da sie bei ihrer Suche nicht vorankommt, wendet sie sich an Adam, wodurch sich einigen unschönen Momenten des Liebesdreiecks zwischen Cassie, Adam und Diana ergeben. Denn als Cassie herausfindet, dass Diana hinter das Geheimnis ihrer individuellen Kräfte gekommen ist, geht sie sogleich auf Adam los. Diese Reaktion kam mir etwas überzogen vor, sollte aber sicherlich unterstreichen, wie wenig Kontrolle Cassie über ihre dunklen Kräfte hat. Ebenso gekünstelt wie der zusammenbrechende Adam, war Cassies ausdruckslose Miene, in der jegliche Spur irgendeiner Emotion fehlte. Die Krönung des ganzen war die unbeteiligte Diana, die ebenfalls nur die Augen aufreißt und das Treiben beobachtet. Dieser seltsame Mix aus nicht vorhandenen Gefühlen beschreibt (wenn auch ungewollt) recht genau das eigenartige Beziehungsdreick, in dem die Schauspieler ihren Figuren leider nicht genug Leben einflößen können, um uns tatsächlich mit ihnen mitfiebern zu lassen.

Ähnlich verpatzt, haben die Autoren auch die Aussprache zwischen Cassie und Adam, die ungünstiger Weise in Dianas Zimmer stattfand. Noch vor zwei Episoden haben Adam und Diana mit einander geschlafen und nun benimmt sich Adam ihr gegenüber wie ein gefühlskalter Stein und ist vollkommen rücksichtslos (was sicherlich auf Dianas Abfuhr zuschieben ist). Es wäre durchaus möglich gewesen, dass sich bei der Entschuldigung Adams ein netter Moment zwischen ihm und Cassie zugetragen hätte, doch in Dianas Gegenwart auszusprechen, dass es ihm Leid tut, dass er ihr Cassies Geheimnis anvertraut hat, war meiner Meinung nach einfach völlig unpassend. Zumal er sich noch zuvor ihrem geheimen Zeichen für "Kann ich zu dir raufkommen?" bediente. Auch Cassies leichtes Erröten durch Adams Einfühlsamkeit wirkte so fehl am Platz, da sie sich im Haus ihrer besten (?) Freundin befindet und quasi dort eingezogen ist, aber dennoch nicht sieht, wie seltsam diese Situation für Diana sein muss, die sogar neben ihr sitzt. Was sich die Autoren beim Niederschreiben dieser Szene gedacht haben, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, da daran einfach alles falsch wirkte. Einzig die Performance von Shelley Hennig war nachvollziehbar, da man ihr ansah, dass sie am liebsten den Kopf in den Sand stecken oder sich sofort in Rauch auflösen wollte und damit noch mehr das unbehagliche Gefühl dieser Szene betont.

Etwas besser gefielt mir da schon der Showdown zwischen Cassie und Kate. In der beängstigen Situation gelang es Britt Robertson etwas besser, die Angst aus ihren Augen sprechen zu lassen und man konnte zum ersten Mal in dieser Episode eine ganz deutliche Gefühlsregung bei ihr erkennen. Dies steigerte sich von der Unsicherheit, die sie zu Beginn von Kates Ritual ausströmte , hin zu der Erkenntnis, dass Kate ihr nicht helfen sondern sie töten will und hatte schließlich seinen Höhepunkt, als sich Cassie mit der Gewalt und dem Einsatz ihrer dunkel Magie aus der Kiste befreit.

Den Gegenpol zu Cassies immer stärker anwachsenden Kräften bildet Faye, die mit der Abhängigkeit vom Zirkel sehr unzufrieden ist. So macht sie sich mit Melissa auf den Weg zum dem Voodoo-Künstler Lee, der schon von Beginn an wie ein Betrüger auf mich wirkt. Auch das Ritual und der blutige Stern, den er Faye auf die Brust schmiert, schreien geradezu "Betrüger!", weshalb ich sehr froh bin, dass man ihn am Ende der Episode als Scharlatan entlarvt. Von der Story zwischen ihm und Faye einmal abgesehen, denke ich, dass sich Lee im Zusammenspiel mit Faye recht gut gemacht hat. Zwischen den beiden lag etwas in der Luft und auch wenn ich nicht glaube, dass sich Faye in Sachen Magie noch einmal an ihn wenden sollte, hoffe ich, dass sich Lee noch einmal blicken lässt. Da er offensichtlich sofort erkannt hat, dass Faye eine Hexe ist, könnte man nach dem Weggang der Hexenjäger nun einen neuen Feind in Lee finden, falls er tatsächlich doch ein bisschen mehr von Voodoo versteht, als er zugibt.

"I make my own decisions and I don' t wanna go."

Auch wenn Melissa am Beginn der Episode mal wieder zu Fayes Spielball mutierte, erinnern sich die Autoren etwas später daran, dass man sich schon zuvor bemüht hatte, Melissa ein Eigenleben zu geben und besinnen sich darauf. Daher fand ich es ganz wunderbar, als Melissa Faye ins Gesicht sagt, dass sie sich nicht länger herumkommandieren lässt und von nun an ihre eigene Entscheidungen trifft. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, um Melissa nach Nicks Tod nun wieder aus Fayes Schatten treten zu lassen.

Ganz ähnlich geht es in dieser Episode auch Charles, der nun endlich einmal wach gerüttelt wird. Leider zeigte er sich zuletzt nur als das Schoßhündchen von Dawn, doch genau wie Melissa, kapselt er sich nun endlich ab. Während die Ursache bei Melissa in Fayes Desinteresse an ihr zu suchen ist, erfolgt der Umschwung bei Charles, als Dawn ganz offen seine Mutter bedroht und verlangt, dass sie getötet wird. Nachdem die beiden bereits zwei Morde und den Anschlag auf Jane begangen haben, ist es nicht verwunderlich, dass Dawns Hemmschwelle was das Töten angeht, beträchtlich gesunken ist. Umso schöner war Charles' Rebellion, da er erkennt, dass man eben nicht immer zur Gewalt greifen kann. Auch er hat damit eine entscheidende Entwicklung hingelegt, die hoffentlich auch in Zukunft Bestand hat.

Fazit

Trotz Britt Robertsons durchwachsener Schauspielkünste, konnte diese Episode mit einigen Fortschritten in der Entwicklung von Melissa und Charles punkten. Daneben bot der Kampf zwischen Cassie und Kate gute Unterhaltung, während die Momente zwischen ihr, Diana und Adam leider so garnicht stimmig waren. Für die folgenden Episoden legt man aber einen guten Grundstein und man kann hoffen, dass Melissa und Charles nun etwas mehr zum Geschehen in Chance Harbor beitragen werden.

Marie Florschütz

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